Circaea intermedia findet sich gleich C. Lutetiana und C. alpina in Laub» und Nadelwäldern, an Bach«laufen und quelligen, schattigen Orten, bisweilen in Gesellschaft mit diesen beiden Arten, häufiger aber nur miteiner von ihnen (z. B. vielfach in Böhmen) oder auch ganz allein. Die Beurteilung ihrer Art«Berechtigung ist vielumstritten. Ehrhardt, F. Schultz, Koch., Celakovsky, P. Magnus, E. Burnatu. a. halten sie für einegute Art, Willdenow und De Candolle für eine Form der C. alpina, Sprengel, Wahlenberg undL6veill6 für eine Form der C. Lutetiana, G. Meyer für einen dimorphen Bastard. In ihrer morphologischenAusbildung nimmt sie eine Mittelstellung zwischen Circaea Lutetiana und C. alpina ein und ist in ihrer Trachtrecht veränderlich. Bald erscheint sie als grossblätterige, ziemlich hohe, schlaffe, einfache Pflanze mit grossenBlüten (C. Lutetiana angenähert), bald wird sie straffer, kleinblättriger und kleinblütiger und nähert sich dannder C. alpina. G. Meyer, der C. intermedia als Bastard auffasst, hat diese Formen als C. alpino«Lutetiana bezw. alsC. Lutetiano>alpina bezeichnet. Auch ihre Blütezeit, sowie ihre ökologischen Ansprücheliegen zwischen denen der beiden vermutlichen Eltern. Nach Ascherson schlagen die Pollenkörner meistfehl; doch genügen die wenigen ausreifenden, die geschlechtliche Fortpflanzung zu sichern. Die Früchte fallenallerdings auch grossenteils vorzeitig ab; doch sind die zur Vollreife gelangenden nach Döll stets fruchtbar.In Kulturen bei Schimper und Spenner, sowie bei Kirschleger blieben die Pflanzen stets unfruchtbar.
Fig. 2261. Circaea intermedia Ebrh. im Höllental (Schwarzwald). Oberer Bergwald mit Asperula odorata und Oxalis
Acetosella. Phot. Prof. Fr. Meigen, Dresden.
Gleich einigen Nasturtium.Bastarden, Dentaria bulbifera, Cardamine stolonifera, Lilium bulbiferum subsp.croCeum usw. wird sie in neuerer Zeit als eine konstant gewordene „hybridogene" Art angesehen, wenngleichandererseits Beckhaus und Prahl z. B. sich dahin geäussert haben, dass eine Formbeständigkeit nichtvorliegt. Im Index Thalianus führt die Pflanze den Namen Helxina sylvestris s. fluviälis major im Gegensatzzu Circaea alpina, die als H. minor abgegrenzt wird.
Das Auftreten mit nur einer Elternart oder auch ganz ohne solche findet sein Gegenstück z. B. indem Verhalten von Asplenium Germanicum (Bd. 1, pag. 32), das ebenfalls nicht selten ohne die Elternanzutreffen ist. Infolge dieser vielfachen Widersprüche hinsichtlich der systematischen Stellung wäre es, wiebereits L. Celakovsky (Neue Beobachtungen und Kritik einiger Pflanzen der böhmischen Flora. Oesterr»Botan. Zeitschrift, 1870) hervorhebt, nicht undenkbar, dass in gewissen Gegenden eine Art (nach unsererAnsicht ein konstant gewordener Bastard) vorliegt, während an anderen Orten, namentlich dort, wo die beidenvermutlichen Eltern zusammen auftreten, auch gegenwärtig noch eintretende Kreuzungsprodukte vorliegen.Die Vermehrung der Pflanze erfolgt, da die meisten (alle?) Früchte vorzeitig abfallen, bezw. in nur sehrbeschränkter Zahl zur Reife gelangen, auf vegetativem Wege durch zahlreiche Ausläufer, die in ihrer Aus«bildung die Mitte zwischen denen von C. Lutetiana und C. alpina halten. Sie sind im allgemeinen etwa 5 bis6cm lang, werden kaum 0,5 cm dick und liegen in einer Erdtiefe von 2 bis 15 cm. Nach R. Fritze (inAscherson und Magnus 1. c) gleicht ein Teil dieser Ausläufer i denen von C. alpina, der andere idenen von C. Lutetiana. Die langgestreckten Endknollen der letzteren Form erinnern auffallend an die ähnlichenBildungen bei Stachys paluster. Oberirdische, mit Laubblattpaaren besetzte Ausläufer, wie sie besonders beiC. alpina auftreten, sind selten. Auch soll die Trennung der Knollen von der Mutterpflanze nicht wie bei der