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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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blätter spitz. Das Höhenglied der alpinen und hochalpinen Stufe. In letzterer tritt als extremste Form auf:f. niväle (Haussknecht). Pflanze niedrig, kaum bis 10 cm hoch, aufrecht, rot überlaufen, armblütig. Laub«blätter klein, eiförmig, starr, zusammengedrängt. Blüten wenige, klein, etwa 8 mm lang. Diese gern amRande von Schneefeldern auftretende Form besitzt in ihrer Tracht grosse Aehnlidikeit mit E. alpinum.

Epilobium alsinifolium ist ein arktisch-alpines Element mit europäischer Verbreitung. Die Pflanzegehört in den Alpen zu den Charakterarten der in kalten Quellen und Quellsümpfen der subalpinen undalpinen Stufe sich einstellenden Montia.Cardamine amara Quellflur, bezw. deren Nebentypen, der Cratoneuron»Kalk«Facies und der Bryum Schleidieri.Kiesel.Facies. In der subalpinen Stufe stellte J. Nevole inobersteiermärkischen Quellen von 5,5° Juni« bis August«Temperatur als Begleiter fest Caltha palustris var.alpestris, Cochlearia Pyrenaica, Arabis bellidifolia, Nasturtium officinale, Saxifraga rotundifolia und Viola biflora.In der Lärchen «Arvenstufe gehören nach Emil Schmid zur charakteristischen Artenkombination Philonotisfontana, Deschampsia caespitosa, Carex frigida, Trichophorum caespitosum, Juncus filiformes, Allium Schoeno«prasum, Cerastium caespitosum subsp. fontanum, Saxifraga stellaris, Pinguicula vulgaris subsp. leptoceras undAster Bellidiastrum. Bei den Berninafällen im Oberengadin wächst die Art in Rinnsalen auf Sandbodenzusammen mit Equisetum variegatum, Carex microglochin, C. bicolor, C. incurva, C. frigida, C. fusca,C. capillaris, C. Oederi, Juncus triglumis und J. alpinus, Triglochin palustris, Cardamine amara, Saxifragaaizoides, Alchemilla coriacea, Tussilago Farfara usw. (Beger und Lüdi). Auch in der sich genetisch an.schliessenden Carex frigida.Assoziation tritt sie fast stets als Konstante auf. Infolge ihres oft rasigen Wuchsesbesitzt sie für alle diese Gesellschaften einen nicht unbedeutenden aufbauenden Wert.

Mehr als bei den anderen Epilobium.Arten ist bei E. alsinifolium der Unterschied zwischen denSamen, und den Innovationspflanzen auffällig. Die ersteren haben stets einen dünnen, einfachen, armblütigenStengel, an dem die Primärblätter nicht selten noch vorhanden sind, während die abgestorbene Niederblätteram Wurzelhalse fehlen. Sie bilden sehr zeitig, lange bevor die Blüten erscheinen, Stocksprosse aus (Fig. 2233a).Diese verlängern sich bis zum Herbste bis höchstens zur Länge eines Fingers, treiben zahlreiche Wurzeln undbilden nach dem Absterben der Mutterpflanze ein langes, kriechendes Rhizom. An wasserreichen Stellengelangen die Stocksprosse bisweilen noch im nämlichen Jahre zur Blüte; die Niederblätter färben sich dabeigrün, drängen sich mehr zusammen, werden lanzettlich.eiförmig und sitzen mit verschmälertem Grunde derAchse auf. Audi die stark rasigen Stöcke finden sich fast ausschliesslich an sehr wasserreichen Orten. DieBlüten sind in den Alpen anfangs proterogyn. Dann wachsen nach R. Stäger (Beihefte zum BotanischenZentralblatt. Bd. XXXI, 1914) die 4 äusseren Staubblätter bis 1 mm über die keulige Narbe, krümmen dieserdie stäubenden Beutel zu und können Autogamie hervorrufen. Die 4 kürzeren Staubblätter vermögen sich amEnde der Blütezeit ebenfalls bis zur Höhe der Narbe zu verlängern; Fremdbestäubung erfolgt daher nur zuBeginn der Anthese. Auch im Riesengebirge sind die Blüten schwach proterogyn. In den SkandinavischenGebirgen hingegen sollen sie nach Lindman homogan sein. Der Honig am Grunde ist durch wenige Härchengeschützt. Als Bestäuber kommen nach H. Müller Falter und Schwebfliegen in Betracht.

Bastarde. Von den Arten der Untergattung Euchamaenerium abgesehen, können sämtliche ArtenBastardverbindungen eingehen; ihre Zahl ist sehr gross und beträgt in dem behandelten Gebiet gegen 60.Ausdrücklich sei erwähnt, dass es sich dabei um einwandfrei festgestellte Hybriden handelt, während allezweifelhaften Uebergangsformen hier nicht berücksichtigt sind. Wer sich mit den Epilobien beschäftigt, mussauch in die Natur der Bastarde einzudringen versuchen. Denn ein Teil derselben ist häufig und kann mitSicherheit fast überall da gefunden werden, wo die beiden Eltern nebeneinander stehen-, der weitaus grössereTeil der Bastarde ist allerdings selten und weist nur wenige Fundorte auf. Als sehr ergiebig erweisen sichnamentlich subruderale Orte mit frischen Erdaufwürfen (Fig. 2222) und nassen Senken (z. B. Eisenbahndämme und.Gräben), wo bisweilen eine grössere Zahl von Arten vereinigt und durcheinander stehen können. Ver«hältnissmässig leicht zu erkennen sind diejenigen Bastarde, die aus Arten mit 4.teiliger (Schizostigma) undsolchen mit kopfig»keuliger Narbe (Systigma) entstanden sind, weil sie sich durch ihre deutlich intermediäre,sehr kurz 4»teilige Narbe auszeichnen. Ein weiteres gutes Unterscheidungsmerkmal geben die Innovationenvon Bastarden, wenn deren einer Elter Stocksprosse oder Ausläufer, der andere aber Stockknospen oderRosetten aufweist, weil dann die Bastardinnovation deutlich den intermediären Charakter erkennen lässt(Fig. 2237). Weiterhin geben die Laubblätter der Mischlinge manchmal gute Merkmale ab, sowohl hinsichtlich derBlattzähnung wie der Länge der Blattstiele (Fig. 2234 bis 2236). Endlich können auch die Samen zur Erkennungvon Bastarden wichtig sein, wenn sich Arten mit Samen ohne und solche mit durchscheinendem Anhängselkreuzen; der intermediäre Samen lässt dann bei entsprechender Vergrösserung meist deutlich das sehr kurzedurchscheinende Anhängsel erkennen. Nicht selten allerdings bereitet die Erkennung von Bastardenbesonders im getrockneten Zustand Schwierigkeiten; manchmal kann man nur an Ort und Stelle mitSicherheit die Hybridennatur feststellen. Da die Bastarde häufig z. T. steril sind, so geht ihre Fortpflanzungin der Regel auf vegetativem Wege vor sich; es ist auffallend, dass gerade bei ihnen die vegetative Vermehrung