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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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supinum. Auf feuchtem, aus Feinsand und Ton gebildetem und mit allodithonen organischen Stoffenversetztem Schlick der alpinen Stufe ist sie vielfach mit Ranunculus glacialis, Arabis caerulea und A. bellidi»folia, Saxifraga stellaris und S. aizoides, Gentiana Bavarica var. subacaulis, Androsace alpina und Veronicaalpina vereint. Diese von W. Lüdi als Epilobtetum alpini, von Braun.Blanquet als Arabid^tum caerüleaebezeichnete Pioniergesellschaft geht bei der genetischen Weiterentwicklung auf i ruhendem und überrieseltemFelsschutt in das Rumicetum nivalis mit Poa minor, Ranunculus glacialis, Thlaspi rotundifolium, Potentilla dubia,Taraxacum alpinum usw. über, während sie in der alpin«subalpinen Stufe durch das Epilobietum alsinifoliiabgelöst wird. Im Schwarzwald wächst die Art z. B. auf den Weidefeldern mit Montia rivularis, E. nutansund E. palustre und Pinguicula vulgaris. In den Schottischen Hochgebirgen ist sie ebenfalls in Quell«fluren anzutreffen, zusammen mit Carex vaginatum, Cerastium cerastioides, Thalictrum alpinum, Oxyriadigyna, Tofielda palustris, Polygonum viviparum, Saxifraga stellaris, Veronica alpina usw. Seltener wird sieals Schwemmimg bis in die montane Stufe herabgetragen. An überrieselten Felsen kann sie zu einem Petro»phyten werden. In den südfranzösischen Sevennen, wo sie als Glazialrelikt auftritt, wächst sie nach Braun»Blanquet gleich Luzula spicata sehr gut im Schatten von Buchen. Die Pflanze scheint vorwiegend überkristallinen Gesteinen aufzutreten. J. Murr nennt sie kieselliebend und auf reinem Kalke nur über tiefemHumus fortkommend, Braun »Blanquet (L'Origine et le d6veloppement des flores dans le massif central deFrance. 1923) kalkfliehend. Dagegen kommt sie stellenweise (z. B. im Berner Oberland, im Schanfigg usw.) auchauf Böden mit einem merklichen Karbonatgehalt vor. Die Blüten sind bei fehlendem Insektenbesuch nachAxell durch spontane Selbstbestäubung fruchtbar. Auch aus Grönland stammende Pflanzen zeigten diesesVerhalten. Samen aus einer feuchten Schneemulde in 2650m Höhe am Piz Beverin, die von Braun.Blanquet bereits Mitte August gesammelt worden waren, besassen eine Keimkraft von 92°/o. Als Parasitwurde auf der Pflanze Septöria Epilöbii Wstd. im Berninagebiet festgestellt.

1990. Epilobium alsinifölium Villars (= E. origanifölium Lam., = E. alpestre Schmidt,= E. alätum Hegetschw.). Mierenblätteriges Weidenröschen. Fig. 2195 und Fig. 2233.

Samenpflanze einfach bewurzelt; Innovationspflanze mit kurz=bogigem Rhizom, amWurzelhals meist zur Blütezeit (vielfach schon früher) zahlreiche, unterirdische, bleiche, imHerbste bis fingerlange Stocksprosse (Sobolen) treibend (Fig. 2233 a); Pflanze dadurch häufigrasig. Niederblätter fleischig, schuppig. Stengel aufsteigend oder aufrecht, 10 bis 25 cm hoch,der der Samenpflanze meist einfach und schwach, der der Innovationspflanze in der Regelkräftig und bisweilen schwachästig, mit nickendem Gipfel und 2 bis 4 herablaufenden, meistbehaarten Linien, sonst kahl. Laubblätter kurz gestielt oder fast sitzend, dicklich, dunkelgrün,glänzend; die unteren eiförmig=elliptisch, allmählich in den Stiel verschmälert, fast ganzrandig,kahl, klein, die mittleren eiförmig oder eiförmig=elliptisch, stumpflich, plötzlich in den sehrkurzen Stiel zusammengezogen oder auch keilig verschmälert, schwach geschweift=gezähnt.Blüten ziemlich gross; ihre Knospen eiförmig. Kronblätter 8 bis 12 (15) mm lang, etwa V 3länger als der Kelch, länglich=keilförmig, tief ausgerandet, mit 5 bis 6 tiefroten Adern. Narbeschwach keulig, oberflächlich etwas ausgerandet, doch nie 4=teilig. Kapseln dick, meist rotüberlaufen, im jugendlichen Zustande zerstreut drüsig behaart, später kahl; Kapselstiele drüsig.Samen spindelig, an der Spitze mit einem durchscheinenden Anhängsel, glatt (Fig. 2233 e und f). VI bis IX.

Truppweise oder in kleinen Herden an kalten Quellsümpfen, an und in Bachläufen,seltener auf feuchtem Geröll und in Schneemulden. Vorwiegend in der montanen, subalpinenund alpinen Stufe, seltener in der montanen Stufe: auf dem Feldberg bei 1300 bis 1400 m,im Riesengebirge zwischen 850 und 1300 m, in Salzburg schon bei 650 m, in den BayrischenAlpen zwischen (700) 1000 und 2000 m, in Tirol zwischen 1100 und 2760 m, in Steiermarkzwischen 1400 und 2000 m, in Graubünden von 1170m bis 2650 m, im Berner Oberlandvon etwa 1000 m an aufwärts, im Wallis von 1400 m bis 2540 m 1 ). Boden vag.

*) Die Pflanze wird von Ball am Riffelsee (Zermatt) bei 2750 m angegeben; doch konnte A. Thellungan diesem Orte nur E. alpinum finden.