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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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ansammelt und von dort durch die Insekten (besonders Honigbienen, Hummeln und andere Hymenopteren)herausgeholt wird. An der Bildung der Schaufläche (floraler Schauapparat) beteiligen sich ausser den viersymmetrisch rechts und links angeordneten Kronblättern auch die vier mit ihnen abwechselnden Kelchblätter,besonders das unterste, das in der grossen zwischen den beiden untersten Kronblättern vorhandenen Lückesteht (Fig. 2203 a). In den frisch geöffneten Blüten sind die Staubblätter nach vorwärts ausgestreckt und anihren Staubbeuteln die aufgesprungene Seite nach oben gewendet (Fig. 2203 b); dadurch wird den Insektenein geeigneter Sitzplatz geboten und der Pollen ihnen an die Unterseite angeheftet. In diesem Zustand istder Griffel noch kurz und die 4.teilige Narbe ist noch nicht entfaltet. Sind die Staubbeutel verwelkt, dannbiegen sich die Staubblätter scharf nach unten, wogegen sich der die Narbenäsle tragende Griffel nachvorwärts streckt (Fig. 2203 c); ihn benützen nunmehr die Insekten als Anflugstange und setzen an derempfangfähigen Narbe die von jüngeren Blüten mitgebrachten Pollen ab. Die Bewegungen der Staubblätterund des Griffels gehen, wie H. Vöchting (lieber Zygomorphie und ihre Ursache. Pringheims Jahrbücher,XVII) zuerst nachgewiesen und W. Troll (Ueber Staubblatt» und Griffelbewegungen und ihre teleologischeDeutung. Flora. N. F. Bd. XV, 1922) bestätigt hat, nicht autonom vor sich, sondern werden hauptsächlich durchvon geotropischen Reizen beeinflusstes Streckungswachstum hervorgerufen. Die Blüten besitzen nach K.Purin ger einen höheren Gerbstoffgehalt als die Laubblätter, was möglicherweise bei der Kurzlebigkeit derBlüte (wie bei der von Knautia) mit der Atmung in Beziehung steht. Die zahlreich reifenden Samen sind

usw. Für Kulturen in Gärten wird besonders die schöne var. neriiflörum Hausskn. empfohlen; doch ist bei demleichten Wuchern der Pflanze gewisse Vorsicht geboten. Die jungen Laubblätter geben einen guten Salat oder wieKohl zubereitet ein gutes Gemüse. Letzteres lässt sich auch aus den nahrhaften, etwas süsslich schmedcendenStocksprossen, sowie aus den jungen Trieben bereiten, wenn sie ähnlich wie Spargel zubereitet werden. DieLaubblätter werden ferner in Russland massenhaft dem chinesischen Tee beigemischt oder werden als Kurilischer,Koprischer oder Koporka=Tee, auchIwan Tschai" geheissen, in den Handel gebracht. Ferner dienen sie zurVerfälschung der Tausendguldenkraut=Droge, von der sie sich aber durch ihre lineaUlanzettliche Gestalt, dieentfernt stehenden, kleinen, stumpfen, knorpeligen, rotbraunen Zähne und den starken Mittelnerven (Fig. 2202 c)leicht unterscheiden lassen. Auch schmecken sie nicht bitter, wirken aber zusammenziehend. Von Kühen,Pferden, Ziegen, Schafen, Renntieren usw. wird das Kraut gern gefressen ; bei den erstgenannten Tieren solles die Milchabsonderung begünstigen. Die Samenwolle wird ähnlich wie die der Weiden und Pappeln und diePerigonborsten von Wollgrasarten zum Gebrauche (und zwar bereits 1774) empfohlen. Allein lässt sie sich abernicht verspinnen, jedoch gemischt mit Baumwolle oder Wolle. Linquist hat eine Maschine erfunden, um dieWolle von den Fruchtklappen und dem Samen zu reinigen. Am brauchbarsten ist das Gewebe für Lampen,dochte, die Wolle als solche als Polstermaterial. Neuerdings sind auch Versuche zur Gewinnung der Rinden«faser als Juteersatz gemacht worden (vgl. Haunasek, T. F. Die Weidenröschenfaser. Der Textilmeister,Leipzig, 1915, sowie Schumann, K. Verfahren zur Erzeugung einer Gespinnstfaser aus Epilobium angusti«folium. Zeitschrift für angewandte Chemie 1914). In den früher als Heilmittel verwendeten Wurzeln (rädixLysimachiae chamaenerion) wurdenZucker", Gerbstoff, Schleim, Pectin, Oel usw. nachgewiesen. Die Zahlder auf der Pflanze auftretenden Schmarotzer ist ziemlich bedeutend. Genannt seien die Ascomyceten Didy>m£lla fen£strans (Duby), Helötium herbäceum (Pers.), Ldchnum cland^stinum (Bull.), Leptosphaeria doliölum(Pers.), Metaspheeria complanäta (de Not.), Mollisia aträta (Pers.), Trichosphaeria Elisae Mariae Sacc., fernerPuccinia Epilöbii teträgoni (DC.), Pucciniästrum Epilöbii (Chaill.), Ramuläria Epilöbii Karst, und Sphaeroth6cahümuli (DC.). Zoocecidien werden durch Aphalära nebulösa Zett., Ceuthorrhynchus Epilöbii Payk, Mömphadecorölla Steph., zwei Perrisia=Arten und Eriophyidärum sp. hervorgerufen.

Mg. 2203. Epilobium angustifolium L. a und b Junge Blüte im männlichen Zustand.c Aeltere Blüte im weiblichen Zustand nach Entfernung von 2 Kronblättern(nach O. v. Kirchner).

ausgesprochene Lichtkeimerund ergeben nach W.K in«zel nach 5 Tagen 66°/o undbis zum 12. Tage93°/o Keim"linge, wogegen im Dunkelnin den gleichen Zeitab-schnitten nur 12 bezw. 63°/oSamen zum Austrieb gelan«gen. Blaues Licht ruft fasteinen Keimungsstillstand her-vor. Infolge des leichtenWindtransportes findet sichdie Pflanze nicht selten alsUeberpflanze auf Bäumen,oder aber auch auf Mauern