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isolierte aus den Algennestern von Gunnera Chilensis die Rosenkranzalge Nöstoc punctiförme. DieseAlgennester sind warzenförmige Gebilde, die bereits in der Knospe die Epidermis durchbrechen und bisherfür „Schleimdrüsen" angesehen wurden. Mi ehe hält sie für frühzeitig angelegte Adventivwurzeln, die einerMetamorphose unterliegen und spricht deshalb von einer „Mykorrhiza". Dagegen ist die Art der Infektion nochnicht geklärt; wenigstens Hessen sich in den Blüten und in den Keimlingen keine Algen.Symbionten nachweisen. —Alle Vertreter dieser austral-antarktischen Familie sind als Windblütler anzusehen (siehe Myriophyllum). Einegrössere ökonomische Bedeutung kommt ihnen nicht zu. Die Stämme von Gunnera Chilensis, die 9,34°/'o Gerbstoffenthalten, werden in der Heimat als „Palo Panguy" technisch (sie geben eine schwarze Farbe) und arzneilichverwendet. Die geschälten, jungen Blattstiele werden von den Chilenen und Peruanern roh oder gekocht (derGeschmack ist dem des Rhabarbers nicht unähnlich) genossen, während aus den Laubblättern ein erfrischendesGetränk bereitet wird. Einzelne Halorrhagis-Arten werden in dürren Steppenklimaten als Schaffutter angebaut.
CCCCLXXXXIII. Myriophyllum') L., Tausendblatt. Franz.: Millefeuille d'eau,olant d'eau, fil d'eau, millefeuille aquatique; engl.: Water milfoile, water yarow;
ital.: Miriophyllo, millefoglio aquatico.
Ausdauernde, kahle, einfache oder verzweigte Wasser» oder Sumpfpflanzen mit gegen»ständigen, quirligen oder -wechselständigen, meist tief fiederspaltigen, seltener + ungeteilten, ganz»randigen oder gesägten Laubblättern. Blüten strahlig, klein, eingeschlechtig (vorherrschendeinhäusig) oder zwitterig, 4=zählig, meist einzeln oder auch zu kleinen Dichasien gruppiert,in den Achseln von Tragblättern zu einer ziemlich langen, aus dem Wasser herausragenden,aufrechten oder überhängenden Aehre vereinigt; letztere oft im unteren Teil weiblich, im mittlerenzwitterig, im öberen männlich (vgl. pag. 897). Männliche Blüten mit kurzer Kelchröhre, mit4 hinfälligen, kapuzenförmigen Kronblättern, 8 (ausnahmsweise 4) langen Staubblättern und inder Regel mit fehlendem (selten ein Rudiment vorhanden) Fruchtknoten. Weibliche Blüten mit4=teiligem Kelchsaum, sehr kleinen, zarten, zurückgebogenen Kronblättern, fehlenden Staubblätternund mit 4 grossen, bleibenden, aufrechten, kopfförmig=warzigen Narben. Frucht ± 4=kantig,von den Blütenresten gekrönt, meist in 4 Mericarpien (Steinfrüchte) zerfallend. Embryofleischig, walzenförmig, schwachgebogen, in der Achse des dünnen fleischigen Nährgewebesliegend; Kotyledonen kürzer als die nach oben gerichtete Radikula.
Die Gattung umfasst 36 Arten und zwar fast ausschliesslich submerse Wasserpflanzen, die nahezu überdie ganze Erde verbreitet sind. Verhältnismässig gross ist die Zahl an Arten in Australien. Die 3 einhei«mischen Arten gehören zu dem Subgenus Eumyriophyllum Schindler und verteilen sich auf die beidenSubsektionenSpondylophyllum (hieher M. verticillatumund M. spicatum) und Leiocdrpium Schindler (M.alterniflorum) der Sektion Pentä pterisDC. Hansgirg und H. Schenck unterscheiden hinsichtlich der Trachteine besondere „Myriophyllumform" mit feinzerteilten Blattspreiten, die fädliche, oft sehr lange Zipfel besitzen,und an langen, im Wasser flutenden und schwimmenden Stengeln sitzen. Wie bei anderen Wasserpflanzengibt es auch innerhalb der Gattung Myriophyllum heterophylle Arten mit feingeteilten, submersen Wasser-blättern und ganzrandigen, emersen Luftblättern (M. elatinoides Gaudich aus Südamerika und Australien,M. tuberculätum Roxb. aus Ostindien), während bei anderen Arten (M. spicatum) die beiden Formen fastohne Uebergänge ineinander übergehen. Einzelne Arten vermögen auch Landformen auszubilden. Gleich»falls mit anderen Wasserpflanzen (z. B. Ceratophyllum, Aldrovanda, Elatine) haben die Myriophyllum-Arten dasVorhandensein von Schleimtrichomen auf den Laubblättern gemeinsam, die ausser Schleim das „Myriophyllin"absondern, einen glykosidartigen, leicht oxydierbaren, stark lichtbrechenden Körper, welcher bei Behandlungmit Vanillin-Salzsäure (wie mit Phloroglucin) eine kirschrote Färbung annimmt (vgl. Raciborski, M. undPro scher, R., in Berichte der Deutschen Botan. Gesellschaft. Bd. 11, 1893 und 13, 1895). Die letztereVerbindung, das Oxydationsprodukt, wird von Pröscher als Oxymyriophyllin bezeichnet. Es handelt sichum vielzellige, in basipetaler Richtung entstehende Trichome, die früher von P. Magnus unrichtigerweise alsStipularorgane gedeutet wurden und jetzt als „Myriophyllin-Drüsen" bezeichnet werden. Sie sind besonders in derJugend stark vertreten und dienen vielleicht als Schutzmittel tür die Knospen. Ihre Ansatzstelle ist im Alter,wenn die Zotten abgefallen sind, an den braun umrandeten Löchern noch deutlich zu erkennen. Die
') Vom griech. uvoi.os [myrios] = unzählig, sehr viel, und <pv\\ov [phyllon] = Blatt; nach derGestalt der Laubblätter.