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1987. Epilobium obscürum Schreber (= E. teträgonum Pollich, = E. virgätum Lam.,= E. chordorrhizum Fries, = E. gemmiferum Lange). Dunkelgrünes Weidenröschen.
Fig. 2197, Fig. 2229a bis e und Fig. 2230.
Samenpflanze einfach bewurzelt; Innovationspflanze mit lang kriechendem Rhizom, zurBlütezeit mit langen, bindfadenstarken, oberirdischen Stolonen mit spärlichen, allmählich grösserwerdenden, selten in den Achseln Wurzeln treibenden Niederblättern. Stengel 20 bis 90 cmhoch, steif aufrecht oder bogig aufsteigend, einfach bis stark ästig, leicht zusammendrückbar,unten kahl, im Blütenstand fein kraus»haarig, mit 2 bis 4 wenig erhabenen,von den Rändern der Laubblätter herab»laufenden Längslinien, dunkelgrün oderrötlich überlaufen. Laubblätter dünn undschlaff oder dicklich und steif, ± eiförmigbis schmaManzettlich, zugespitzt, sitzendoder sehr kurz gestielt, matt dunkelgrün,entfernt klein gezähnt, die der Innovations»pflanzen schmäler (nicht selten lanzettlichmit ausgezogener Spitze), stärker gezähnt,kürzer gestielt und dem Stengel mehrangedrückt als die der Samenpflanzen.
Blüten klein, im Knospenzustand stumpf»lieh, angedrückt grau behaart. Kronblätternur 5 bis 7 mm lang, trüb»rotlila, scharfeingeschnitten. Narbe schmalkeulig. Kap»sein 5 bis 7 cm lang, auf 1 bis 2 cmlangen Stielen, angedrückt grauhaarig.
Samen verkehrt-eiförmig, dicht mit kurzenWarzen besetzt, ohne durchscheinendesAnhängsel an der Spitze, aschgrau (Fig.
2229 b und c). — VI bis IX.
Gesellig, häufig mit anderen Epi»lobien zusammen, in feuchten Wäldern,an Quellen, Bächen, in Mulden, ferner anGräben, an Ufern, auf Teichböden, aufMoor» und Torfwiesen, auf Kahlflächen,im Walde bisweilen aber auch antrockeneren Orten, ferner auf Alluvionenoder apophytisch auf Aedcern und Ge»treidefeldern. Von der Ebene bis in diesubalpine (?) Stufe: im Bayrischen Waldbis 1050 m (am Brennessattel), in Tirol bis 2200 m (?). Vorzugsweise auf Urgestein.
Die Verbreitung der Art ist z. T. noch ungenügend bekannt. In Deutschland scheinbar meistüberall häufig, besonders in den Mittelgebirgen verbreitet (doch im Alpenzug fast fehlend) strichweise aberauch nur zerstreut, so in Ost« und Westpreussen, Schleswig »Holstein, am Niederrhein usw. In Oesterreichin Böhmen verbreitet $ in Mähren zerstreut} in Schlesien bei Karlsbrunn, Einsiedel, Odrau, Ustron, Bielitz,Barania; in Niederösterreich bei Neuwaldegg, Harmannsdorf, Karlsstift und Schrems; in Salzburg sehr zerstreut; inTirol bei Halsl unweit Lizum und bei Alpein im Stubei (angeblich), sowie im Pustertal bei Antholz; in Steiermark beiOberwölz, in der Ragnitz und bei Kroisbach unweit Graz, bei Kirchberg, Gleichenberg, Schönstein, Sinners»dorf: aus Oberösterreidi und Krain bisher nicht bekannt; die Angaben aus Vorarlberg (am Kristberg) und
Fig. 2229. Epilobium obscurum Schreber. a Habitus derSamenpflanze mit Stocksprossen, b Samen von vorn, c von derSeite, d u. d\ Innovationspflanze der f. lanceolatumK. Rubnermit Stocksprossen, e i. angustissimum K. Rubner. — E.o b s cur um Schreber X E. par vif lorum Schreber. /Rhizommit Innovation (Fig. b und c nach Haussknecht).