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letztgenannten Art im Herbste, sondern erst im Laufe des Winters erfolgen. Th. Schmucker stellte aufexperimentellem Wege fest, dass in sandigen, trockenen Böden alle oberirdischen Stengel«Verzweigungenunterbleiben, die Pflanzen liadisig und völlig aufrecht werden und frühzeitig die Laubblatter verlieren,während unterirdisch die Bildung von regelmässig ausgebildeten Ausläufern mit Knöllchen regelmässig, wennauch in verminderter Zahl vor sich geht. Gut genährte Pflanzen hingegen verzweigen sich sehr reichlich undihre Nebenachsen, bisweilen auch die meist schrägwachsende Hauptachse, zeigen deutlich eine Neigung zu Plagio»tropie und Ausläuferform. Gegen die Lichtentziehung ist die Pflanze sehr empfindlich und antwortet auf einelängere Verdunkelung des photophilen Hauptsprosses mit der Aufrichtung der Nebenachsen. Dieselbe Erscheinungtritt ein, wenn die Pflanze ihres Gipfelsprosses beraubt wird. Nach Goebel bilden die Keimpflänzchenzunächst nur einen oberirdischen Spross. In den Achseln der unteren Laubblätter bilden sich Zweige, diesich nach der Erde zu wenden (Geotropismus), kleiner werdende Laubblätter tragen, zuletzt in den Bodeneindringen und dort zur Bildung von Schuppenblättern gelangen. Werden die gewöhnlich im Frühling aus«treibenden Knöllchen, deren sich entwickelnder Spross regelmässigerweise bis zur Bildung eines Blütenstandesgelangen sollte, in warm gehaltenen Räumen bereits im Winter zur Weiterentwicklung angeregt, so wird deraustreibende Spross, nachdem er mehrere Zentimeter Höhe erreicht hat, durch die scharfe Einkrümmung derSpitze nach unten wieder zu einem in den Boden eindringenden Ausläufer. Bisweilen unterbleibt auch einAustreiben über den Erdboden vollständig und es bildet sich nur ein unterirdischer Ausläufer. Die Erklärungdieser eigenartigen Erscheinungen sucht Goebel in stofflichen Verschiedenheiten. Die Regenerationsfähigkeitder Pflanze ist sehr gross, lieber solche bei den Knöllchen vgl. R. Dostdl und V. Morävek (Das SachsschePhänomen bei Knollen. Berichte der Deutschen Botan. Gesellschaft. 1925. Bd. XLIII). Die Blüteneinrichtungist dieselbe wie bei den beiden anderen heimischen Arten. Die Pollenübertragung geschieht vorwiegenddurch Schwebfliegen.
95. Farn. Hydrocaryäceae 1 ). Wassernu ssgewächse.
Als einzige Gattung gehört Trapa hieher.
CCCCLXXXXII. Träpa 2 ) L. Wassern uss.
Einjährige Wasserpflanzen mit quirlständigen, assimilierenden Nebenwurzeln und mitSchwinimblattrosetten treibenden Langsprossen. Submerse Laubblätter wechselständig, lineal,vergänglich. Schwimmblätter mit meist aufgeblasenem, lufterfülltem Stiel, rautenförmiger biskreisrunder Spreite und kleinen, scheinbar mehrteiligen, hinfälligen Nebenblättern. Blüteneinzeln in den Blattachseln, zwitterig, strahlig (eigentlich krypto=dorsiventral), 4=zählig (vgl.Fig. 2268 d). Blütenachse den unteren Teil des Fruchtknotens becherförmig, doch ohne Bildungeiner freien Hypanthiumröhre umschliessend. Kelchblätter 4, in der Knospe klappig, postfloralalle oder nur die seitlichen in Dornen auswachsend. Kronblätter 4, frei, klein, in der Knospedachig. Staubblätter 4, mit einwärts gewendeten Staubbeuteln. Pollenkörner (Taf. 190, Fig. 1 c)dünnwandig, 3=warzig, vergänglich. Diskus zwischen den Staubblättern und dem Fruchtknotenkrönchenförmig, wellig gefaltet und gezähnelt, postfloral zu einem Borstenkranz auswachsend.Fruchtknoten halbunterständig, 2»fächerig, in jedem Fach mit einer umgewendeten, hängenden,apotropen Samenanlage (von denen reift jedoch nur 1); Griffel pfriemlich, mit kopfigerNarbe, postfloral abfallend. Frucht eine einsamige, steinfruchtartige Nuss, von der vergrössertenBlütenachse und dem erhärtenden Kelch mit seinen meist 2 oder 4 Dornen umschlossen, mit
') Bearbeitet von Dr. H. Gams unter Benützung von Manuskripten von Prof. Dr. O. v. Linsto wund Dr. Emil Schmid. — Das Wort Wassernuss ist die wörtliche Uebersetzung des griech.: vdgoxccQVov[hydrokdryon].
Das ursprünglich wohl germanische, Falle bedeutende Wort ist über das Italienische (trdppola usw.)und Französische (trape, chausse.trape) ins Spätlatein (calcitrapa = Fussangel) eingedrungen und wurde aufunsere Pflanze erst von Linn6 übertragen, da die bis dahin allgemein üblich gewesenen antiken Namentribulus und griech. zoißo'Aos (tribolosj, die bereits im Altertum ausser für Trapa (tribulus aquaticus, als roißo'/.oievvfyoi [tribolos 6nydros] schon beiTheophrast) auch für eine Zygophyllacee (Bd. V/ 1,pag.42) gebräuchlich waren,für diese vorbehalten blieben (einige vorlinncJische Autoren wie Lonitzer brauchten ihn auch für Caucalisund Xanthium). Ob diese Namen ursprünglich Klettpflanzen oder Fanggeräte aus Metall bezeichnet haben, fürdie sie ebenfalls gebraucht wurden, ist ungewiss. Tribulus wurden auch Hagebutten genannt.