Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
915
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2001. Hedera Helix ') L. Efeu.

Franz.: Lierre commun, lierre grim=pant, lierre des poetes, in der West»

Schweiz: Langra; engl: Jvy, bind»wood, woodbind; holländ.: Kli=mop i ital.: Edera, ellera, in derSüdschweiz Ellora, ellers. Taf. 190,

Fig. 4; Fig. 2286, 2287 [1 bis 9],

Fig. 2288 bis 2296.

Die Herkunft des Namens Efeu(althochdeutsch ebehewi,ebihouwi,ebewe)

steht nicht fest. Jedoch scheint schon früh eine Anlehnung anHeu" (vgl. althd. ebihouwi) stattgefunden zu haben.Fälschlich findet auch manchmal eine Anlehnung an Eppich (lat. äpium) statt. Die ursprüngliche Form Ebheu hatsich besonders noch im Oberdeutschen erhalten t E w ä (Oldenburg), Ewek (Göttingen), Epfa,Epha (Ostfriesland),Eva (Osnabrück), Efa (Oberharz), Eppch (Frankfurt), Epphae (Schwäbische Alb), Ewich (Lothringen), Abhäu,

Fig. 2286. Hedera HelixL. a Blühender, b fruchtender Spross (Lichttriebe).c Fruchtstand, d bis / Fruchtknoten, g Junge Frucht, h, i, k Quer- und Längs-schnitte durch dieselbe.

') Bezeichnung des Efeus (oder eines efeuähnlichen Gewächses) bei Plinius (Nat. hist. XVI, 145f.),von griech. iliaaBi» [helissein] = winden, herumdrehen.

Hegi, Flora. V, 2. 261

kultiviert werden. 1. Hedera poetärum Bertol. (= H. Helix L. var. chrysocärpa Ten.), wild inGriechenland (Attica, Thessalien), auf Kreta und in Kleinasien, ausserdem seit langem in Italien, SpanienAegypten und in Nordwestafrika verwildert. Steht Hedera Helix habituell sehr nahe, unterscheidet sich abersofort durch die grösseren (bis doppelt so gross) und goldgelben Beeren und durch die kräftigeren Dolden vonihr. Die Laubblätter sind im allgemeinen heller, freudig grün bis gelblich, am Rande meist stark gekräuselt.Die Kelchzipfel sind breiter und kürzer, die jüngeren Teile wenig behaart (Sternhaare aus 5 bis 6 Zellengebildet). Eine noch nicht vollständig geklärte Pflanze von der Krim wird von Tobler als var. Taüricahieher gezogen. 2. H. Canaridnsis Willd., ursprünglich spontan auf den Kanaren, Azoren, auf Madeira, inMarokko, Algier und in Tripolis verwildert, zeigt gleichfalls den Habitus von H. Helix. Die Laubblätter sindjedoch grösser und breiter (bis 20 cm breit), oft gelappt, am Rande kraus oder wellig und lang gestielt. Diejüngeren Zweige und Fruchtstiele sind spärlich mit Schuppenhaaren (diese aus 15 bis 16 Zellen gebildet) versehen.Die kräftigen Blütendolden tragen bis 40, rein schwarze, grosse (bis 1 cm im Durchmesser erreichend) Beeren.Diese Art ist bei uns zu empfindlich für die Kultur im Freien. 3. H. Cölchica C. Koch, wild in denWäldern (oft in Begleitung der wilden Weinrebe und von Buxus sempervirens) der Kaukasusländer, amSchwarzen Meer, in Transkaukasien (hier 1836 von C.Koch entdeckt) und in Nordpersien. Die Laubblättersind breit dreieckig bis rund, derb, lederartig, mattgrün. Alle jüngeren Teile der Pflanze sind dicht mitgelbbraunen, ausgesprochen flachen, vielstrahligen Schuppenhaaren (diese aus 20 bis 29 Zellen bestehend) bedeckt(Fig. 2287). Die Beeren sind sehr gross, kugelig, schwarz. Diese Art, die nicht selten in Mitteleuropa (Fig. 2285,2287, 2295) kultiviert wird (verwildert am Genfersee, bei Badenweiler usw.), ist eine für die Kaukasusländer, wo sieneben H. Helix auftritt, sehr bezeichnende, üppige und mächtige Urwaldliane. 4. H. Himaläica Fr.Tobler, inIndien (Himalaya, Bengalen, Kaschmir, Afghanistan) heimisch. Die Jugendblätter sind sehr zart, dünn, deutlich fiederiggelappt, zuweilen mit sehr lang ausgezogenem Endlappen versehen, die Laubblätter der fruchtbaren Pflanzen ziemlicheinfach, meist sehr schmal (denen vieler Weiden ähnlich), zugespitzt, selten breit=eirund. Die Früchte sind sehrgross (bis 1 cm im Durchmesser), goldgelb, orangegelb bis rötlich, die Blüten» und Fruchtstiele mit büscheligenSchuppenhaaren bedeckt. Eine annähernde Form aus China und Tibet wird von Tobler als var. Sinensisbezeichnet. 5. H. Japönica Fr.

Tobler, aus Japan und Korea. Die Laub,blätter der sterilen Ranken sind meist3« bis 5»lappig, die der fertilen Aestelänglich.eiförmig mit ziemlich lang aus.gezogener Spitze. Der Kelch fehlt fastganz. Der Fruchtknoten ist ziemlichhoch, spitz j die Beeren sind rein schwarzund meist 5-samig. Die jungen Teilesind mit Schuppen, und Büschelhaarenbedeckt.