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rottung der Trapa durch Fischer und Fruchtsammler und Aufgabe ihrer Kultur als Speisepflanze (Brock»mann u. a.), Krankheiten, Degeneration infolge fortgesetzter Selbstbefruchtung usw.
Dass die Wassernüsse schon von den Neolithikern als Speise gesammelt und wohl auch verbreitetworden sind, hat zuerst Heer für die Schweizer Moorbauten von Robenhausen und Moosseedorf und 1876Steenstrup für Südskandinavien angenommen. Ganze Abfallhaufen aufgebrochener Schalen von Wasser, undHaselnüssen hat der Bearbeiter (Gams) in der Moorsiedlung Dullenried am Federsee gesehen, und ganz ähnlicheFunde liegen aus Südostschweden (Sernander, Sundelin) und vom Vanajavesi in Finnland (V.Auer1924) vor. Ebenso alt dürfte auch die Verwendung in Aegypten sein. Ob Trapa schon in der Steinzeitkultiviert worden ist, wie H. Brockmann (Vergessene Nutzpflanzen. Wissen und Leben, Zürich 1914) undauch Auer annehmen, lässt sich nicht entscheiden; aber auch wenn dies der Fall wäre, würde es dieAnnahme einer Klimaänderung nicht entbehrlich machen, da künstlich eingesetzte Trapa heute am Federsee,in Finnland usw. überhaupt nicht zur Reife gelangt. — Im klassischen Altertum scheint die Verwendung alsSpeise in Griechenland und Italien kaum bekannt gewesen zu sein; denn Dioskurides und Pliniusmelden sie nur aus dem Nilland und aus Thrakien, wo am Strymon aus dem Mehl Brot gebacken wurde.Die älteste Angabe für Italien scheint die des Mattioli zu sein, nach dem die „Wasserkastanien" auf dievenezianischen Märkte kamen, wie es noch heute in Venedig, Como, Mailand usw. der Fall ist. Allgemeiner als inSüdfrankreich, Oberitalien und Dalmatien ist diese Verwendung in Serbien, im Gebiet der Moldau, in Ungarnund der Slowakai („Wodny orachy") und vor allem in Südrussland, wo ein nach der Wassernuss (russischWodjanoj orjech, rogulnik) benannter See im Gouv. Orel (Orechowoje osero) nach Chitrowo jährlich160000 kg Früchte liefern soll und wo die Pflanze auch von Nomadenstämmen absichllich ausgesät wordensein soll. Aehnlich ist es in Südasien, wo mehrere Arten kultiviert werden (pag. 883) und wo allein dieErnte von Kaschmir nach Hook er ausreichen soll, um jährlich 40000 Menschen 5 Monate lang fast aus«schliesslich zu ernähren. In Mittel« und Nordeuropa war der Gebrauch nie so ausgedehnt; aber ein absichtlicherAnbau zu Speisezwecken ist dennoch bis Belgien, Dänemark und Südschweden nachzuweisen. In Krainwurde die Trapa im 18. Jahrhundert von den Zisterziensern des Klosters Sittich angebaut und in Villach inKärnten soll sie noch heute auf den Markt kommen. Dasselbe war in Oberschlesien, Sachsen (z. B. inDresden), Dessau, Mannheim und Speyer noch im vorigen Jahrhundert der Fall. Während Trapa amOberrhein und an der Elbe schon im 16. und 17. Jahrhundert fast nur von der ärmeren Bevölkerunggegessen wurde, soll sie in Mecklenburg aus der Lewitz selbst in die herzogliche Küche gekommen sein. Diemeisten Vorkommnisse in Dorf«, Kloster« und Schlossweihern (z. B. Hiltelingen bei Basel, Domnau in Preussen,Scheyern), Feuerweihern (z. B. Roggwil) und selbst Stadtgräben (Torgau an der Elbe schon 1561) gehen wohl aufabsichtliche Anpflanzung zurück. In Fischteiche mag die Pflanze auch dadurch gekommen sein, dass ihre Rosettenzum Frischhalten von Fischsendungen verwendet wurden (J ä g g i). Wie schon die Thraker das Laub als Pferdefuttergebrauchten (Dioskurides), so wird es noch heute in Südosteuropa bis Ungarn allgemein als Mastfutter gebraucht.Als Schweinefutter wurde es noch 1903 in Dessau verwendet. Der Anbau zu Speisezwecken wurde noch 1875 vonLeunis auch für Deutschland empfohlen, wogegen die Pflanze daselbst fast nur noch in botanischen Gärten undals Zierpflanze in Parkteichen gezogen wird. Nach Knez«Milojkovic ist die ganze Pflanze reich an Aschen«bestandteilen (in lufttrockenen Pflanzen 13,7 bis 25,6 °/o, in jungen Früchten l «/o, in alten 1,2 bis 1,4, in altenSchalen 7,75, in lufttrockenen Kernen 2,8 °/o). Diese bestehen zu einem grossen Teil aus Kieselsäure (in denSprossen 27 bis 29 °/o, in der Fruchtschale 4,8 °/o), Eisenoxyd (FesO»; in den Sprossen 23 bis 30 °/o, in altenFruchtschalen 68 bis 69°/o), Manganoxyd (Mns04; in den Sprossen 7 bis 15 °/o, in Fruchtschalen 9,6 °/o) undCalciumoxyd (in den Sprossen 15 bis 18, in Fruchtschalen bis 10 °/o). Kali, Natron und Magnesia tretenstark zurück, SOa ist zu 2,3 bis 3,9°/°> Salz« und Phosphorsäure in viel geringerer Menge vorhanden. DieFrüchte enthalten etwa 37 (lufttrocken 10%) Wasser, 8 bis 10°/o Rohprotein (in lufttrockenen Kernen bis20°/o), 1,3 bis 1,4% Rohfaser, etwa 49°/° stickstofffreie Extraktstoffe (in trockenen Kernen 52 °/o Stärke,3,2 °/o Dextrose, 9,4 °/o Gerbstoffe u. a.) und 0,7 bis 0,8 °/o Fett. — Die Samen werden meist wie Kartoffeln inSalzwasser abgebrüht oder gebacken oder auch wie Kastanien geröstet, schmecken aber auch roh nicht schlecht.
Schon Hippokrates beschrieb die Verwendung eines kühlenden Getränks aus Trapa bei Ent»Zündungen, ebenso auch Dioskurides, Plinius u. a., die auch den Gebrauch zu Umschlägen, Mund« undAugenwassern usw. empfahlen, was ihnen die meisten Kräuterbuchverfasser nachschrieben, meist ohnezwischen der Wirkung des „Tribulus aquäticus" und des „Tribulus terrestris" zu unterscheiden. NachZwinger soll jener »dem geblüt eine gute complexion geben", die Nüsse wurden auch zu „Pulver widerden Stein" vermählen. Bis gegen 1750 hielten auch mitteleuropäische Apotheken Wassernüsse (Nüculaeaqudticae) vorrätig; noch um 1800 diente in Württemberg ein Abguss der .Stechkrallen" gegen Seitenstechenund noch später in Kärnten das Mehl gegen Durchfall. Die Verwendung gegen Durchfall soll auf dem Gerb«Säuregehalt der Frucht beruhen. In neuester Zeit empfiehlt A. Heiduschka die Wassernuss sogar alsKaffeeersatz. — Die Verwendung der Steinkerne zu Rosenkränzen geht in Oberitalien mindestens bis ins