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die geöffneten tiefer stehend als die Knospen, wohlriechend. Kelchblätter lanzettlich, langzugespitzt, herabgeschlagen, dünnkrautig, etwa 2 /s so lang als der röhrenförmige Achsenbecher,± bleichgrün, aussen glatt und zerstreut behaart. Kronblätter verkehrt=eiförmig bis herz*eiförmig, kurz und breit genagelt, vorn gestutzt bis ausgerandet und schwach gekerbt, blass»gelb, beträchtlich länger als die Staubblätter und etwa halb so lang als der Achsenbecher, enggestellt, bisweilen mit den Rändern sich deckend. Kapseln lineahlänglich, bis 5 cm lang, stumpf4=kantig, vorn stumpf, flaumig=zottig behaart. Samen unregelmässig, mit geraden, scharfenSeitenkanten, 1,5 mm lang, dunkelgrau bis schwarzbraun. — VI bis IX.
Seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts in Europa eingeschleppt und später auch ausGartenpflanzungen verwildert, gegenwärtig verbreitet und völlig eingebürgert an Bahn»dämmen, Kanalböschungen, Wegrändern, Flussufern, in Kies» und Sandgruben, Steinbrüchen,an Mauern und ähnlichen Stellen, auf Ruderalplätzen, aber auch in natürlichen Pflanzen»gesellschaften an trockenen, steinigen Hängen und auf Sand»flächen. Von der Ebene bis in die montane Stufe; in denBayrischen Alpen bis 680 m, in Tirol bis 835 m, im Wallisbis 1070 m, in Graubünden (Pagig im Schanfigg) bis 1560 mund vielleicht noch höher (bei zirka 1750 m in Arosa in derZugehörigkeit allerdings zweifelhafte Laubblattrosetten).
Im ganzen Gebiete in der Ebene bis zur Bergstufe meistverbreitet und häufig j nur im Nordwestdeutschen Flachland vielfachunbeständig und in den Alpen meist nur im Bereiche der grossenTäler und längs der Eisenbahnlinien.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa,nördlich bis England, Skandinavien (bis Kristiania undMittehSchweden), Süd=Finnland, Nördliches Mittel=Russ=land; Vorderasien; in Ostasien (in der sehr abweichendenRasse O. Japonica); Nordamerika bis Mexiko.
An den Typus *) schliessen sich ans f. ochrolduca Her« Fig.2248. Oenotbera biennis L. Blattrosette,mann (= ? var. sulfürea De Vries). Kronblättter weisslichgelb. So
vereinzelt mit dem Typus, z. B. bei Mückenberg in der Lausitz, in der Lüneburger Heide, Mügeln bei Pirna(Sachsen), am Rheindamm bei Schaan (Liechtenstein), ferner in den Holländischen Dünen usw. — var. lepto«m6res Bartlett (= var. crucidta De Vries) 2 ). Kronblätter sehr schmal, kreuzförmig, So z.B. am Rhein beiLauswardt zwischen Hamm und Düsseldorf und am Erftkanal unterhalb Neust (in Menge), bei Beversen inder Lüneburger Heide, in Johannesburg und Königsberg in Ostpreussen, Schönlanke (Posen) j ferner in Holland.— Zweifelhaft in ihrer Stellung ist die var. parviflöra (L.) L6vl. (= O. muricata var. latifölia Ascherson). Stengeloberwärts reichlicher mit starren, auf rötlichen Knötchen stehenden Haaren besetzt. Mittlere Stengelblätter etwasschmäler als beim Typus, bis 7 cm lang und 3,2 cm breit (von O. muricata durch die nicht schmal-lanzettlicheForm der Spreite und die nur undeutliche Bezahnung unterschieden). Blüten kleiner. Kelchblätter 14 bis16 mm lang. Kronblätter so lang wie der Kelch oder nur sehr wenig länger. Staubblätter 16 bis 18 mm lang.In Westpreussen die fast allein auftretende Form, mehrfach auch in Ostpreussen, in Brandenburg als Garten.Unkraut in Potsdam, bei Rhinow, Prietzen; in Westfalen bei Lippspringe und Oeynhausen (?); in Bayern beiDillingen und Bertoldsheim •, in der Schweiz bei Solothurn (1907) und Ölten (1918). — subsp. suaveolens (Pers.)
') L6veill6 fasst in seiner Monographie (1. c.) als O. communis L6v. eine beträchtliche Zahl vonFormen zusammen, die sich ± eng an O. biennis anschliessen, so vor allem O. Lamarckiäna und derenMutanten, sowie O. Japönica Guffroy, eine Japan eigene Sippe. Diese Gesamtheit wird wieder in 3 Rassengegliedert: O. biennis L., O. Vrieseana L6v. (zu dieser u. a. O. Lamarckiana und ihre Mutanten) undJaponica Guffroy. Für die ersten beiden Rassen wird eine gemeinschaftliche Diagnose gegeben, aus derbesonders hervorzuheben ist, dass die Samen unregelmässig»4=kantig»prismatisch sind, während sich die 3. RasseJaponica durch 3-kantige Samen unterscheidet. Guffroy hat für die letztere Rasse auch merkliche ana-tomische Unterschiede festgestellt.
s ) „Cruciate" Formen kommen auch bei anderen Oenothera*Arten vor. Die in Frage stehendeForm entspricht nicht der O. crucidta Nutt.
Hegi, Flora. V, 2. 258