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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
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919
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in gedämpftem Licht oder bei schwacher Beleuchtung entstehen die Haftwurzeln am Sprosseallseitig", alsoauch auf der dem Lichte zugekehrten Seite, was übrigens bei älteren Pflanzen auch spontan geschieht, währendsich normal die Haftwurzeln nur auf der Schattenseite und zwar gruppenweise zusammengestellt unterhalbder durch die zweizeilige Blattinsertion bedingten Knoten ausbilden. Die Entstehung der Haftwurzeln amoberen Ende eines Internodiums abweichend von der Polarität erklärt sich nach Bruhn durch eine dieWurzelbildung begünstigende Anhäufung von Assimilationsprodukten unterhalb der Blattinsertion, wodurch eszur Bildung bestimmter für die Anlage der Wurzeln ausschlaggebenderDispositionslinien" kommt. DieHaftwurzeln legen sich der Unterlage innig an und sind mit Härte und Zugfestigkeit in so ausgezeichneterWeise ausgestattet, dass eher das Wurzelwerk zerreisst, als dass sich die Wurzeln von der Unterlageloslösen lassen.

Als weitere interessante Erscheinung ist der bei Hedera auftretende Dimorphismus der Sprosseund die Heterophyllie (oder Polymorphismus) der Laubblätter hervorzuheben. Diese hat zum ersten MalTheophrast in seiner Historia plan,tarum beschrieben und dort auchdeutlich die Abhängigkeit der beidenBlattformen von dem Alter zumAusdruck gebracht. Bekanntlichentwickeln sich beim Efeu zu«nächst rankenartige, kletternde, mitder Unterlage verbundeneJugend-sprosse", die stark negativ heliotro«pisch, plagiotrop und dorsiventralgebaut sind und gelappte, zwei»zeilig angeordnete Laubblatter tragen(Schattentriebe), die im spätem Alterin freie und ± aufrecht wachsende(orthotrope) Blütensprosse mit un»geteilten, radiär nach der Stellung*/« (seltener auch 6 /s oder 8 /i>) an«geordneten Laubblättern übergehen(Lichttriebe). Beim Zustandekommender Dorsiventralität ist bis zu einemgewissen Grade neben dem Helio«tropismus auch die Schwerkraft vonBedeutung. An Bäumen und anMauern pflegt der Verlauf desWachstums so zu sein, dass dieBlütensprosse erst bei beträchtlichem

Alter und in bedeutender Höhe auftreten, wo sie dann Gelegenheit haben sich frei und biegungsfest indie Luft zu erheben. Dieses Verhalten erweckt sofort den Eindruck, als ob die starke Lichtintensität dieBlühbarkeit und die Strukturveränderung der Pflanze bedinge, während früher besonders in populärenDarstellungen als Ursache für die gelappte Blattform der anliegenden Jugendsprosse das allerdings bei der Efeu»pflanze keineswegs regelmässig auftretende und deutlich ausgesprochene Blattmosaik als Folge der günstigerenLichtausnützung verantwortlich gemacht wurde. Andrerseits sollten durch die basale Verbreiterung der Blattspreitedie jungen, zarten Adventivwurzeln vor dem Austrocknen geschützt werden. Wiederholt sind denn auch jungePflanzen beobachtet worden, deren Erstlingsblätter (Fig. 229+ e) den Laubblättern der orthotropen Sprosse gleichen(die 5»lappigen sollen überhaupt erst im zweiten Jahre auftreten), während andrerseits alte 5.zeilige, blühbareSprosse in Ranken mit gelappten und 2»zeiligen Blättern übergehen können. Eine ganze Anzahl von Blatt»formen beschreibt L. Lämmermayr (Monatshefte für den naturwissenschaftl. Unterricht. Bd. VIII, 1915); sounterscheidet er das 3»lappige und 5»nervige, einigermassen an Hepatica erinnernde Blatt, das 7»lappige, das8-lappige und 7«nervige, das 5=lappige, an Crataegus Oxyacantha gemahnende Blatt, das Ginkgo»artige Blatt(vgl. auch Fig. 2290b bis k), dann rundliche bis lanzettliche, an Weiden» oder Birnbaumblätter erinnernde,Jedoch stets 5=nervige Formen. Sehr häufig schiebt sich zwischen die Region der 5«lappigen Blätter derunfruchtbaren Klettersprosse und die eirunden Blätter der Blütenregion eine Uebergangszone ein, deren Laubdurch eine besonders unregelmässige Konturierung oder durch eine auffallend hohe Zahl von Lappen gekenn»zeichnet ist. Etwas kompliziert werden die Verhältnisse dann, wenn die orthotropen Sprosse infolge Last»krümmung nach abwärts hängen und dann in die Region des 5=lappigen Laubes der Klettersprosse herab»

Fig. 2290. Hedera Helix L.

b Kletternde Sprosse (Schattentriebe), e bis k Blatt-formen. I Knospe.