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Erwärmung verursacht. Eine weitere Eigentümlichkeit zeigen die Niederblätter im Auftreten von kleinen,braunen bis schwärzlichen Anhängseln (Glandeln) an ihren Blattspitzen, die schon Oliver (Botanische Zeitung,1858) erwähnt. K. Rubner konnte diese Bildungen an allen daraufhin untersuchten Niederblättern (E. hirsutum,E. parviflorum, E. montanum, E. Lamyi und E. roseum) nachweisen. Es handelt sich dabei um kleine, kegel«förmige Gebilde, die unter dem Mikroskop traubenförmig und etwas durchsichtig erscheinen. Sie finden sichan allen Spitzen der jüngeren Innovationsblätter, während sie an älteren meist schon abgefallen sind. IhreBedeutung ist noch nicht aufgeklärt.
Die Laubblätter bieten in der Gattung alle Stufen von der vollständigen Kahlheit bis zur filzigenBekleidung. Bei einigen Arten (wie z. B. bei E. hirsutum, E. parviflorum usw.) wirken anscheinend die äusserenLebensbedingungen besonders stark auf den Grad der Haarbildung des Laubblattes sowie des Stengels ein,während andere Arten in dieser Beziehung wenig veränderungsfähig sind. Lichtformen sind stets stärkerbehaart als Schattenformen, welch' letztere bisweilen völlig kahl sein können. Gute Unterscheidungsmerkmalegeben häufig die Drüsenhaare, die am Stengel teils mehr oder weniger zahlreich auftreten (E. hirsutum, E.parviflorum, E. roseum u. a.), teils völlig fehlen (E. adnatum, E. Lamyi, E. obscurum). Bei dem im allgemeinendrüsenlosen E. montanum können Pflanzen, die der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, kleine Drüsen«haare aufweisen. In den Bestäubungseinrichtungen ist die Gattung stark veränderlich. Die Untergattung Euchamae*nerium hat fast ausschliesslich proterandrische Blüten; E. hirsutum, E. parviflorum und E. montanum scheinen balddichogam, bald homogam zu sein, die übrigen Arten sind mehr homogam. Nach Kirchner (Blumen undInsekten, 1911) sind die grossblumigen Epilobien proterandrisch, die kleinblumigen aber homogam mit häufigerund selbst regelmässiger Autogamie j es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Selbstfertilität eine wichtige Ursacheder starken Formenmannigfaltigkeit einzelner Arten ist. Die meisten Euepilobien sind nach Kerner „wetter«wendig", d. h. die Blütenstiele beugen, strecken und wenden sich entsprechend dem Wechsel von Tag undNacht, von gutem und schlechtem Wetter. Nach Haussknecht besteht jedoch ein wesentlicher Unterschiedzwischen Arten, die einen Haarring um den Griffelgrund besitzen (E. hirsutum) und solchen, die ihn entbehren(die übrigen Weidenröschen); letztere öffnen ihre Blüten nur bei Sonnenschein, verschliessen sie sofort beitrübem, regnerischem Wetter und richten sie zugleich auch erdwärts, während E. hirsutum infolge des Schutzesdurch den Haarring auch bei schlechtem Wetter offene Blüten behält. Die Untergattung Euepilobium besitztaktinomorphe Blüten mit 2 Staubblattkreisen. Von den 8 Staubblättern sind 4 länger und 4 kürzer; ersterestehen vor den Kelchblättern, letztere vor den Kronblättern. Dadurch, dass sich nicht sämtliche Staubbeutelgleichzeitig öffnen, sondern die der kürzeren Staubblätter erst später als die der längeren zum Reifen desPollens gelangen, ist für mehrere Bestäubungsmöglichkeiten gesorgt. Bei den Euchamaenerium.Arten ist dieseDifferenzierung unnötig, da völlige Dichogamie herrscht. Der Griffelgrund der Arten der letztgenannten Unter»gattung ist am Grunde behaart. Ueber die Cytologie und Embryoentwicklung vgl. Michaelis, P. in Berichteder Deutschen Botanischen Gesellschaft. Bd. XLIII, 1925.
Die Samen tragen an der Spitze einen Haarschopf (Cöma), der in der Kapsel in 2 Bündel geteilterscheint, und zwar so, dass beim Aufspringen der Klappen die Haare nach zwei Seiten hin auseinandergezogen werden (Fig. 2200). Dadurch sind die Samen einerseits vor dem Fallen infolge ihres Eigengewichtes möglichstgeschützt, andererseits aber können sie schon durch einen geringen Luftzug fortgeführt werden. Da sich dieFrüchte nur langsam öffnen, erfolgt das Verwehen der Samen nach und nach. Hinsichtlich der Form derSamen lassen sich 2 Gruppen unterscheiden: die eine besitzt verkehrt-eiförmige Gestalt mit breit abgerundeterSpitze (an der der Haarschopf sitzt) und mit stumpflichem Grunde (so bei E. hirsutum, E. parviflorum,E. montanum usw.); die Samen der zweiten Gruppe sind länglich und an beiden Enden verschmälert undweisen an der Spitze ein längeres oder kürzeres durchscheinendes Anhängsel auf, welches erst die Comaträgt (E. alpestre, E. Duriaei, E. palustre, E. alsinifolium, E. alpinum und E. nutans, E. adenocaulon).Weiterhin ist für die systematische Einteilung wichtig, ob die Samen kahl (Leiospermae Hausskn.) oderaber von Papillen bedeckt (Adenospermae Hausskn.) sind. Um diesen Unterschied deutlich zu erkennen,ist allerdings eine 100=fache Vergrösserung unentbehrlich. Zu den Leiospermae gehören nur E. alsinifoliumund E. alpinum (nach Haussknecht). Allerdings sind bei dem mit der letztgenannten Art nahe ver«wandten E. nutans öfter kaum merkbare Unterschiede in dieser Hinsicht zu finden. Dass auch ohneBefruchtung (parthenogenetisch) keimfähige Samen entstehen können, dürfte nach den Versuchen von K. Rubnerwahrscheinlich sein. Dafür scheint auch eine im Juli 1911 bei Pielenhofen unweit Regensburg aufgefundene, merk,würdige E. montanum=Pflanze zu sprechen, die noch vollkommen geschlossene Knospen mit ganz unentwickeltenNarben und Staubbeuteln aufwies, sodass eine (etwa kleistogame) Befruchtung ausgeschlossen war. Zugleichaber zeigte sie auch völlig entwickelte normale Kapseln. Die Samen waren nur teilweise entwickelt, besassenaber z. T. die normale Grösse. Keimversuche wurden damit leider nicht angestellt. Die Samen sind starklichtempfindlich und zeigen nach G. Gassner (Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Bd. XXXIII,1915) im Tageslicht sowohl bei höheren als auch bei tieferen Temperaturen Keimförderung. Geringe Ergebnisse