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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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heraustritt. Um die Samen jedoch vorher zu schützen, wird in der unreifen Frucht die Oeffnung durch einpfropfenartiges, aus verholzten Zellen bestehendes Gebilde verschlossen, das aus dem Funikulus hervorgeht(Fig. 2272 k). Bei der Keimung wird durdi Stredcung des hypokotylen Gliedes der Pfropfen durch die Wurzel»spitze beiseite geschoben und dadurch das Würzelchen in den Boden eingesenkt. Die Früdite entlassen nacheiniger Zeit durch Fäulnis des Fruchtfleisches die Steinkerne, letztere sinken durch ihr hohes spezifischesGewicht alsbald zu Boden und überwintern im Schlamm. Zur Verbreitung der Früchte trägt nach Fautheinmal der Bau des Sprosssystems, wodurch die Früchte eines Individuums über eine verhältnismässig grosseFläche ausgesät werden können, bei und dann insbesonders die Eisbildung. Es wurde nämlich beobachtet, dassFruchtähren, welche sich dicht unter dem Wasserspiegel befinden, im Winter an der Eisdecke fest anfrieren,um nach deren Zertrümmerung beim Auftauen von der Pflanze losgerissen und von den Eisstücken weitergetragen zu werden. Andererseits erfolgt die Verbreitung der Myriophyllum«Arten in sehr ausgiebiger Weise aufungeschlechtlichem Wege durch losgerissene Sprossteile (Fig. 2272 a bis d), sowie durch Winterknospen (Turionenoder Hibernakeln), die an den Füssen von Wasservögeln festhaften können. Diese Turionen sind vor allemfür M. verticillatum bezeichnend (bei M. spicatum und M. alterniflorum fehlen sie) und entstehen bei dieserArt nach Vaucher, H.Schenck, Baumann, Glück, Goebel gewöhnlich im Herbst (September, Oktober)am Sprossende oder in den Blattachseln als dunkelgrüne, nach oben keulenförmig verdickte, 5 bis 35 (60) mm

lange, sitzende oder gestielte Knospen,von denen die blattachselständigen stetskleiner sind als die endständigen. Durchäussere Faktoren kann die Bildung derTurionenbeschleunigtoder aber auch ver«langsamt werden. Es handelt sich hierbeium umgewandelteSprosse mit reduzierter,2 bis 17 mm langer Sprossachse und mitzahlreichen, kleinen,aber ziemlich derben,in 4>zähligen Quirlen dicht gedrängtstehenden Knospenblättern. H.Lorenzkonnte in denselben viel Stärke, sowieSpuren von Zucker als abgelagerteReservestoffe nachweisen. Neben dervegetativen Vermehrung, die auch durchganze losgelöste Sprosse erfolgt (frukti«fizierende Pflanzen sind stellenweiserecht selten), dienen sie vor allem derUeberwinterung. Denn bei Winterbeginnverfaulen die Sprossachsen meist bis auf die überwinternden Turionen, welche dann im Frühjahr (oft schon EndeMärz) zu neuen Individuen heranwachsen, sodass sich dadurch die Myriophyllum. Arten fast wie 1.jährige Pflanzen(Pseudoannuelle nach Warming) verhalten. Die Bildung der Turionen, die sich von der Mutterpflanze loslösenund dann entweder zu Boden sinken, sich selbst in den Schlamm eingraben oder aber im Wasser frei flottieren(zuweilen werden sie in grosser Menge ans Land geschwemmt), wird durch ungünstige Existenzbedingungen,wie durch niedrige Temperatur, schlechte Ernährung, Unterdrückung der Blütenbildung bei zu tiefem Wassergefördert. Endlich funktionieren die Turionen auch als Speicher für Reservestoffe, welche den neuen Individuen alsNahrung dienen. Eugen Baumann konnte feststellen, dass gelegentlich auch Landformen von M. verticillatumWinterknospen zu erzeugen vermögen. Derartige Turionen sind dann bedeutend kleiner (0,5 bis 1 cm lang)und sitzen an den unterirdischen Teilen der Pflanze auf 1 bis 6 mm langen Stielchen. Früchte von Myrio.phyllum-Arten (besonders von M. spicatum) wurden wiederholt in England, Skandinavien, in der norddeutschenTiefebene, in Livland, in der Schweiz (Kutzelried) in präglazialen, glazialen (Dryastone), interglazialen undpostglazialen Ablagerungen festgestellt. Solche von M. alterniflorum fanden sich in Schweden (Götaland,Norrland), in den Ablagerungen der Birkenzone, sowie in Bildungen der Ancyluszeit. Als Aquarienpflanzewird neuerdings M. Brasiliönse Cambess. (= M. proserpinacoides Gill.) aus Südamerika, dortYerbadel Sapo" (= Froschkraut) geheissen, mit dicht beblätterten, über das Wasser herauswachsenden, unbenetzbarenTrieben, gezogen. Die Pflanze steht M, verticillatum systematisch am nächsten, bildet aber ausschliesslicheingeschlechtige Blüten aus. Unsere 3 Arten gehören zum Najas=Typus der makrophytischen Seefloraähnlich wie die Potamogeton.Arten, die Utricularien, Chara, Nitella usw.

1. Tragblätter sämtlich fiederspaltig oder gefiedert, meist länger als die Blüten. Quirle meist 5.zählig M. verticillatum nr. 1997.

1*. Obere Tragblätter ungeteilt, kürzer als die Blüten 8.

Fig. 2273.

Myriophyllum spicatum L. Sterile Landform, die langenWurzeln zeigend.