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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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runder Scheitelöffnung. Samen eddg=herzförmig, glatt, hellbraun, ohne Endosperm. Keimlinggerade, mit sehr ungleichen Keimblättern (das eine zu einem in der Frucht bleibenden, diesefast ganz erfüllenden, gestielten Stärkespeicher umgebildet, das andere viel kleiner, sitzend,sdiuppenförmig); Würzelchen kegelförmig, aufwärts gerichtet.

Die von vielen Autoren zu den Oenotheraceae oder Onagraceae gestellte und wohl auch vonderen Tribus Jussieueae abzuleitende Gattung ist trotz ihren hohen Alters doch nicht primitiv, sondern ähnlichwie die gleichfalls verwandten, teilweise in Anpassung an das Wasserleben stärker reduzierten Halorrhagidaceaeso hochgradig spezialisiert, dass sich die Aufstellung einer eigenen Familie rechtfertigt. Franziska Stein (Oesterr.Botan. Zeitschrift. Bd. LXV [1915] nr. 2) hat in den Epidermiszellen der Blattunterseite und des Stengels von Trapanatans die bei vielen Oenotheraceen und bei den Hippuridaceen festgestelltenOelkugeln" gleichfalls nachgewiesen.

Die ältesten bisher bekannten Trapa.Arten treten in der nordamerikanischen Oberkreide auft Trapaboreälis Heer (Fig. 2262 a, b) von der Emscherstufe Westkanadas bis ins Alttertiär von Alaska, Sachalin, Japanund Sibirien, die auf Blattrosetten begründeten T. microphylla Lesqu. (wohl mit voriger zu vereinigen) undT. cunedta im nordamerikanischen Senon (erstere bis ins Unter»eozän, wo die gleich den vorigen 2«dornige T. Wilcoxensisdazukommt). Im Miozän war die Gattung in Amerika noch durch2 Arten (T. Americäna, T. occidentalis) spärlich vertreten, imPliozän nur noch durch 1 (T. Alabam6nsis in Südalabama) und starbin der Neuen Welt ähnlich wie die Wildpferde zu Beginn desDiluviums aus. In Europa erscheinen die ältesten Reste imMitteleozäns die wohl sehr ursprüngliche T. Credn^ri Schenkin der Braunkohle von Leisnig in Sachsen (vgl. Schenk inBotan. Zeitung Nr. 25, 1877), zweifelhafte Blattreste (Trapo»phyllum) in Oberitalien, im Obereozän T. P o m 61 i i (Sap.) Bou.lay in Frankreich. Vielleicht haben sich diese aus noch unbe»kannten Stammformen im Gebiet der heutigen Arktis entwickelt.

Von den mitteltertiären Arten war T. Silesxaca Goeppert(Fig. 2262 e, f) über einen grossen Teil von Europa verbreitet, wo»gegen andere, ebenfalls den heutigen recht nahestehende Artennur von vereinzelten Fundorten bekannt sind (T. AssmanniänaGoepp. in Schlesien, T. ceretäna R6r. in Frankreich, T. Yoko»yämae Nath. in Japan). Im Pliozän und ältesten Diluvium Portugals(Mealhada), Oberitaliens (Leffe, Moria) und Thüringens (Rippers»roda bei Arnstadt) tritt mit T. H e e r i') Fritsch (inkl. T. bituberculäta Heer) nochmals eine altertümliche, klein«früchtige Art (Fig. 2262 d) auf j daneben ist aber auch schon T. natans bis England (glazial erloschen), Holland,Brandenburg und Oberschlesien verbreitet.

Die heutigen Trapa-Formen, von denen über 100 beschrieben, aber grossenteils von sehr umstrittenemWert sind, verteilen sich auf 3 oder 2 Gruppen: die der Trapa natans im weitesten Sinn, welche in derkleinfrüchtigen T. Maximoviczii Kosh, des Amurlandes und der Mandschurei einen verhältnismässigprimitiven, in der japanischen T. ant^nnifer Ldv. mit 5 (ob immer?) in lange Fäden auslaufenden Stachelndagegen einen extrem spezialisierten Vertreter besitzt, und 2 asiatische Gruppen mit 2»stacheligen Früchten, diejedoch sonst nach N a k a n o und M a k i n o von T. natans nicht spezifisch zu trennen sind. Besonders nah denzweistacheligen Natans»Rassen (vor allem der subsp. Verbanensis) steht T. bispincSsa Roxb. (in Japan Ibobishi,in China und Südasien Singhara, paniphal, gaunri geheissen), in Ost» und Südasien und im tropischen Ost»afrika (T. Africdna Fleroff). Ihre Früchte sollen als Kräftigungsmittel und gegen Diarrhöe dienen. Durch ihre6 1 /> cm breiten Früchte mit stark zurückgebogenen Hörnern stärker abweichend ist T. b i c ö r n i s L. f. (inChina Kichi, king, ling, leng geheissen) in China, Cochinchina (neben der vielleicht nur als Rasse zu bewertendenT. Cochinchin6nsis Loud.) und Nordostafrika (kaum spontan). Die grossfrüchtigen Arten werden in Asiennicht nur allgemein gesammelt und auf den Markt gebracht, sondern auch in mit Bambusstreifen begrenztenWasserfeldern angebaut. T. bicornis soll nach Wilson jährlich gegen 1200 Zentner Nüsse liefern und zurErntezeit 2000 Menschen mit 500 Kähnen beschäftigen.

Fig. 2262. Trapa-Arten aus der Kreide und demTertiär, ff Rosette von Tr. borealis Heer var.microphylla (Lesqu.) aus der Kreide (Laramie-Schichten) von Nordamerika, b Frucht von Tr. bo-realis Heer aus dem Alttertiär von Alaska, c Früchtevon Tr. Gredneri Schenk aus dem Oligozän vonLeisnig in Sachsen, d der Tr. Heeri Fritsch ausdem Pliozän von Rippersroda (Thüringen), e und /der Tr. Silesiaca Goeppert aus dem Miozän derLausitz (nach Lesqu ereux, Heer, Schenk,Fritsch, Goeppert und Menzel).

l ) Benannt nach Oswald Heer, geb. 1809 in Niederuzwil (Kt. St. Gallen), gest. 1883 als Professorder Botanik in Zürich, dem hervorragenden Paläontologen, der sich ausser durch seine grossen Werke überdie .Urwelt der Schweiz* und das heutige Pflanzen» und Tierleben der Alpen vor allem auch durch seineFlora fossilis arctica" (Zürich 186883) einen unvergänglichen Namen gemacht hat.

Hegi, Flora. V, 2.

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