Fig. 2222. Epilobium roseum Schreber (kaum rein). Phot. cand. med.Meta Lutz und Dr. G. H e g i, München.
Meist trupp» oder herdenweise auf etwas feuchten Böden in Hochstaudenfluren,Staudenlägern, lockeren Gebüschen, lückigen Nadelwäldern, auf feuchtem Geröll, lehmigen
Erdanrissen usw. In der Berg* undsubalpinen Stufe der Gebirge, seltentiefersteigend: in den Bayrischen Alpenbis 1840 m, in Tirol zwischen 1000und 1900 m, in Steiermark zwischen700 und 1700 m, in Graubündenzwischen 1300 und 2250 m; in denKantonen St. Gallen und Appenzellzwischen 1000 und 2000 m (ausnahmstweise noch viel tiefer [bei Marbach bei± 430 m]), im Wallis zwischen 1500und 2400 m, im Jura zwischen 800und 1600 m. Vorwiegend auf kalk»und humusreichen Unterlagen, dochauch auf Urgesteinsböden (Verrucano,Bündnerschiefer usw.).
In Deutschland in den Baye.rischen Alpen und Voralpen verbreitet, imVorland bei Attenloh unweit Tölz, zwischenValley und Weyarn 580 m, bei Wang am Schwarzen Grat (Württemberg) j im Bodenseegebiet am Rosenegger.berg; in der Baar bei Immendingen; im Schwarzwald am Feldberg; in den südlichenVogesen am Hohneck im Wormspel (Krabbenfels), im Frankental und am Roten-bachkopf; im Sächsischen Erzgebirge im Hütten« und Zechgrund bei Oberwiesental 1 );in den Sudeten über 800 m (besonders im Riesengebirge) verbreitet, auch auf demGlatzer Schneeberg und auf der Hohen Mense; in den Beskiden. — In Oesterreichin Böhmen (an Sachsen angrenzend) im Erzgebirge bei Gottesgab und (an Schlesienangrenzend) im Riesengebirge; in Mähren am Schneeberg, Fuhrmannstein, Brünnel»heide, Altvater, Peterstein, im Kessel, bei Smrk, Ondrejnik und Rajnochowitz; in denAlpenstaaten im Gebiete der nördlichen und südlichen Kalkalpen verbreitet, in denZentralalpen etwas seltener, so z. B. im Oberen Etschgebiet nur um Ploss (für Brennerbadfraglich), im Pustergebiet bei Prags, im Ampezzo, im Nons« und Sulzberg nur imobersten Val Meledrio usw., in Kärnten nur zerstreut, in Steiermark z. B. um Hohen«tauern, am Diesingsee, am Eisenhut und auf den Rotkofel, bei Murau, auf der Stub«alpe. — In der Schweiz im Jura strichweise (namentlich im Hochjura) häufig, anderer,seits im Neuenburger Jura ziemlich selten, z. B. bei Tourne, Noiraigue, am Creux.du.Vanund am Soliat, im Kanton Solothurn auf der Hasenmatt, am Weissenstein und an derRötlifluh, im Kanton Basel-Land bei Dietisberg, im Aargauer Jura ganz fehlend; in denVoralpen hie und da auf Flysch, Verrucano oder Nagelfluh, so z. B. am Tössstock undSchnebelhorn; im Rheintal bei Marbach (St. Gallen) wohl nur herabgeschwemmt; in denAlpen namentlich im nördlichen und südlichen Kalkgebiet häufig, in den Zentralalpenstark zurücktretend, im Berninagebiete und im Puschlav z. B. gänzlich fehlend, auch inden transalpinen Tälern nicht häufig.
AllgemeineVerbreitung: Pyrenäen, Mittelfranzösische Ge=birge (Forez, Monts Dore, Cantal), gesamte Alpenkette von Frankreichüber die Schweiz, Oberitalien und Deutschland bis Niederösterreich undKrain, Süd=Vogesen, südlicher Schwarzwald, Erzgebirge, Sudeten, Beskiden,
Karpaten, nördliche Balkangebirge.
') Die bereits von K. Prantl (Exkursionsflora für das Königreich Bayern, 1884) als fraglich angeführteAngabe von Mitterfels im Bayer. Wald, die auch O. Drude (Der Herzynische Florenbezirk) als „sehr merkwürdig*bezeichnet, ist unrichtig und sicher auf eine Verwechslung mit E. montanum L. f. verticillatum Koch zurückzuführen.
Fig. 2223. Epilobiumal p e st r e (Jacq.)Krocker.a ßlütenspross. b Blüte.c Kronblatt, d Samen.