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hat G. Andersson fossile Nüsse in den wärmezeitlichen Gyttja von Polada am Gardasee gefunden. EinUrteil über die Herkunft dieser insubrisdien Formen wird vielleicht durch stratigraphische Untersuchungenweiterer Seeablagerungen möglich werden. Sie mit tertiären Arten in Verbindung zu bringen, wie es ver-schiedentlich versucht worden ist, erscheint verfrüht; hingegen scheinen auffallende Analogien zu der ost.asiatischen T. bispinosa Roxb. (= T. natans L. var. bispinosa Nakino) zu bestehen. Wie Andersson schon1898 bemerkt hat, besitzt fast jeder See seine besonderen Trapa.Formen, ähnlich wie seine besonderen Ano»dönta» und Cerätium.Formen, und solange keine experimentellen Untersuchungen über die formbestimmendenEinflüsse und die genotypische Verwandtschaft vorliegen, sind alle Systeme künstlich und berühren alle Erklä«rungsversuche „die Grenze des Ratens" (Malmström).
Die Keimung der auf den Grund gesunkenen Nüsse wird nach W. Kinzel auffallenderweise nichtnur durch Belichtung, sondern auch durch tiefe Temperaturen begünstigt) sie erfolgt nach seinen Versuchenregelmässig erst von Dezember bis Februar, bei völliger Verdunkelung des Keimlochs viel langsamer als beiBelichtung. Von Kerner den ganzen Winter in Wasser von 15 bis 20° gehaltene Nüsse keimten erst imFrühling. Unter günstigen Bedingungen erfolgt aber die Keimung sehr regelmässig. Die Keimfähigkeit bleibt2 bis 3 Jahre erhalten (nach einer unsicheren Angabe sogar 40 bis 50 Jahre). Der Keimungsvorgang ist vonBarn6oud, Gibeiii, Kerner, Goebel, Nakano u. a. wiederholt beschrieben worden. Er erinnertinsofern an den der Monokotylen, als das eine, viel grössere, scheinbar endständige Keimblatt zu einemSpeicherorgan umgebildet ist, das in der Nuss zurückbleibt und dessen sich lang streckender Stiel das zunächststark negativ geotropische Hypokotyl mitsamt dem kaum differenzierten Würzelchen und dem anderen Keimblattaus der Frucht herausschiebt. Dieser aufrechte, zunächst weisse, scheinbar ungegliederte Keimspross, an demdas reduzierte Keimblatt, die Plumula und dieAchselknospen nur als seitliche Auswüchse er»scheinen, dürfte als ganzes sowohl gelöste Nähr.
Stoffe wie auch Gase aufnehmen (Goebel).
Weitere Beispiele solcher„ Anisokotylie"(K. Fri tschin Ber. Deutsch. Botan. Ges. Bd. XXXVIII, 1920)stellen z. B. Ranunculus Ficaria, Corydalis, Bu»nium und Cyclamen dar. Erst später, nachdem diejungen Trapasprosse schon erst gegen», dannwechselständige Primärblätter gebildet haben undergrünt sind (Fig. 2268 a), dringt das Nebenwurzelntreibende, sich schraubig krümmende Hypokotylin den Schlamm ein und bildet so eine zweiteVerankerung. Die aus den Achselknospen aus»wachsenden Seitensprosse können leicht zu selbst»ständigen, oft schwächlicheren Pflanzen werden.
Die zahlreichen, sowohl am Hypokotyl wie amGrund der durchscheinenden, vergänglichenWasserblätter entspringenden, infolge ihres Chlo«rophyllgehalts von einzelnen Autoren für Blättergehaltenen Adventivwurzeln dienen wohl nichtnur der Nährstolfaufnahme, sondern vor allemauch der Atmung und Photosynthese („Kiemen"),welche Funktion bei der Sauerstoffarmut dermeisten Humusschlammgewässer von grössterWichtigkeit sein dürfte. — Die Stengel enthaltenbikonzentrische Leitbündel (mit etwa 20 Tracheen»strängen) mit intraxillärem Weichbast und Luft»kanäle, die wie bei vielen Wasserpflanzen zunächstder Durchlüftung dienen, in den Auftreibungen der Blattstiele aber auch, wie bei Eichhornia, hydrostatische Funktionübernommen haben (Schwimmblasen). Näheres u. a. bei F. J. M e y e r in Ber. Deutsch. Botan. Ges. Bd. XXXV,1917. Alle Gewebe sind wie bei den verwandten Halorrhagidaceae reich an Oxalatdrusen und speichern ausserdemEisen, und Manganverbindungen, mit welchen Eigentümlichkeiten vielleicht auch die in Verbindung steht, dässdie Pflanze alkalisches Wasser meidet. — Die Schwimmblattrosetten bilden sich erst im Juni an der Wasser»fläche unter Verkürzung der Stengelinternodien. Wenn der Spiegel nach Bildung der Rosetten erheblichsteigt, so sterben die Schwimmblätter ab und es bilden sich nach weiterem Stengelwachstum neue Rosetten.Der Zusammenschluss der Schwimmblätter zu einem prächtigen Mosaik (Fig. 2263) scheint auf negativem
Fig. 2268. Trapa natans L. a Auskeimende Nuss mit aufwärtsgerichtetem Würzelchen, Spross mit Primärblättern und 2 Axillar-sprossen in den Achseln des Keimblattes, b Blattgrund mit Neben-blättern (die mittleren Lappen vielleicht Wurzelgebilde). c Stückvom Rand eines Schwimmblattes mit Knorpelzähnchen. d Blüten-diagramm. e und / Beginn der Fruchtbildung, g und h Längs-schnitte durch Nüsse, bei g oben der Stiel des Speicherkeimblattsund rechts das rudimentäre Keimblatt, i Samen (b nach Gliick,c nach Jäggi, d nach Eichler und Raimann, g nach Goebel,h und i nach Holzschnitten von Leonhard Fuchs 1543).