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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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in Norddeutschland bekannt und zwar in den mit Roggen und Hafer angebauten Neubruchäckern in dernordwestlichen Tiefebene, ebenso in den Kartoffelfeldern in Ost- und Westpreussen, sowie in Pommern.Mit E. angustifolium verunkrautete Getreidefelder sind bisweilen zur Blütezeit dieser Art ganz rot gefärbt und diespäter aufgesetzten Garben müssen lange Zeit zum Trocknen stehen bleiben, weil ein Einbinden der Epilobium.Stengel sonst unvermeidlich Schimmel erzeugt. Auf Kartoffeläckern nimmt das Wuchern meist einen nicht so starkenUmfang an. Im Kreise Diepholz mussten Moor.Versuchsfelder in Wiesen und Weiden umgelegt werden, weilder gepflügte Boden stellenweise ganz weiss von Stocksprossen war und weil trotz sorgfältiger Reinigung nach derBestellung immer wieder neue Pflanzen aufgingen. Als Vernichtungsmittel hilft, solange die Pflanzen nocheinzeln stehen, nur ein vollständiges Jäten, bei stärkerem Befall nur Schwarzbrache oder Umwandlung derbefallenen Flächen in Wiese oder Weide. Eine Neueinwanderung des Schädlings ist deshalb meist wahrscheinlich,weil sich die Pflanze gern an Grabenrändern ansiedelt, von denen sie dann wieder leicht zurückwandert(nach Mitteilungen der Betheler Zweiganstalten im Wietingsmoor und der Landwirtschaftlichen KreiswinterschuleDiepholz). An lockeren, rutschenden Böschungen bildet die Pflanze einen beachtenswerten Bodenfestiger. InThüringen erscheint sie gern in feuchten Eisenbahneinschnitten neben Glaucium luteum, Collomia grandifloraund Melilotus.Arten. Als Pionier kommt die Pflanze auch auf Moränenschutt vor, so z. B. nach E. Frey

Fig. 2202. Epilobium angustifolium L. a, a 1 Wurzelausläuter. b und c Querschnitt durch ein Laubblatt, d Epidermisder Laubblattunterseite (von aussen gesehen), e Zahn des Laubblattes (b bis e nach Tschirch-Oesterle).

am Oberaargletscher bei 2280 m zusammen mit Saxifraga oppositifolia und S. aizoides, Hutchinsia alpina var.brevicaulis, Salix retusa, S. hastata und S. reticulata, Epilobium Fleischen usw. Als Gelegenheitsepiphyt wurdesie wiederholt auf Weiden (Salix alba) beobachtet.

Die Blütenbiologie der Pflanze hat für die Erforschung des Sexuallebens im Pflanzenreiche einewichtige Rolle gespielt. Als erster beschrieb J. G. Koelreuter (Vorläufige Nachricht von einigen dasGeschlecht der Pflanzen betreffenden Versuchen und Beobachtungen, 1761) die Blüteneinrichtung; doch erkannteerst Chr. Sprengel, der Altmeister der Blütenbiologie, die Erscheinung der Dichogamie (vgl. Das entdeckteGeheimnis der Natur, 1793). Er selbst sagt darüber folgendesiIm Sommer des vorgenannten Jahres (1790)entdeckte ich an dem Epilobium angustifolium L. etwas, worauf ich selbst nie würde gefallen sein, nämlich,dass nicht jedes Individuum vermittels seines eigenen Staubes befruchtet wird, sondern die älteren Blumenvermittels desjenigen Staubes, welchen die Insekten aus den jüngeren Blumen in dieselben schleppen. DieseEntdeckung verbreitete ein grosses Licht über viele von meinen früheren Entdeckungen." Bemerkenswert istdie Tatsache, dass Epilobium angustifolium in tiefen Lagen rein proterandrisch ist, während in mittlerenHöhen Pollen und Narben gleichzeitig reifen und in den hohen Lagen sogar Proterogynie zu beobachten ist.Das Oeffnen der Blüten erfolgt in der Traube von unten nach oben. Die Bestäubung geht meist frühzwischen 6 und 7 Uhr vor sich; abends und nachts sind die Blüten geschlossen. Der Fruchtknoten sonderteinen süssen Saft ab, der sich in dem von den unten verbreiterten Staubblättern gebildeten Honigraum