921
Felsen der Burg Giebidienstein an der Saale, dessen Blattmasse eine Fläche von 26 m Höhe und 33 m Breite(also etwa 860 qm Fläche) bedeckt, die „Efeu»Eidien" bei Braunsfels, bei dem „Gute Honeburg" am Piesberg, der„grösste Efeu der Welt" an der Kirche des Dorfes Bissum, der Efeu am zerfallenen Jagdschloss Hardtburg beiEuskirchen, an der Stadtbefestigung Münstereifel, am Roten Turm zu Jena Löbdergraben 12 (abgebildet bei Kann»giesser, Fr. Ueber Lebensdauer der Sträucher. Flora, Bd. 97, 1917), am Niedertor und an der nördlichen Festungs«raauer der Stadt Stolpen in Sachsen, am Arkadiusberg bei Glogau, an den Stadtmauern von Augsburg und Nürnberg,die Efeubäume bei Obernzell nächst Passau, beim Kloster Säben und bei Sigmundskron in Südtirol, an den Flühen beiOsterfingen in der Schweiz, am Lindenhof in Zürich (der Sage nach sollen die Sträucher aus der Römerzeit stammen),an der Burg Zwing-Uri bei Bürglen usw. Auf dem Friedhof von Ober=Horka in Schlesien steht ein Strauch,der am Grunde einen Stammumfang von beinahe einem Meter besitzt. Bemerkenswert erscheint, dass sidibei den Sprossen ein deutlicher Unterschied in der Grösse der Gefässe zeigt und zwar insofern, als diejenigender plagiotropen Sprosse bedeutend grösser sind. Ebenso haben die Markstrahlen der plagiotropen Sprosseeine grössere Längenausdehnung als die der orthotropen. Nur ganz ausnahmsweise werden im Gebiet bäum,artige, ohne Stütze als Hochstamm wachsendeExemplare mit lauter einfachen Laubblättern beob«achtet, so am Fels der Iburg bei Driburg in West«falen (Stamm bis 2 m hoch) und auf dem Hofe desLandwirts Barenburg in Lehe bei Bremen (bis 6 m).
Letzterer zeigt eine buschige Krone (Abbildungim Jahrbuch der Deutsch. Dendrolog. Gesellschaft,
1920); er wurde, nachdem er eine Reihe vonJahren als Zimmerpflanze gehalten worden war,vor etwa 50 Jahren ins Freie gepflanzt.
Wie alle Araliaceen besitzt auch Hederain allen seinen Teilen schizogene Harzgänge. Aller-dings ist der Gehalt an dem angeblich giftigen Harze(vielleicht ist das Glykosid Helicin wirksam) wenig»stens in Deutschland ziemlich unbedeutend (inItalien ist derselbe beträchtlich grösser). Bezeichnendbesonders für die jugendlichen Organe und füralle Teile des Blütenstandes sind dann die meist(4) 7. bis 8»strahligen Sternhaare (bei der var.
Hibernica bis 14»strahlig), die aus einer einzigenEpidermiszelle hervorgehen (Fig. 2287).
Hedera Helix ist ein ausgesprochener„Herbstblüher", der zumeist erst im Septemberseine Blütendolden zur Entfaltung bringt (in nörd»liehen Lagen von Deutschland allerdings bereits imAugust). Und zwar setzt die Blühbarkeit im 8.oder 10. Lebensjahre ein, wird aber bis ins hoheAlter beibehalten. Allerdings erfolgt das Blühen nurin geschützten, warmen Lagen und mit Vorliebe inder Kultur (so noch in den Alpentälern bei 1330 m).
Im nördlichen Deutschland und in Skandinavien, wodie schneefrei überwinternden Aeste leicht erfrieren,werden im urwüchsigen, spontanen Zustande nur sehrselten blühende Pflanzen angetroffen; immerhin Fig. 2292. Hedera Helix L. Zwei alte Eieubäume in Langebaekwerden solche noch aus Westpreussen (Lunauer (Dänemark). Phot. R. H. Stamm.
Wald im Kreis Kulm, bei Pröbbernau auf der Frischen
Nehrung und Damerauer Wüsten im Kreis Elbing) erwähnt. Dagegen gelangen im feuchten, nordwestlichen Deutsch«land (Schleswig»Holstein, Bremen), sowie in den Vogesen bis 700 m (ausnahmsweise bis 900 m) die wilden Pflanzenleicht zum Blühen. Von den in traubiger Anordnung stehenden Dolden ist die Enddolde normal die kräftigste j seltenerist sie armblütiger als die Seitendolden. Die jungen Dolden (etwa Anfang Juni) erinnern in ihrer Knospenlage starkan jene der Kompositenköpfchen. Die Zahl der Einzelblüten in den Dolden ist sehr verschieden und schwankt nachA. Weisse von 3 bis 67. Immerhin scheinen die Zahlen 8, 10, 12, 13, 14, 18 und 19 vorzuherrschen. Das Auf«blühen der wohl meist proterandrischen, nach Müller und Kirchner homogamen, nach Heineck proterogynen(mit langlebigen Narben) Blüten erfolgt innerhalb der Gesamtdolde von aussen nach innen, während die einzelnen