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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Sizilien, Sardinien, auf der ganzen Iberischen Halbinsel (auch in Portugal), sowie in Irland und Schottland auf (hier teil»weise in der Varietät Hibernica). Denn wie die Buche liebt der Efeu ein mildes, ozeanisches Klima (Seeklima); aus diesemGrunde zeigt er auch die üppigste Entwicklung im Süden und Westen von Europa, während er nach Osten hin demKlima nicht mehr angepasst ist. Er braucht nämlich im Winter milde Temperaturen ; auch darf der Boden nichtzulange gefroren bleiben. Aus dem gleichen Grunde bleibt er den grossen Steppengebieten im Osten, ebenso einemgrossen Teil der zentralen Alpentäler, wohl im ganzen Bereich der Föhrenzone (Oberinntal, Engadin, Oberes Wallisusw.) fern. H. Winkler zählt den Efeu mit Recht zu der engern Gruppe der Buchen-Begleitpflanzen, welche dasgleiche Verbreitungsareal wie die Rotbuche aufweisen, wie z. B. Melica uniflora, Festuca silvatica, Elymus Europaeus;Luzula silvatica, Cephalanthera alba, Anemone Hepatica, Ranunculus lanuginosus, Corydaliscava, Dentaria bulbi»fera, Hypericum montanum, Lysimachia nemorum, Veronica montana, Phyteuma spicatum (vgl. auch Bd. III, pag. 98).Dagegen folgt er in vertikaler Richtung vielerorts der Buche nicht bis zur klimatischen Höhengrenze. Ausser imBuchenwalde erscheint Hedera Helix gern in den Eichenwäldern, in Mischwäldern, im Heide» und Auenwald, imFichtenwald (im Bündner Oberland führt eine Fichtenwaldpartie bei Grottenstein im Volksmunde die romanischeBezeichnung Uaul dell' ellera, also Efeuwald), in Schleswig»

Holstein in den Knicks, im Süden der Alpen gern in denKastanienwäldern, ausserdem mehr vereinzelt als Kletter»pflanze auf Zitterpappel, Silberpappel, Eiche, Weissbuche,

Erlen, Weissdorn, Kopfweiden, auf vielen Park» und Obst«bäumen, auf dem Nussbaum, Akazie, Lorbeer (im Süden) usw.

Anscheinend nimmt er ziemlich wahllos von allen Laub» undNadelbäumen Besitz. Das häufige Vorkommen und zwarzuweilen in üppigen, alten Exemplaren mit armsdickenStämmen an Felswänden, Mauern, Türmen, Grotten usw. istauf die Feuchtigkeit des Bodens, die sich am Grunde derselbenansammelt, zurückzuführen. Hier zeigt sich dann die Pflanzeals echter Wurzelkletterer, der sich mit seinen lichtscheuen(negativ heliotropischen) Haftwurzeln überall leicht an dieUnterlage anklammern kann. Besonders im Süden derAlpen auch im Karst geht Hedera, allerdings dannzumeist strauchartig und mit einfachen Blättern, in dieFelsenheide über. Als Schattenpflanze erfreut sich derEfeu bei den Gärtnern allgemeiner Beliebtheit; als solchebildet er an schattigen Stellen (neuerdings in den Wald»friedhöfen) einen vorzüglichen Ersatz für Rasenbepflanzung.

Ebenso vorteilhaft eignet er sich zur Bekleidung von ab«gestorbenen oder alten Bäumen, von Türmen, von Gitter»werken und Mauern, dann als Einfassungspflanze und schliess»lieh als Ampelpflanze fürs Wohnzimmer; allerdings erträgtder Efeu eine hohe Zimmertemperatur nicht auf die Dauer.

Die Vermehrung geschieht am besten im Frühjahr durch Ableger. Im allgemeinen hat der Efeu auf die vonihm in Besitz genommenen Bäume keinen nennenswerten schädigenden Einfluss, zumal er doch nur seltenden Stamm einer Stützpflanze ganz umklammert oder einschnürt, um dann als echter Baumwürger den Todetwa wie Lonicera Periclymenum herbeizuführen. Ebenso unschädlich ist er, so lange er nur am Stammheraufsteigt und keine den Stützbaum belastende und schliesslich erdrückende Krone ausbildet. Tritt der letztereFall ein, so fangen die Stützbäume an zu kränkeln und sterben frühzeitig ab. Mehrfach ist festgestellt worden,dass sog.Efeu-Eichen" (diese Bäume [Fig. 2296] sucht der Efeu besonders gern auf) im Wuchs und ingesunder Kraft die efeufreien Eichen merklich übertreffen. Dagegen ertragen Birnbäume (und wohl noch andereObstbäume) eine Ueberrankung auf die Dauer nicht. Andrerseits besitzt man manchen Beweis für dieNützlichkeit der Efeubekleidung, sodass wirklich keine Veranlassung besteht, den so malerischen Kletterstrauchvon den Mauern unserer Häuser, Schlösser und Burgen, von den Türmen und Ruinen zu entfernen. In vielenFällen hat es sich gezeigt, dass das darunter befindliche Mauerwerk z. B. bei einem leicht verwitterndenSandstein sich sehr gut erhalten hatte, zumal doch der Strauch dem Boden an der Grundmauer das Wasserentzieht. Auch kann ein Efeubelag die Wetterseite vor Schlagregen schützen. Mechanische Störungen, etwaals Sprenger von Mauerwerk, sind kaum zu befürchten und können leicht vermieden werden.

Der Efeu wird von den antiken Botanikern meist ausführlich besprochen. Theophrast (Hist. plant. III,18, 6) nennt verschiedeneSorten" Efeu, so einenweissen" (mit weissen Früchten), einen »schwarzen" (die Alters«form mit den schwarzen Früchten) und den eXi£ [helix], welch' letzterer der Beschreibung nach die Jugendform sein

Fig. 2294. Hedera Helix L. a, b Keimende Samen, c,d, e Keimpflanzen. / Querschnitt durch die junge Frucht.g Blütendiagramm (Fig. c und d nach Buchenau).