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1981. Epilobium lanceolätum Sebastian! et Mauri (= E. montanum L. ß lanceolätumReichenb.). Lanzettblättriges Weidenröschen. Fig. 2219 und 2220.
Pflanze mit gebogenem, abgebissenem Rhizom; am Wurzelhals nach der Blütezeit(meist erst im Herbste) ausläuferartige, sich bisweilen bedeutend verlängernde Stocksprossetreibend; Innovationsblätter (an der erwachsenen Pflanze) den Stengelblättern sehr ähnlich,doch fleischiger, grösser, länger gestielt und unterseits stärker geädert. Stengel 20 bis 60 cmhoch, in der Regel kurzbogig aufsteigend, seltener steif aufrecht, einfach oder mit aufrechtenÄsten, mit feinen kurzen, angedrückten Haaren und im Blütenstand mit eingestreuten,abstehenden Drüsenhaaren, häufig rot überlaufen, in den Laubblattachseln häufig kleinerosettig gestauchte Seitenzweige tragend. Laubblätter länglich=eiförmig, beiderseits gleichmässig
verschmälert, an der Spitzestumpflich, am Grunde keilig(nicht verbreitert) in den4 bis 8 mm langen Stiel zu*sammengezogen, im unterenTeile ganzrandig, am Randeund auf den Nerven feinflaumig behaart, bläulich»grün, häufig rot überlaufen.Blüten 6 bis 10 mm lang,im Knospenzustand eiför»migdänglich, stumpf oderkurz stachelspitzig, ange»drückt grauhaarig, nickend.Kronblätter anfangs weisslich,später rosa. Narbe 4=teilig.Kapseln 6 bis 7 mm lang,grau behaart, mit einge»streuten, kurzen, abstehenden Drüsenhaaren. Samen wie bei E. montanum, doch meistdunkler gefärbt und schwächer warzig (Fig. 2219b und c). V bis VIII, gelegentlich bis Anfang X.
Gesellig an steinigen, ± feuchten Orten, buschigen Hängen, in lichten Wäldern, aufWaldschlägen, an Felsen, in Steinbrüchen, auf Mauern, an Wegrändern, selten auf Torfmooren.Vorwiegend in der Hügelstufe, seltener montan. Anscheinend nur auf kieselhaltigen Böden:Buntsandstein, Melaphyr, Basalt, Porphyr, Granit, Gneis, Chersantit usw.
In Deutschland in den linksrheinischen Gebirgen verbreitet, nordwärts seltener werdend und biszur Eifel reichend, rechts des Rheins im Badischen Schwarzwald verbreitet, in der Rheinebene bei Waghäusel,in den nördlichen Vorbergen beim Wolfsbrunnen und im Dreitrögetal am Königsstuhl bei Heidelberg, imOdenwald sonst sehr zerstreut, im Rheingaugebirge bei Olbridi, häufig im unteren Lahntal, hie und da auchin den übrigen mittelrheinischen Gebirgen nördlich bis Bensberg (östlich Köln), im Spessart am Stängerts beiAschaffenburg, in der Rhön bei Brückenau, am Dammersfeld, Rabenstein, Pilster und Altenberg bei Kissingen,im Frankenwald im Höllental bei Lichtenberg, im Thüringer Wald bei Saalburg bei Klostermühle und amEttersberg bei Weimar, an der mittleren Weser zwischen Höxter und Wehrden, bei Carlshafen und verbreitetum Boffzen; im Harz nur an der Goslarer Gleie, im sächsischen Elbhügelland bei Oberau und Meissen. —In Oesterreich in Mähren bei Znaim und bei Neuhäusel unweit Baumöhl; angeblich kommt die Pflanzeauch in Niederösterreich am Kahlenberg bei Wien und in Südtirol vor. — In der Schweiz nur im unterenWallis bei Besses ob Fully und bei Outre.Rhöne.
Allgemeine Verbreitung: Westliches und südliches Europa, England (vonSurrey bis Cornwall, Monmouth und Gloster, KanaHnseln), Frankreich, Westdeutschland,Südschweden, Süd=Finnland, Ingermannland, Ungarn, Südwest=Schweiz, Pyrenäenhalbinsel,