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verschleppt, in den Alpen häufig in den Urgesteinsgebieten der Kantone Waadt, Wallis, Tessin, Bern, Schwyz,Uri, Unterwaiden, St. Gallen, Glarus und Graubünden.
Allgemeine Verbreitung: Europa, einschliesslich Island, östlich bis zum Ural,südlich bis Südrussland, bis zum Balkan und durch die Alpenkette bis nach Spanien; Grönland.
Die Art ist ziemlich veränderlich. Wohl reine Standortsformen sind: f. elätius Hausskn. Stengeletwa 40 cm hoch, reichlich beblättert. So im Hügelland und in der unteren Bergstufe. — f. umbrösumHausskn. Stengel kräftiger und höher. Laubblätter hellgrün-, dadurch an E.montanum erinnernd. Schattenform.—f. minus Hausskn. Pflanze niedrig, häufig nur 10cm hoch. So in hohen Lagen, z.T. wohl auch Kümmer.formen. — f. latifölium Hausskn. Untere Laubblätter länglich«eiförmig, stumpf, kaum gezähnt, die übrigeneiförmig, mit abgerundetem Grunde. — Wichtiger erscheinen: var. angustifölium Hausskn. Laubblätterschmal, beidendig lang ausgezogen, stärkergezahnt. — var. Ozan6nsis F. Schultz.
Fig. 2217 b. Laubblätter meist alle gegen«ständig, lang gestielt. Bisher nur bei Reichen-hall und Velburg in der Oberpfalz.
Epilobium collinum gehört demeuropäischen Elemente an. Das Schwer«gewicht der Verbreitung liegt teils in denarktischen Gebieten (bis nach Grönland rei«chend), teils in der montanen bis subalpinenStufe der mitteleuropäischen Gebirge. Dieklimatisch etwas kontinentale Art kann alsguter Kieselzeiger bezeichnet werden,wenngleich sie vereinzelt auch auf Kalkund kalkreichen Gesteinen (z. B. Bündner«schiefer) anzutreffen ist. A. Thellung(Le monde des plantes, 1924) hebt für dieUmgebung von Wengen hervor, dass diePflanze dort an den natürlichen, kalk«reichen Felsen fehlt, aber überall auf denkünstlich aus Granit erbauten Mauern ver«breitet ist. In der Regel wächst sie aufGranit«, Gneis«, Porphyr« und Melaphyr«boden, tritt aber auch häufig auf Quarz,
Basalt und Rotliegendem auf. Auf aus«gesprochenen kieselhaltigen Sandböden istsie meist selten. Kulturen auf Kalk gehenohne grosse Schwierigkeiten vor sich. DiePflanze findet sich im Gegensatz zu demnahe verwandten und recht ähnlichen E.montanum mehr an trockenen, sonnigenOrten und ist weniger eine humus»bewohnende Gehölzpflanze als vielmehrein Bewohner felsiger Orte. Die ökolo»gischen Unterschiede beider Arten zeigensich bereits bei den Keimpflanzen dadurch, dass die Wurzeln von E. collinum viel stärker in die Längewachsen als die von E. montanum. An felsigen Syenithängen bei Dresden ist die Art zusammen mitCotoneaster integerrima und Hieracium Schmidtii anzutreffen. In niederen Lagen ist sie auch für aus kalk«armen Steinen errichtete Mauern charakteristisch. In den Alpen gehört sie ebenfalls zu den fakultativenPetrophyten. Bezeichnende Begleiter sind z.B. nach Dalla Torre und Sarnthein in den Tiroler Ur«gesteinsalpen zwischen 1100 und 1600 m vor allem Sedum annuum und S. dasyphyllum, Sempervivumarachnoideum, Silene rupestris und Potentilla grandiflora. In der subalpinen und alpinen Stufe schliesst sich diePflanze auch gern dem Primuletum hirsuti an. Bisweilen wird sie auf Silikatgeröllhalden zu einem Besiedlungs«Pionier, begleitet von Allosorus crispus, Rumex scutatus und Erigeron Atticus. Auf Moränenböden siedeltsie sich gern und früh nach dem Rückzug des Eises mit Dryopteris Lonchitis und D. lobatum, Aspleniumvir ide und Campanula cochleariifolia an. Die Blütenbiologie entspricht derjenigen von E. montanum.
Fig. 2217. Epilobium collinum Gmelin. a Habitus des Typus, b Habitusder var. Ozanensis F. Schultz, c Blüte, d Laubblatt, e und / Samen.