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von Liechtenstein (zwischen Nendeln und Bendern) beziehen sich nach J. Murr (Neue Uebersidit über die Farn«und Blütenpflanzen von Vorarlberg und Liechtenstein. Bd. 2, 1923) wahrscheinlich auf den Bastard E. palustreX E. parviflorum. — In der Schweiz im Mittellande (besonders auf Molasse) ziemlich verbreitet, aberanscheinend nur sehr wenig tief (und dann fast immer auf humosen [meist torfigen] Böden) in die Alpeneindringend, so im Wallis nur von Vernayaz bis Salvan Im Rhonetal, in den nördlichen Voralpen z. B. beiEinsiedeln und in den Reusstälern; in den Südalpen z. B. im unteren Misox auf sandigen Alluvionen; im Juravielleicht ganz fehlend.
Allgemeine Verbreitung: Europa, nördlich bis Irland, Schottland, Dänemark,Skandinavien (bis Bergen, Fredrikshald, Bohus, Upland), Abo, Imatra, Estland und bis zurKarelischen Landenge, östlich bis Westrussland, Polen und Südrussland; Algerien.
Die ausserordentlich vielgestaltige und häufigverkannte Art hat in der Systematik der Gattungviel Verwirrung angerichtet, wozu in neuerer Zeitauch L6veill6 beigetragen hat. Die von letzteremunterschiedenen Formen sind zum grössten Teilewertlos, da er vollkommen übersieht, dass der Habitusder Samen« und der Innovationspflanzen wesentlichvoneinander abweichen kann (Näheres darüber siehebei K. Rubner, 1. c.). Folgende Einteilung dürftegenügen: var. Gillöttii (L6vl.) Thellung. Stengelaufsteigend, nie starr aufrecht. Laubblätter wagrechtabstehend, meist schwach gezähnelt. Flierher dief. ob tu sifölium Ldvl. Laubblätter abwärts gebogen,schlaff. So häufig an schattigen Orten. — f. elätiusHausskn. Stengel bis 1 m hoch, meist unverzweigt.Laubblätter meist dünn und schlaff. Zerstreut anfeuchten, schattigen Orten. — var. strictiföliumHausskn. Stengel steif aufrecht. Laubblätter sitzend,aufrecht abstehend oder dem Stengel angedrückt,stärker gezähnt. Hieher die f. lanceolätum K.Rubner. Fig. 2229 d, di. Laubblätter an der breitestenStelle über 5 bis 6 mm breit, lang zugespitzt. —f. angustissimum K. Rubner. (Fig. 2229e.) Laub»blätter lineaUlanzettlich, etwa 3 mm breit. Selten.
Epilobium obscurum gehört dem euro»päischen Elemente an. Die mit Vorliebe auf feuchten,humosen Böden auftretende und vorzugsweise mon-tane (subalpine?) Art findet sich z. B. an der west«preussischen Ostseeküste nach H. P r e u s s auf demBielawa-Moor zusammen mit Sieglingia decumbens,Eriophorum vaginatum, Carex panicea, Juncus supinusund J. squarrosus, Drosera rotundifolia, Radiolalinoides, Hypericum humifusum, Pedicularis silvaticausw. In Pommern ist sie an ähnlichen Orten zusammen mit Betula verrucosa var. Carpatica, Myrica Gale,Ledum palustre und Vaccinium uliginosum vereinigt. In Kiefernheiden stellt sie sich bisweilen anBachläufen und in seichten, kühlen Tümpeln ein. An Quellen sind vielfach Chrysosplenium oppositifolium undStellaria uliginosa ihre Begleiter. Bisweilen, z. B. in der Gegend von Freiburg (Baden), ist die Pflanze mit E. adnatumund E. Lamyi vergesellschaftet. Auf etwas feuchten Waldschlägen bedeckt sie zusammen mit Epilobiumangustifolium und E. montanum bisweilen weite Flächen. Als landwirtschaftliches Unkraut erscheint sie in derRegel nicht, kann aber, wie z. B. nach K. Rubner auf Neubruchädcern der Moorkulturstation Bernau amChiemsee (Oberbayern), besonders in Haferfeldern (Fig. 2230) erheblichen Schaden anrichten. Die Keim»pflanzen (Fig. 2197) können als Typus für die Untergattung Euepilobium betrachtet werden (Fehlen derEinbuchtung im vorderen Drittel der Laubblätter). Die Pflanze wird bisweilen, ähnlich wie E. roseum,E. palustre usw. durch Sphaerotheca Castägneioder Melämpsora Epilöbii Fckl. vollständig vernichtet. Heppfand bei Regensburg eine bemerkenswerte terafologische Missbildung der Innovationen an, indem die aneinem starken Spross sitzenden Innovationsblätter laubblattartig ausgebildet und gekräuselt waren.
Fig. 2230. Epilobium obscurum Schreber, als Unkraut ineinem Haferfeld der Moorkulturstation Bernau am Chiemsee,Phot. Dr. K. Rubner, München.