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Hausskn. Stengel und Laubblätter unterseits, besonders auf dem Mittelnerv flaumig behaart; auch die Kelchblätterstärker grauweisslich. Nicht selten, auch zwischen dem Typus. — var. Ruessi Hepp et Schuster. Stengelähnlich, aber stärker als bei der var. pubescens behaart. Laubblätter dicht gedrängt, mit den Rändern einanderdeckend. Kapsel dicht schneeweiss filzig. So im Pfrontnerried im Allgäu. — var. nänum Hepp et Rubner.Pflanze niedrig. Grundständige Laubblätter lang, keilig in den Stiel verschmälert. Blüten gross. Selten. —f. cuspidätum Hausskn. Laubblälter in eine verlängerte, feine Spitze ausgezogen, meist auch die Knospenstark zugespitzt. — f. petiolätum Hausskn. Laubblätter kurz, aber deutlich gestielt. — f. parviflörumHausskn. Kronblätter nur halb so lang und schmäler als beim Typus. Selten. Bayern: Reichenhall. — f. macro»phyllum Hausskn. Laubblätter gross und schlaff, unterseits mit stärker hervortretenden Nerven. —f. foliösum Hausskn. Blütenstand bis zur Spitze völlig entwickelte Laubblätter tragend. — f. albiflörumHausskn. Kronblätter weiss (als Uebergang hiezu f. pallidum Luerssen mit rosafarbenen Krön,blättern). Selten.
Epilobium angustifolium gehört dem zirkumpolaren Elemente an. Die durch ihre grossen, aberziemlich vergänglichen, purpurroten Blüten wohlbekannte Pflanze gehört zu den charakteristischsten Schlag»
pflanzen der Mitteleuropäischen Floraund tritt als solche in oft ungeheurenMengen mit Senecio viscosus undS. silvaticus, Galeopsis Tetrahit,Rubus.Arten, Turritis glabra, AtropaBelladonna, Milium effusum, Holcuslanatus usw. auf. Die ausserordent»lieh rasche Besitzergreifung solcheroder anderer kahler Flächen erklärtsich durch die bedeutendeFlugfähigkeitder mit einem Haarschopf versehenenSamen, sowie durch die leichte vege«tative Vermehrung, aber wahr»scheinlich auch dadurch, dass dieSamen lange Zeit im Boden liegenkönnen, um erst bei entsprechenderEinwirkung von Wärme und Feuch-tigkeit zu keimen. Auch stellt dieArt nach Hesselmann (Studienüber die Verjüngungsbedingungender norrländischen Kiefernheiden.Mitteilungen der schwedischen forst»Mg. 220 t b. Epilobium angustifolium L., mit reifen Früchten. Phot. V. Zünd, München. liehen Versuchsanstalten, 1910, 1916)
eine typische Nitratpflanze dar,
welche die für das Wachstum der Bäume so ungemein wichtige Nitrifikation der Böden (d. h. den Abbauhochmolekularen Stickstoffs in Ammoniak und Salpetersäure infolge Oxydation) anzeigt. Da nun bei derFührung eines Kahlschlages in Nadelholzbeständen die dort aufgespeicherten Humusmassen infolge plötzlicherEinwirkung von Feuchtigkeit und Wärme eine starke Nitrifikation zeigen, liegen die Ernährungsbedingungen fürdie Pflanze sehr günstig. Die Vorliebe für Stickstoff bergende Siedlungsorte zeigt sich auch darin, dass diePflanze (besonders in den Alpen) nicht selten in grösserer Menge auf Viehlägern erscheint, so z. B. auf derMädriger Alp im Schanfigg (Graubünden) auf einem Schafläger zusammen mit Aconitum Napellus, Cheno»podium Bonus Henricus, Urtica dioeca, Ranunculus acer, Alchemilla sp., Stellaria media, Epilobium alpestre,Myosotis silvaticausw. Im EbersbergerForste(Bayern) bedeckte das Wald»Weidenröschen nach dem starken Nonnen»einfall 1890 bis 1892 auf weite Strecken hin und mehrere Jahre lang den kotbedeckten Boden. Durch dierasche Aufzehrung der Nitrate wirkt die Pflanze an und für sich schädigend (bisweilen auch durch die Ver»dämmung anderer Pflanzen) j jedoch ist vom forstlichen Standpunkte aus der Schutz höher zu bewerten, den ihreMassenbestände den jungen Forstpflanzen gegen Sonne und Frost gewähren. Mit dem allmählichen Heran»wachsen derselben geht die Pflanze ziemlich rasch zugrunde. Das vielfach zu beobachtende Auftreten aufAmeisenhaufen erklärt sich nach R. Stäger (Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft,1924) daraus, dass die Nester dieser Tiere bedeutende Humusmassen enthalten und zudem eine stark erhöhteTemperatur (bis zu 25 0 Wärme und mehr) besitzen. Auch werden die Samen durch Ameisen verschleppt. Für Brand»flächen ist Epilobium angustifolium besonders in Nordamerika bezeichnend, weshalb es dort als Wahrzeichen vonBrand, und Raubbau gilt. Als lästiges, viel auftretendes landwirtschaftliches Unkraut ist es in grösserem Umfange nur