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Myriophyllum.Arten gehören zu denjenigen dikotylen Wasserpflanzen, welche an Stelle eines Markes undder um dasselbe geordneten Leitbündel einen zentral gelegenen Fibrovasalkörper besitzen (Fig. 2273 f).Der Spross von Myriophyllum verticillatum gleicht im Prinzip vollkommen jenem von Hippuris vulgaris(vgl. pag. 905). Er besitzt ein konzentrisches Leitbündel mit etwa 10 Tracheensträngen von je 1 bis 3(höchstens 4) Tracheen. Zwischen diesen Strängen bestehen Strangverbindungen im engeren Sinne (Strang»brücken) nur vereinzelt. Ebenso führen die Laubblätter in der Mitte einen Strang, von dem aus injeden der einfachen Blattabschnitte ein Seitenstrang ausbiegt. Unter der Epidermis und den sich darananschliessenden 3 bis 4 Lagen von polyedrischen Zellen findet sich im Spross ein Kreis von 13 bis 15 grossenLufträumen, die durch je eine Zellenlage getrennt sich durch das ganze Internodium hinziehen. Einzig anden Knoten werden sie durch eine aus 3 bis 4 Zellenlagen bestehende Gewebeplatte (Diaphragma) unter»brochen. In dem Fibrovasalkörper befinden sich meist 8 (bezw. 10) Leitbündel, von denen 4 kleinere unterden Laubblättern, vier grössere in den Zwischenräumen stehen (Näheres hierüber bei Vöchting, Hermann.Zur Histologie und Entwicklungsgeschichte von Myriophyllum. Verhandlungen der Leopoldinisch.CarolinischenDeutschen Akademie der Naturforscher. Bd. 36. Dresden, 1872). Wie bei anderen Sumpf» und Wasser»pflanzen (Veronica Beccabunga, Lysimachia nummularia, Ranunculus divaricatus usw.) wird die Hauptwurzelspäter durch .Beiwurzeln" (= Adventivwurzeln) ersetzt, die nach Friedrich Wettstein in beschränkter Zahlan den unteren Sprosspartien ent«stehen. Die Anlagen, die aus demPerizykel hervorgehen, verlaufen nichtinnerhalb der Diaphragmas, sondernliegen demselben auf. Wurzelhaarewerden nicht ausgebildet. Blütenbio»logisch sind die Myriophyllum=Artenals windblütige einhäusige Wasser»pflanzen zu bezeichnen. Die kleinen,blattwinkelständigen, meist dichasialzu Aehren angeordneten Blüten ragenzur Zeit der Anthese und Fruchtbildungaus dem Wasserspiegel oder aus demSchlamme heraus und werden in derRegeldurch Vermittlung des Windes bestäubt.
Die zarten Staubfäden (Fig. 2275 d) sindleicht beweglich j die Antheren erzeugenviel und einen leicht verstäubbaren»Porenpollen". Letzterer ist wie bei allenHalorrhagidaceen mit einer starkenund dauerhaften Exine versehen. Die4 Narben sind sehr gross und starkhöckerig (Fig. 2275 e). Die löffeiförmigenKronblätter sind wie bei den Rham»naceen einzig als Schutzorgane fürdie Staubblätter aufzufassen undkönnen keineswegs als Sammelapparate für den ausfallenden Pollen bei Windstille dienen, zumaldieselben zur Zeit der Antherenentfaltung entweder bereits vollständig abgefallen oder doch soweit zurückgeschlagen sind, dass bei einem senkrechten Herabfallen des Pollens ein Auffangen desselbendurch sie nicht mehr möglich ist. Die fast allgemein verbreitete Annahme, dass die unteren Blütender Aehre als weiblich, die mittleren als zwitterig und die oberen als männlich anzusprechen sind,trifft in dieser Form nicht allgemein zu. Vielmehr lässt sich ein allmähliches, die phylogenetischeEntstehung der Formenkreise darstellendes Vorwärtsschreiten von dem vollständig hermaphroditenBau der Blüten zu einer immer stärker ausgeprägten Diklinie erkennen. Nach Schindler ist das umgebendeMedium des Wassers die direkte Ursache für die Unterdrückung der männlichen Geschlechtsorgane und ihrerSchutzhülle (näheres bei den einzelnen Arten). Ausserdem kommen gelegentlich (so bei M. verticillatum)auch untergetauchte Blüten vor, die sich durch Vermittelung des Wassers bestäuben (Hydrophilie). Die in4 Spalt» bezw. Steinfrüchte zerfallenden Früchte sind schwimmfähig und wie bei vielen anderen Wasserpflanzen (Calli»' riche, Ceratophyllum, Najas usw.), deren Samen, Steinkerne oder Früchte unter Wasser reifen, mit einer festen,inneren Steinschale versehen. Diese letztere fehlt bei Myriophyllum an dem oberen schief abgestutzten Ende desSteinkernes; es findet sich daselbst eine Oeffnung in der Steinsdiale, durch welche bei der Keimung das Würzelchen
Fig. 2272. Myriophyllum verticillatum L. a bis rf Sprosse mit Turionen inverschiedenen Entwicklungsstadien. e Myriophyllindrüse (stark vergrössert)./ Stengelquerschnitt, g bis I Querschnitt durch den axilen Strang einer Adventiv-wurzet (h von der Landiorm). k Längsschnitt durch die Frucht (e und / nachH. Vöchting, g bis i nach H. Schenck, k nach Fauth).