^biennis x muricata) cf reine O. muricata, O. (biennis X muricata) 9 X (muricata X biennis) cf reine O. biennisliefert. An die Veränderlichkeit der Blütengrösse schliessen sich nach Renner noch weitere Schwankungenan, so die Wuchshöhe, die Verzweigung, die Dichte der Blütenstände, die Menge des Anthocyans in denKelchblättern und die Farbe der Laubblattnerven, sodass die einzelnen Faktoren den Mendelschen Spaltungs«besetzen folgen. In bezug auf die Mutationen dürfte nun auf Grund der aus bei den Bastarden festgestelltenErfahrungen anzunehmen sein, dass sie zur Hauptsache ebenfalls auf Aufspaltung der Erbfaktoren beruhenund dass die Menge der entstehenden Mutanten auf die Vielheit der vorhandenen Einzelfaktoren schliessenlässt. Ihre relative Seltenheit erklärt sich daraus, dass infolge der weitgehenden Verkoppelung der Faktorendie meisten möglichen Kombinationen schon in den Keimzellen fehlschlagen, weil Homozygotie in bezug aufgewisse Faktoren verhängnisvolle Wirkung hat.
Da jede Mutante als Bastardform ins Leben trittund deshalb bei Selbstbefruchtung ihre Nach-kommenschaft Spaltung zeigt, kann sie bei Selbst»befruditung zunächst aufspalten, bis die aus derSpaltung hervorgehenden Nachkommen sich wiedergefestigt haben. Diese annähernd stabilen Formenkönnen ihrerseits wiederum mutieren, d. h.seltene Neukombinationen ergeben, sodass der-ganze Formenkreis unaufhörlich im Flusse bleibt,wie auch die Erfahrungen der sich mit dem Muta»tionsproblem befassenden Forscher ergeben haben.
Zusammenfassend hebt Renner hervor, dasssich die gegenwärtigen Ergebnisse wesentlich vondem Ziele entfernt haben, das ursprünglich denAusgang des eigentlichen Mutationsproblemsbildete. Eine geneotypische Veränderung durchvölliges Neuentstehen von Erbfaktoren ist bishernoch nicht nachgewiesen worden. Damit hörtdie Mutabilität auf, die wichtigste Erscheinungin der an Vererbungsabweichungen so reichenGattung zu sein. Dafür tritt die Erkenntnis über dieweitgehende Konstanz der vielfach als Hetero»
Zygoten erkannten Formen in den Vordergrund,
•die sich vollständig in Einklang mit den Mendel«sehen Vererbungsregeln bringen lässt. Erwähntsei zum Schluss dieser Ausführungen, dass sichL^veillö, der Monograph der Gattung Oenothera,vollständig gegen das Wesen der Mutation aus«spricht und die Vorgänge (Kräfte), die die Ver«
Änderungen hervorrufen, mit dem Namen Auto»metamorphismus belegt. „Cette force consisteen ce qu'une graine renferme en elle.memel'instinct de la famille ou du genre auquel eile appartient".
Die Blütenentwicklung innerhalb der Gattung Oenothera ist von P.E. Duchartre,D. P. Barcianu, ).Pohl, Geerts u. a. untersucht worden; doch weichen die Angaben über die ersten Entwicklungen ziemlich starkvoneinander ab. So entstehen z. B. nach von den ersten 3 genannten Forschern die Blütenblattkreise in■akropetaler Aufeinanderfolge, während Pohl bei O. Lamarckiana zuerst die Entstehung des Gynaeceums,und dann erst die des Androeceums feststellte. Ferner entwickeln sich nach G o e b e 1, entgegen der Anschauungvon Duchartre, Barcianu und Geerts die Staubblattanlagen des inneren Kreises nicht aus den Krön»blattanlagen, sondern entstehen dicht unter denselben aus der Innenfläche der hohlgewordenen Blütenachse.Auch über den Ursprung des Gynaeceums gehen die Ansichten bedeutend auseinander, indem dieses bald■als vollkommene Achsenbildung, bald durch Verwachsung von 4 Karpellen mit der den Blütenstiel fortsetzendenAchse erklärt wird. Die P ollenkörner sind mehrfach, besonders von A.Pollender und Chr. Luerssen zur Ent»Scheidung der Fragen herangezogen worden, ob der Pollen 1» oder mehrzellig sei, wie seine Wandungsstrukturbeschaffen sei usw. Nach Renner (Zur Biologie und Morphologie der männlichen Haplonten einigerOenotheren, 1919) lassen sich am reifen vollentwickelten Pollenkorn 3 Membranschichten unterscheiden; zuäusserst das Exospor, dann das am Grunde der 3 Ecklappen zu nach innen weit vorspringenden Ringen
Fig. 2244.
Oenothera sinuata L. a Blühende Pflanze, b Blüte.c Frucht, d Samen.