Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
878
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so lang wie die Spreiten. f. albiflöra L6vl. Blüten alle weiss. f. rubriflöra L6vl. Blüten deutlichrötlich. f. carneöstyla L6vl. Griffel fleischfarben. Wichtigere Abweichungen sinds var. villösa (Beck)(= f. [Rasse] pseudo.cordäta L£vl., = var. pilösa L. [?]). Stengel und die am Grunde herzförmigen Laubblätteran den Stielen und Nerven zottig. So z. B. in Niederösterreich am Schneeberg. var. glab6rrima Lasch.Ganze Pflanze (auch der Fruchtknoten) kahl. So bei Leipzig, Driesen, Mösl bei Gabersee (Oberbayern).

Circaea Lutetiana ist ein Gewächs von zirkumborealer Verbreitung, dringt aber weniger weit nordwärts alsC. alpina, welch' letztere das Buchenareal erheblich überschreitet. Sie tritt meist truppweise und gern in Erlen, undanderen Auenwäldern auf, wo sie mit Brachypodium silvaticum, Carex remota, Leucoium vernum, Allium ursinum,Adoxa Moschatellina, Primula elatior, Geum urbanum, Galeobdolon luteum usw. anzutreffen ist. Auch in feuchterenBuchenwäldern, Mengwäldern (z. B. Vorarlberg) und reinen Nadelwäldern fehlt sie nicht. Da sie von den im Gebiet

heimischen Circaea-Arten die am wenigsten Luftfeuchtigkeit for.dernde Art ist, so ist sie auch in i lichten Gebüschen, an Hecken,bisweilen in grossen Scharen auf Waldblössen oder apophytisdials Gartenunkraut anzutreffen. Die Blüten sind homogam. DerHonig wird am Grunde der Blüte von einem den Griffelgrund um-gebenden, ringförmigen Nektarium abgesondert. Die bestäuben,den Insekten fast ausschliesslich Fliegen, besonders Schweb»fliegen benützen hauptsächlich den Griffel, aber auch dieStaubblätter als Anflugstangen und vollziehen, von anderenBlüten kommend und am Bauche Pollenkörner mitführend,Fremdbestäubung. Spontane Selbstbestäubung erscheint aus«geschlossen. Die Klettfrüchte werden epizoisch verbreitet.Die Keimung der Samen wird nach W. Kinzel durch Lichtund Frost begünstigt. Eine Samenruhe scheint nicht notwendigzu sein. Die Vermehrung erfolgt aber viel ausgiebiger auf vege«tativem Wege, indem sich an den unterirdischen Achsen ausden Achseln der leicht verwesenden Niederblätter in meist10 bis 20 cm Tiefe zahlreiche, 10 bis 25 cm lange Ausläuferbilden, die dicker als bei C. alpina sind, sich kaum gegen dieSpitze verjüngen und mit Niederblattschuppen besetzt sind,aus deren Achseln wiederum Ausläufer hervorgehen können.Am Ende der Vegetationszeit biegen sie sich mit den Spitzennach oben und ragen zuletzt i aus dem Boden heraus.Während des Winters stirbt die Grundachse völlig ab, sodassdie Erneuerung der Pflanze wie bei C. alpina durch die Knöll«chen der Ausläuferenden erfolgt. Werden diese beschädigt,Fig. 225S. Circaea Lutetiana L fruchtend. so entwickeln sich nach Ascherson und Magnus aus den

Phot. cand.med. Meta Lutz u. Dr. G. He gi, München. Niederblattschuppen neue Stengel. Schmucker stellte an

einer Pflanze 95 solcher Ausläufer fest. Die Knollen sindunterirdisch bleich, färben sich aber, sobald sie an die Erdoberfläche gelangen, durch Einlagerung vonAnthocyan an der Peripherie (spärlich in der Rinde, reichlicher im äusseren Mantel des Zentralzylinders)blutrot. Ferner enthalten sie, namentlich in den Membranen, reichlich noch wenig bekannte Gerbstoffe. Inder Anatomie stimmen sie im wesentlichen mit den Sprossachsen überein, lassen keine Dorsiventralitäterkennen und sind in der Endodermis auffallend arm an Stärke, während das übrige Gewebe von dichtenStärkemassen erfüllt ist. Die Anwesenheit der Ausläufer war auch den Forschern des Mittelalters nicht ver«borgen geblieben. So sagt Hieronymus Bock in seinem Kreutterbuch (Strassburg 1565) von seiner Klettenaltera species, die Kyber in der lateinischen Uebersetzung als Läppa silv^stris bezeichnet:Zum andernfindt man inn etlichen feuchten wälden vnd nassen Hecken ein kraut wachsen, das stosst järlich von seinerweissen quecketen vund kriechenden wurtzel, dünne, runde stengelin als die Bintzen*. Aehnlich beschreibtJohannes Thalius in der Silva Hercynica seine Helxine sylvestris seu fluviätilissradieibus nititur genicu«latis, villosis, terram perreptantibus, et ex geniculis suis novas frequenter plantulas protrudentibus".

Die Leichtigkeit, mit welcher C. Lutetiana wie auch C. intermedia und wohl auch die anderenArten der Gattung sich zu regenerieren vermögen, hat zu einer Reihe von Untersuchungen geführt, vondenen die wichtigsten von Goebel, Dost dl und Schmucker stammen. R. Dos t al (Zur experimentellenMorphogenesis von Circaea und einiger anderen Pflanzen. Flora, 1911) vor allem hat gezeigt, dass der Stengelin seinen verschiedenen Höhen insofern morphologische Verschiedenheiten aufweist, als bei Verwendungvon ausgeschnittenen Knotenstücken als Stecklinge die aus den untersten Stengelteilen stammenden Knoten