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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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besonders üppig ist und die ihrer Eltern meist wesentlich übertrifft. Wissenschaftliche Untersuchungen überdie Bastarde sind erst in neuerer Zeit vorgenommen worden, wobei besonders die Frage der reziprokenBastarde gestreift worden ist. Mehrere Arbeiten hat E. Lehmann veröffentlicht (Lieber reziproke Bastardevon E. parviflorum und E. roseum, in der Zeitschrift für Botanik. Bd. X, 1918; Weitere Epilobien.Kreuzungen, inMitteilungen der Deutschen Botanischen Gesellschaft, Bd. XXXVII; Lieber Sterilitätserscheinungen bei reziprokverschiedenen Epilobium»Bastarden. Biologisches Zentralblatt. Bd. 44,1924; Die Gattung Epilobium, Bibliothecagenetica. Bd. I, 1925), ferner Correns (Botanische Zeitung, 1900; ders. Bibliotheca botanica. Bd. 53, 1901),J. Modilewski (Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Bd. XXVII, 1909), A. Akerman (Unter»suchungen über Bastarde zwischen Epilobium hirsutum und E. montanum. Hereditas, 1921), ferner O. Rennerund W. Kupp er (Artkreuzungen in der Gattung Epilobium. Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft.Bd. XXXIX, 1921); Margarete Oberreuter, Untersuchungen der Pollensterilität bei reziprok ver»schiedenen Epilobium«Bastarden (Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Bd. XLIII, 1925). Dieumfassendste Darstellung stammt von Karl Geith (Experimentell=systematische Untersuchungen an der GattungEpilobium. Botanisches Archiv. Bd. VI, 1924). Geith stellte fest, dass auf künstlichem Wege eine Kreuzungzwischen den Angehörigen der beiden Sektionen (Untergattungen) nicht möglich ist und dass innerhalbder Untergattung Euchamaenerium nur die Verbindung E. Dodonaei X E. Fleischeri sich erziehen lässt. Alslebensunfähig erwiesen sich ferner Kreuzungen von E. adenocaulon X E. parviflorum; die Samen dieser Hybridekeimten zwar, doch starben die jungen Pflanzen bald ab. Schwer lebensfähig und meist krüppelhaft erwiessich der auch in der Natur sehr seltene Bastard. E. parviflorum X E. collinum, ferner E. hypericifolium X E.adnatum, während die in der Natur ebenfalls sehr seltene Verbindung E. hirsutum X E. montanum nur teil»weise zu Missbildungen neigte. — Ueber die Dominanzverhältnisse in der Fi Generation macht Geithfolgende Angaben i es herrscht vor Grossblütigkeit über Kleinblütigkeit, Ueberneigen der Gipfel über straffaufrechten Wuchs, herablaufende Stengellinien über das Fehlen derselben, Stocksprosse über Stockknospen,diese wieder über Rosetten; meist handelt es sich aber nicht um absolute Dominanz. Was die Narbe anlangt,so dominiert die Vierteiligkeit über die Keulenform, die hirsutum»Narbe jedoch unterliegt der keuligen Narbeder Systigmagruppe, schlägt dagegen bei Verbindungen mit vierteiligen Narben mit ihrer Langzipfligkeitund Einrollbarkeit durch. Niedrigen Wuchs haben fast immer Kreuzungen mit E. palustre, während sich beisolchen mit E. adnatum der straffe Wuchs durchsetzt. — Reziproke Kreuzungen, d. h. Verbindungen, beidenen man die eine Art einmal als Eizellen, dann als Pollenparens benützt, zeigen in der Gattung vielfachUnterschiede, die Renner auf eine Verschiedenheit in der Konstitution des Plasmas zurückführt. Reine Metro«klinie konnte Geith in allen Fällen feststellen, wo Unterschiede in der Blattgestalt, »färbe und »zähnelung,ferner in der Knospenform, in der Narbengestalt und im Ueberneigen der Sprossgipfel vorliegen. Bei einemTeil der E. parviflorum», E. hirsutum», E. montanum» und E. hypericifolium»Bastarde tritt weder ausgesprochenePatro», noch Metroklinie auf, sondern es dominiert der jeweils grösserblütige parens. Die Sterilitätsverhältnisselassen bisher noch keinerlei Gesetzmässigkeit erkennen; teils sind Samen und Pollen gut ausgebildet, teilsentwicklungsunfähig. E. parviflorum $ X E. roseum Ö* hat 30 °/o gut entwickelte Samen, aber keinen Pollen»ansatz; E. roseum 9 x E. parviflorum O* hat gut entwickelte Pollen, aber keinen Samenansatz. Es spielenalso wahrscheinlich auch hier Reziprozitätsverhältnisse eine Rolle. — Luxuriantes Wachstum findet sich beiBastarden nicht selten, so nach K. Rubner bei der Verbindung E. parviflorum X E. roseum; durch starkeVermehrung der Bastardinnovation können hier sogar die Eltern verdrängt werden. Ein ähnlicher Fall liegtbei E. montanum X E. obscurum vor, ferner bei E. obscurum X E. palustre und E. parviflorum X E. palustre,über die von K. Rubner a. a. O. berichtet wird. Auffallend ist ferner, dass die Bastarde eine sehrverlängerte, sich bis in den Herbst erstreckende Blütezeit besitzen. Stengelfasziationen treten bei E. parvi«florum X E. roseum öfter auf, während sie bei den Eltern äusserst selten zu finden sind. Anormale Spross»bildungen wurden bei E. obscurum X E. roseum beobachtet; hierbei waren in den Laubblattachseln Vermehrungs»sprosse entstanden, die bogig aufsteigend sich zu Seitenzweigen entwickelten. Es handelt sich in diesemFall um zwei E. obscurum X E. roseum.Generationen, von denen die erste rein vegetativ und nur wenigentwickelt ist, während die zweite (die vegetativ aus der ersten entstanden war) Blüten und Kapseln mitsterilen Samen gebildet hat. [Vgl. Mitt. Bayer. Bot. Ges. Bd. II, Nr. 7 (1908) und Bd. III Nr. 6 (1914)].

I. Beide Eltern haben 4»teilige Narben (Kreuzungen innerhalb der Sektion Schizostigma).

E. hirsutum L. X E. parviflorum Schreb. (=E. subhirsütum Gennaris, = E. intermödiumRchb., = E. sericeum Schuhm., = E. rivuläre Kirschl., = E. hybridum Schur, = E. pycnotrichum Borb.).Im ganzen Gebiete zerstreut, doch stets selten.

E. hirsutum L. X E. montanum L. (= E. erröneum Hausskn.). Bisher nur bei Falkenhain inSchlesien, Neuburg a. D., Jütland (mehrfach), Richardhof bei Gumpoldskirchen (Niederösterreich), Vorarlberg;spontan im Berliner Universitätsgarten zwischen den Eltern entstanden.

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