Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
890
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Phototropismus zu beruhen; denn bei künstlicher Verdunkelung erheben sich die Spreiten über das Wasser. In Südeuropa sollen submerse Formen mit perennierenden, sterilen Wassersprossen vorkommen.

Zur Blütenentwicklung scheinen Wassertemperaturen von über 20° erforderlich zu sein. Die Blüten»stiele steigen über die Wasserfläche, und die undeutlich radiären (kryptodorsiventralen) Blüten entfalten sich nurfür wenige Stunden, nach Gibeiii und Buscalioni in den oberitalienischen Seen schon vor Sonnen«aufgang. Die Bestäubung scheint allgemein autogam zu erfolgen; denn auch in geschlossenen, noch unterWasser entnommenen Blüten werden geöffnete Staubbeutel und belegte Narben gefunden. Möglicherweiseliegt aber auch Apogamie vor, wofür das Ausbleiben von Bastardierungen in Kulturen verschiedenerSippen spricht (N a k a n o). Die zahlreichen sich an den Rosetten aufhaltenden Insekten (Donacia,Galeruca, Chironomiden), Krebse (Sida) und Würmer und die in den Blüten beobachteten Rüsselkäfer undWasserwanzen (Larven von Mesov6lia furcdta) scheinen der Pflanze keinen Nutzen zu bieten, wohl aber den

Wärmezeithche Nord-und Alpengnenze. o o J rotierte wärmezeithche Fundorte.

M M i [ I'! 111 II 1 Heutiges Trapagebiet. Jfoherte rezente Fundorte. X Vorübergehende Einbürgerungen.

Fig. 2269. Die wärmezeitliche und heutige Verbreitung von Trapa natans L. in Nord-, Mittet-und Osteuropa. Orig.von H. Gams (z. T. nach Malmström und Dokturowsky).

Teichfischen, denen die Trapabestände auch als Laichplätze willkommen sind. Schon wenige Stunden nachder Bestäubung krümmen sich die Blütenstiele ins Wasser zurück, wo die Früchte unter starker Kelchver«grösserung reifen (Fig. 2268e,f). Lieber die Embryobildung vgl. Ti11mann, J. A. Flora 1918 und Tison, A.in Revue gön^rale de Bot. Bd. XXXI, 1919. Nach letzterem besitzt der Proembryo einen ausserordentlich gross«zelligen Suspensor, der den Embryo an die Basis des Embryosades schiebt und später fast ganz von diesemresorbiert wird.Sehr interessant gestalten sich die Verhältnisse bei der Reifung der Samen. Die Verbindungdes Samens mit dem Fruchtknotengewebe wird nicht nur durch den Funikulus hergestellt; es tritt vielmehrdie Samenschale in ihrer ganzen Ausdehnung mit dem Endokarp in Verbindung. Dadurch wird die Stoff»zufuhr in den Samen über deren ganze Oberfläche ermöglicht. Während des Heranreifens des Samens führtdas ganze Perikarp reichlich Zudcer, der in grosser Menge in den Samen einwandert und dort gespeichertwird. Von einem bestimmten Reifestadium an wird aber der gesamte Zuckervorrat innerhalb des Samensund zwar plötzlich zu Stärke kondensiert, während dieser Vorgang im Perikarp nicht eintritt. Der osmotischeWert der Zellen des Perikarpgewebes wird so vermutlich bedeutend höher als derjenige des Kotyledons,der den Hauptteil des Samens ausmacht. Es ist anzunehmen, dass auf diese Weise dem Samen reichlichWasser entzogen wird. Tatsächlich erfährt der Wassergehalt des Samens im Verlaufe des Reifungsprozesseseine sehr bedeutende Verringerung. Da das Wasser aus dem unter dem Wasserspiegel reifenden Früchtenauf keinen Fall durch Transpiration entweichen kann, bleibt kein anderer Weg als der derRücksaugung"in die Pflanze. Doch sind die Versuche über diese Vorgänge noch nicht abgeschlossen und es kann ihrerdeshalb hier nur hinweisend Erwähnung getan werden" [Dr. Wilhelm Tr oll briefl.]. Im Spätherbst sterben die