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striezein [Gestalt der Früditel] (Böhm. Erzgebirge), Brandgras, .kräutig (Schlesien), Mooskraut(Böhmerwald), Busch«, Jägerblume, Ottergras, fette Hühner, Leberkraut, Bins (Riesen,gebirge), Hexachrut (St. Gallen). — Im romanischen Graubünden heisst die Pflanze chevrets,vasclas d'chevra.
Ausdauernde, 60 bis 120 (200) cm hohe Pflanze mit weitkriediendem Wurzelstodc(Fig. 2202a,ai); Stockknospen unterirdisch, mit dadiziegelig angeordneten, fleischigen Nieder»blättern, zur Vegetationszeit zu fleischigen, blassen, feinfaserig bewurzelten Stocksprossen aus»wachsend und mit der Erreichung der Erdoberfläche sich zu beblätterten und blühendenStengeln entwickelnd (Fig. 2202 a,ai); Zwischenglieder der Stocksprosse im Spätherbst absterbend.Stengel rund oder leicht kantig, aufrecht oder aufsteigend, einfach, seltener verzweigt, oft rotüberlaufen, zumeist kahl. Laubblätter schlaff, meist zerstreut angeordnet, länglich oder lineal»lanzettlich, sitzend oder kurz gestielt, am Grunde plötzlich abgerundet oder ^ allmählichverschmälert, am Rande zurückgerollt, mit sehr kleinen, schwieligen Zähnen (Fig. 2202 e),unterseits blaugrün, mit zahlreichen, hervortretenden Nerven (Mittelnerv oberseits leichtgefurcht); Stengelblätter allmählich, seltener plötzlich, in die Hochblätter mit pfriemlicher Spitzeübergehend. Blütentraube endständig, vielblütig, am Grunde meist beblättert, weiter hinaufmit eigentlichen Tragblättern. Blüten gross; ihre Knospen eiförmig, plötzlich zugespitzt oderauch länglich, gegen die Spitze allmählich verschmälert. Kelchblätter lineaWanzettlich, fast solang wie die Kronblätter, aussen rötlich, sehr schwach behaart. Kronblätter verkehrt=eiförmigoder rundlich, benagelt, die unteren kleiner als die oberen, etwas zurückgebogen, purpurrot,selten weiss. Staubblätter am Grunde verbreitert, zusammenneigend; Staubbeutel länglich.Griffel am Grund meist etwas behaart, nach unten gebogen; Narbe 4=teilig, ihre Zipfel erstspäter zurückgebogen, anfänglich zusammenneigend. Kapseln oft rot überlaufen, mit sehrkurzen Haaren besetzt; Klappen nach dem Aufspringen etwas zurüdcgerollt. Samen länglich,beidseitig verschmälert; Samenschale glatt. Primärblättchen des Keimlings ± rhombisch(Fig. 2196). — VI bis VIII.
Im ganzen Gebiete verbreitet, wenn auch nicht überall gleich häufig. Vielfach herdenweisean Waldrändern, an felsigen oder sandigen Berghängen, auf Waldschlägen, Brandflächen, Moränen»böden, in Murbrüchen, im Flussgeschiebe, in feuchten Mulden, auf Viehlägern und Triftplätzen,zwischen Gebüschen, auf Heiden, oft in ungeheueren Mengen als Unkraut auf torfigenAeckern und auf Sandboden, in entwässerten Heidemooren, an Bahndämmen, seltener aufDünen, am Meeresstrande usw.; bisweilen als Zierpflanzen gehalten und in und aus Gärten ver»wildernd. Von der Ebene bis in die alpine Stufe: in Bayern bis 1870 m (am Jenner), inTirol bis 2400 m (in Südtirol meist erst von der Bergstufe an aufwärts, seltener tiefer unddann wahrscheinlich nur herabgeschwemmt, so bei Burgstall bei 270 m, im unteren Vallarsazwischen 200 und 300 m usw.), im Graubünden bis 2530 m (steril auf der Isla Persa imBerninagebiet), im Wallis bis 2300 m, im Jura bis 1550 m.
Allgemeine Verbreitung: Europa (nördlich bis Island, bis zu den Shetland»Inseln und bis zum nördlichsten Norwegen); fast in ganz Asien, Nordamerika und Grönland(südlich den Wendekreis des Krebses nicht überschreitend); in Afrika fehlend, doch aufMadeira und auf den Kanarischen Inseln.
Aendert ab: var. fallax Gaud. Laubblätter lineal.länglidi bis lineal.lanzettlich, kürzer. GanzePflanze niedriger, mit kurzer Blütentraube. Sehr selten. Georgenschweige bei München. —var. pub 6s c e n s
V. privatum Chamaenerion oder Antoniana maxima genannt, von J. Camerarius Lysimadiia vulgo altera,von Thal Chamaenerion Gesneri und Lysimadiia omnium maxima, von Matthioli Chamaedaphne. BeiRatzenberger (1592) liegt sie als Salicaria, bei H. Härder (1576/95) als Onagra Dioscuridis im Herbar.