Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
912
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

wl-

{oj*n

V 4)

.T 9/

5.'

Dr. Livingstone nach England gebracht. Als altes Universalraittel (Panacea) fast gegen alle Krankheiten,besonders gegen Nervenschwäche, Erschöpfung, als Aphrodisiacum, Antisyphiliticum und Fiebermittel ist in

China die echte Ginseng»Wurzel (R ä d i x. ®är. Ginseng), auch Allheilkraut, Kraft»

Jl& 2^ - oder Lebensverlängerungswurzel, chine«

k /r-> sisch Gin=seng, Jin«chen (jen = Mensch,

I Vv>w t&isr chen = Dreiheit), oder gen>chen, in Japan

r \ : 'Ä-, ^ k T^S2_> nind.sin, in Tibet yung»chin, in Korea

' ' * " san»sam (san = Berg), in der Tarlarei

orhota geheissen, sehr geschätzt. Derechte Ginseng es werden der Korea«nische, Mandschurische und Japanischeunterschieden stammt von Pdnax 1 )Ginseng C. A. Meyer, der in denschattigen Gebirgswäldern des östlichenAsiens von Nepal bis zur Mandschurei,in Korea und Sibirien wild vorkommt und ; y/ II in Japan, neuerdings auch in Nord«

izy---~7.* i if /7 CT amerika kultiviert wird. Die Pflanze

'/*L *7 I m I N

1 // zeigt eine spindelförmige, an der Spitze

/ 9&\ M H oft bandförmig geteilte Wurzel, 4 in

Mlliy |»/// einem Quirle stehende, gefingerte Laub»

ry blätter und eine einfache, endständige

Fig. 2282. Aralia spinosa L. a Blütenspross. a\ Laubspross. b Blüte. Dolde. Die von wilden oder kulti«

vierten, am besten von 6«jährigen

Pflanzen gesammelten Wurzeln werden gewaschen,in siedendem Wasser gebrüht und getrocknet unddann zuweilen mit Zuckersirup (weisser Ginseng oderpak.sam) oder Zuckermelasse (roter Ginseng) durch»tränkt. Die Droge, die zuweilen die Gestalt einesAlraunmännchens (homünculus") nachahmt, ent-hält neben Stärke, ätherischem Oel, vielem Schleim,

Zucker und Harz als wirksamen Stoff das wasserlös«liehe Saponin Panakilon (C2«Hs50s), daneben an«scheinend noch sekundäre Glykoside, wie das Pana»quilon (CioHisCVa und das Panakon ( CisHjoCW),die beide ungiftig sind. Sie kam durch Holländer1610 nach Europa, wo sie unter dem NamenPentao bekannt wurde und auch an den HofLudwigs XIV. gelangte. Die Amerikanische oderKanadische Ginsengwurzel oder AmerikanischeKraftwurzel (red.berry) stammt von P ä n a x (Aralia)quinquefölius L. Sie wird in den Neu.England«

Staaten und in den Ländern westlich bis zum Missis»sippi als Ersatzmittel des echten Ginseng aus wild«wachsenden und kultivierten Pflanzen hergestelltund wird nach Kanada und China ausgeführt.

Dieser amerikanische Ginseng ist nachTschirchzuweilen der Radix Senegae und Radix Serpen«tariae beigemischt. Der (apanische Ninzi oder dieNinsingwurzel stammt von dem Koreanische SiumNinsi L., während die kugelige Wurzel des nord»amerikanischen Pänäx trifölius L. den DwarfGinseng oder Ground nut liefert. Vonverschie«denen Arten werden die Schösslinge und die jungen

Fig. 2283.

Fatsia Japonica (Thunb.) Dcne. et Planch. (Pilanzerechts). Phot. Dr. G. Hegi, München.

1 ) Von griech. neis [pas] = alles und äxos [äkos] = Heilmittel; mit Bezug auf die vielseitige Verwendung.