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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Rosetten, bei denen nur die oberen Blätter oderirdisch und laubartig sind. d. Oberirdische Sprosse mitdeutlicher Internodienbildung (stolönes) besitzt E. obscurum, bei dem sie eine bedeutende Länge erreichenkönnen, ferner E. anagallidifolium und E. nutans mit wesentlich zarteren Sprossen. Den Uebergang zwischenRosetten und Stolonen vermitteln E. parviflorum und E. lanceolatum, deren anfänglich rosettige Innovationen baldeine bedeutende Verlängerung erfahren. Sämtliche Innovationen entstehen im Sommer oder Herbst am Wurzel,hals von Samenpflanzen und bilden nach erfolgter Loslösung von der Mutterpflanze im folgenden Jahre, sog.

Innovationspflanzen, die ihrerseits wieder Innovationenam Wurzelhals hervorbringen. Infolge der in diesen Organenaufgespeicherten Reservestoffe entwickeln sich solche Pflanzenrascher und blühen meist 3 bis 4 Wochen früher als Samen«pflanzen der nämlichen Art. Ausserdem unterscheiden siesich von letzteren durch zahlreiche, lederbraune, abgestorbeneNiederblätter am Wurzelhals, sowie durch die Form derunteren Stengelblätter. Letztere sind in der Regel bei Inno«vationspflanzen schmäler und kürzer gestielt als bei Samen«pflanzen. Eingehende Angaben über die Entwicklung derSamen« und Innovationspflanzen der einzelnen Arten vgl.Rubner, K. Die bayerischen Epilobienarten, .bastarde und»formen. Denkschriften der kgl. bot. Ges. zu Regensburg, 1908.Der Stengel bietet gute systematische Unterscheidungsmerk-male in Bezug auf Form und Behaarung. Drehrunde Stengelbesitzen z.B. E. parviflorum und E. palustre, deutlichkantige Stengel E. adnatum, E. Lamyi, E. obscurum,E. r o s e u m und E. a 1 p e s t r e 5 nur schwache Linien habenE. alsinifolium, E. nutans und E. anagallidifolium.

Fig. 2197. Entwicklung der Samenpflanze von E p i - Meist sind 4 Linien vorhanden, die allerdings manchmal auf

lobium obscurum Schreber. Original-Lichtdruck 2 reduziert werden können. Die Behaarung des Stengels

von Dr. K. Rubner. nimmt im allgemeinen in der Blütenregion zu; teils erstreckt

sie sich gleichmässig auf den ganzen Stengel, teils ist sie auf die Stengellinien beschränkt. Vor

der Blütezeit ist der Stengel meist mit Mark erfüllt, nach Schluss derselben ist er ganz hohl. Die Blütenstiele

mancher Arten (E. palustre, E. roseum, E. nutans) sind vor dem Aufblühen nickend, während sie nach der

Blütezeit sich aufrichten und verholzen. Seltener scheint die

gelegentlich beobachtete Aerenchymbildung an untergetauchten

Stengeln bei E. hirsutum, E. parviflorum, E. roseum und E. palustre

aufzutreten. Die Keimblätter der Untergattung Euchamaene»

rium sind durch spatelig-rhombische Gestalt mit einer cha»

rakteristischen Einbuchtung in der vorderen Hälfte gekennzeichnet

(vgl. Fig. 2196). Bereits bei den Frimärblättern tritt diese Form

etwas zurück und geht bei den Folgeblättern in die entgültige,

länglichslanzettliche Gestalt über. Anfangs bleiben die Blättchen

± rosettig gehäuft und rücken erst vom 4. bis 5. Blattpaar deutlich

auseinander. Bei der Untergattung Euepilobium sind die Kotyle«

donen mehr rundlich (Fig. 2195, 2197, 2198), besitzen nur einen

Mittelnerven und keine rosettenartige Anordnung der ersten Blatt«

paare. Bisweilen stehen am Grunde der ausgewachsenen Samen«

pflanzen noch die fast ganzrandigen, langgestielten, rundlichen

Primärblätter und fallen naturgemäss dann besonders auf, wenn

die Stengelblätter in der Form bedeutend von ihnen abweichen

oder ungestielt sind. Ersteres ist der Fall bei den sdimallinealen Fig. 219s. Keimlinge von Epilobium alpinum L.

. . . _ . r , , Original-Lichtdruck von Dr. K. Rubner.

Laubblättern von Ii. palustre, letzteres z. B. bei h. montanum.

Vergleicht man bei dieser Art die Primärblätter der Samenpflanzen mit den Grundblättern von Innovations«pflanzen, so findet man die schon erwähnten Unterschiede. Da sich die letztgenannten Pflanzen früher ent»wickeln als die Samenpflanzen, sieht man zu Beginn der Blütezeit der Weidenröschen nur Individuen mitlineahlanzettlichen, ungestielten Basalblättern. Die Samenpflanze, die nicht wie die Innovationspflanze auf«gespeicherte Reservestoffe mit auf den Weg bekommt, ist so gut wie ausschliesslich auf die Assimilationangewiesen und braucht infolgedessen naturgemäss länger mit ihrer Entwicklung. Dabei sind wiederum dieaus der Herbstkeimung stammenden Pflanzen günstiger gestellt als solche, die erst im Frühjahr keimten(Fig. 2199b und c). K. Rubner hat darüber im Jahre 1912/13 folgende Beobachtungen angestellt!