Druckschrift 
5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
830
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

830

und zwischen Dorf Schneeberg und Elend, im Böhmischen Mittelgebirge am Milleschauerund am Donnersberg; im Thüringischen Vogtlande am Lagweg bei Greiz. Eingebürgert inmehreren Botanischen Gärten (Berlin, Prag, Helsingfors) ; wild ferner in Schweden bei Gärdshult.

Die eigenartige, bisher nur von den wenigen oben angegebenen Orten bekannte Pflanze zeigtzweifellos eine sehr nahe Verwandtschaft zu E. montanum, unterscheidet sich aber von diesem sofort und zwarsdiarf durch die völlige Ganzrandigkeit der Laubblätler und die kleineren Blüten. Da diese Eigenschaftensich in der Kultur seit der Entdeckung der Pflanze durch Tausch erhalten haben, so besteht keine Ursache,die Artberechtigung zu bezweifeln. Auch die Annahme, dass E. hypericifolium eine Kreuzung zwischenE. montanum und E. palustre sei, lässt sich nicht aufrecht erhalten. Geith hat in einer neuen Arbeit

(Experimentell-systematische Untersuchungen an der GattungEpilobium. Botan. Archiv, 1924, Heft 1 bis 3) die Vermutungausgesprochen, dass E. hypericifolium eine E. montanum-Mutantesein könnte. Dafür spricht die Fruchtbarkeit der Bastarde undderen oft stärkere Zähnelung trotz der Ganzrandigkeit dieser Art.Letztere Eigentümlichkeit erklärt Geith damit, dass bei E. hyperici»folium ein die Laubblattzähnung bedingendes Gen unterdrücktist, das bei ihren Bastarden wieder wirksam wird.

1979. E. Duriaei 1 ) Gai ( E. montanum L. var. DuriaeiF. Schultz, = E. montanum L. var. Hoheneckiänum Kirsch«leger). Durieu's Weiden röschen. Fig. 2215 u. 2220.

Samenpflanze einfach bewurzelt; Innovations»pflanze mit ziemlich langkriechendem Rhizom; Stock»sprosse unterirdisch, bis 10 cm lang, blass, ziemlich dick,an der Spitze mit einer rundlichen, geschlossenen Gemme;Niederblätter gegenständig, blass, fleischig, entfernt ange»ordnet. Stengel 25 bis 40 cm hoch, rund, ohne herab»laufende Linien, allenthalben mit sehr kurzen, weiss»liehen Kraushaaren bedeckt. Laubblätter bis zum Blüten»stand gegenständig, dünn, weich, freudiggrün; dieuntersten eiförmig=länglith, lang in den Stiel herab»laufend, fast ganzrandig, die folgenden eiförmig, beid»seitig gleichmässig verschmälert, mit abgerundetem Grundeund stumpflicher Spitze, entfernt schwach gezähnt, diemittleren Laubblätter fast sitzend, mit entfernt stehenden,schwieligen Zähnchen, die oberen aus herzförmigemGrunde in eine längere Spitze vorgezogen oder mitabgerundetem Grunde lanzettlich zugespitzt, entferntscharf gezähnt, alle beiderseits, besonders am Rand undan den Nerven, mit weisslichen, feinen Kraushaarenbedeckt. Blütenstand armblütig, drüsig behaart. Blütenziemlich gross, 10 bis 12 mm lang, im jugendlichenZustand etwas nickend. Kelchblätter an der Spitze kurz zugespitzt, blassgrün, fast kahl; Achsenbecherfein behaart. Kronblätter rosa, doppelt so lang als der Kelch. Narbe 4=spaltig. Kapseln dicklich,

') Benannt nach Michel Charles Durieu de Maisonneuve, geb. 1796, gest. 1878, einem fran«zösisdien Botaniker, der sich grosse Verdienste um die Erforschung der Flora von Südfrankreich, Spanienund besonders Algerien erworben hat. Eingehend hat er sich auch mit der Gattung Isoetes befasst. IsoetesDuriaei Bory ist nach ihm benannt. Neben der Schreibweise Duriaei finden sich bisweilen die FormenDuriöui (die sich am meisten an den Eigennamen anschliesst) oder Duriei. Eine ähnliche unscharfe Latinisierungwird von Linn 6 für die Gattung Jussi6ua angewendet, die bald in dieser Form, bald Jusiaea, Jussiöaoder Jussidva geschrieben wird.

Fig. 2214. Epilobium hypericifolium Tausch.a Blühende Stengelspitze, b Habitus, c Samenvon der Breitseite, d von der Schmalseite (Fig. dnach Haussknecht").