901
Nuphar luteum, Hippuris vulgaris und Polygonum Hydropiper. Die Winterknospen (Turionen) werden zuweilenvon Trichopterenlarven der Gattung Limnöphilus zum Gehäusebau verwendet, ebenso wie Cyperaceen»Schläuche, Charaoosporen usw.
1998. MyriophyIlum spicätum L. Aehriges Tausendblatt. Taf. 190, Fig. 2;
Fig. 2273, 2275, 2276, 2277.
Ausdauernd, in der Regel untergetaucht und flutend, oder im Schlamm, sehr seltenauch auf dem Lande wachsend. Stengel meist rötlich, flutend, drehrund, ziemlich dichtbeblättert, 10 bis 300 cm lang, meist verzweigt, an den unteren Knoten oft mit je 1 bis 4Adventivwurzeln. Winterknospen fehlend. Laubblätter meist zu 4 (seltener zu 3, 5 oder 6)quirlständig, bis 35 mm lang, mit 13 bis 38feinen, aber ziemlich derben, meist gegen»ständigen, kahlen, 5 bis 27 mm langen Ab»schnitten. Blütenstand vielblütig, verlängert,vor dem Aufblühen gerade aufrecht. UntereTragblätter fiederspaltig, so lang oder etwaslänger als die Blüten; die oberen ganz»randig, ungeteilt und kürzer als die Blüten.
Letztere quirlig angeordnet, zwitterig oder dieunteren weiblich und die oberen männlich,sitzend: Zwitterblüten mit4=kantigem, +0,5 mmlangem, kahlem Achsenbecher, mit 4 aufrechten,dreieckigen, zugespitzten, + 0,3 mm langen, ander Spitze braunen Kelchzipfeln, mit 4 breitlöffeiförmigen, an der Spitze abgerundeten,
± 2,5 mm langen, kahlen, rötlichen Krön»blättern, mit 8 Staubblättern (Staubfäden bis2 mm lang) und mit 4 kurzen, zuerst anliegenden,später spreizenden, papillösen Narben. Frucht»knoten 4=fächerig, mit 4 Samenanlagen. Männ=liehe Blüten mit rudimentäremGriffel (Fig.2275d).
Früchte kugelig»vierkantig, 2,5 bis 3 mm imDurchmesser. Keimlinge mit linealen Kotyle»donen. — VI bis IX.
Verbreitet, aber in manchen Gegen»den selten, in stehenden und in langsamfliessenden Gewässern (im Süss», Moor» und Brackwasser). Von der Ebene bis in die Alpen»täler aufsteigend, so in Bayern bis 800 m, im Jura bis 1152 m, in Nordtirol (bei Innsbruck)bis 1180 m, im Wallis bis 1450 m, in Graubünden noch im St. Moritzersee, Silsersee (1800 m),Davosersee usw.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (nördlich bis Island, Lappland); Nord»,West» und Zentralasien, Beludschistan, Afghanistan, Vorderindien, China, Japan, Formosa;Grönland, Nordamerika (südlich bis Süd=Kalifornien, Florida und Texas); Algier, Kanaren,Kapland, Natal, Griqualand. Fehlt in Zentral» und Südamerika, sowie in Australien.
Aendert ab: f. brevifölium Caspary. Pflanze niedrig, 10 bis 40 cm lang. Stengel sehr dünn,
1 bis 1,2 mm im Durchmesser, im unteren Teile blattlos s Internodien sehr kurz, 3 bis 12 mm lang, sehrzahlreich. Laubblätter sehr kurz, 4 bis 13 mm lang, dem Stengel + anliegend; Blätter der Zweigspitzen nur
2 bis 7 mm lang. Hie und da auf sandigen oder kiesigen, bei Niederwasser oft von Wasser kaum mehrbedeckten Stellen (Form des seiditen Wassers und des steinigen Grundes). In Westpreussen (Skompesee,
260*
Fig. 2275. Myriophyllum spicatum L. a Habitus einerblühenden Wasserpflanze, b Junge männliche Blüte, c Zwitter-blüte. d Männliche Blüte (letztere mit rudimentärem Grifiel).e Weibliche Blüte.