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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Fig. 2195. Epilobium alsinifolium Villars.Samenpflanzen mit bereits ausgebildeten Stock-sprossen. Original-Lichtdruck von Dr. K. Rub ner.

gruppe Attenuätae mit spindelförmigen, an den Enden mit einem Fortsatz versehenen Samen. Wir schliessenuns dieser zweckmässigen Einteilung an, halten es aber für richtiger, nach dem Vorbild von Rouy et Camus(Flore de France, tom. VIII, 190) die Haussknech t' sehen Sektionen als eigene Untergattungen zu behandelnund zwar: 1. Untergattung Euchamaenörium Rouy et Camus. Pflanzen mit ausdauerndem Rhizom undunterirdischen, sich nicht bewurzelnden Stocksprossen. Laubblätter fast stets zerstreut angeordnet. Kelch meistrotgefärbt, tief 4=teilig; Achsenbecher fast ganz fehlend. Kronblätter kreuzförmig stehend, flach ausgebreitet, ganz»randig oder schwach ausgerandet, stets gross und auffällig, nie gelb.

Staubblätter 1 »reihig, am Grunde verbreitert. Griffel abwärtsgekrümmt, unten meist behaart s Narbe 4»teilig, mit anfangs zu»sammenneigenden, später zurückgekrümmten Zipfeln. Hierhergehören E. angustifolium, E. Dodonaei und E. Flei»scheri. 2. Untergattung Euepilöbium Rouy et Camus.

Pflanzen mit im Herbste von der absterbenden Mutterpflanzesich ablösenden und bewurzelnden Jnnovationsorganen am Wurzel»hals. Laubblätter gegen« oder wechselständig (nur bei E. alpestreregelmässig 3-wirtelig). Kelch ohne auffallende Färbung; Achsen»becher vorhanden, trichterförmig. Kronblätter 2-spaltig, mittel,gross bis klein, bei ausländischen Arten bisweilen gelb. Staub»blätter 2.reihig, am Grunde nicht verbreitert. Griffel aufrecht, amGrunde kahl ; Narbe kopfig, keulig oder 4=leilig. Hierzu gehörenalle übrigen mitteleuropäischen Arten.

Nach der Keimung der Samen, die in einem Zeitraumvon 8 bis 14 Tagen erfolgt, wächst das Keimwürzelchen zunächstschief nach unten; späterhin tritt meist eine dauernde Krümmungam Wurzelhals ein. Nicht selten trifft man Adventivwurzeln, dieam unteren Teil des Stengels (besonders bei Blattachseln) unterdem Einfluss von Lichtentzug und Feuchtigkeit entstehen; häufig sieht man.sie an.den Stellen, wo Erneuerungs»organe (Jnnovationen) entspringen. Besonderes Interesse bieten die Ausbreitungsmöglichkeiten, die den Epilobienzur Verfügung stehen. Denn kaum eine zweite Gattung dürfte sowohl zu so ausgedehnten Wanderungenals auch zur dauernden Sicherung des einmal eroberten Geländes so ausgezeichnet befähigt sein. Sind zumersten Zweck die ausserordentlich leichten, kleinen, mit langem Haarschopf versehenen (Fig. 2200) und immer

in grosser Menge vorhandenen Samen vorzüglich geeignet, sotragen die der vegetativen Vermehrung dienenden Sprosse zurErhaltung am Siedelungsorte wesentlich bei, zumal ja die Mutter»pflanze in der Regel abstirbt. Da die Kenntnis der Sprossevielfach zur Unterscheidung der Arten, ganz besonders aber derBastarde unumgänglich notwendig ist, sind diese bei der Bearbeitungbesonders verwertet worden. Man kann folgende 4 Formenunterscheiden: 1. Entstehung der Innovationsorgane aus unter»irdischen Knospen, a) Sog. Stockknospen (turiönes), die sich nichtoder nicht erheblich verlängern und vollständig unterirdisch leben,trifft man bei E. alpestre, während E. montanum, E. collinumund E. roseum Stockknospen besitzen, bei denen die oberenNiederblätter nicht selten die Erdoberfläche erreichen, sich dannetwas ausbreiten und grün färben. Namentlich bei der letztgenanntenArt ist das meist der Fall. Aus Stockknospen entstandene Stengelhaben ein schiefes abgebissenes Rhizom und zeigen am Wurzelhals lederartige, i gedrängte, abgestorbene Laub»blätter. b) Unterirdische Sprosse mit deutlichen Internodien (soböles) besitzen E. hirsutum, E. Duriaei, E. palustreund E. alsinifolium (Fig. 2195), deren Innovationen aber von einander wesentlich verschieden sind. E. hirsutumbesitzt lange und dicke, am Ende nach aufwärts gebogene Stocksprosse, E. Duriaei und E. alsinifolium habenv iel kleinere, mit fleischigen Niederblättern versehene Sobölen, während E. palustre am Wurzelhals dünne,fädliche Sprosse treibt, die von einer haselnussgrossen .Gemme" begrenzt werden. Letztere entwickeltZwischen den Achseln der Niederblätter Adventivwurzeln, während die dünnen verbindenden Sprosse derVerrottung anheimfallen. Aus den Sobolen entsteht ein verlängertes, kriechendes, mit Adventivwurzelnbesetztes Rhizom, während es bei E/ palustre naturgemäss nur aus der auseinandergezogenen Gemme gebildetv 'rd. 2. Entstehung der Innovationsorgane aus oberirdischen Knospen, c. Rosetten mit unterdrückterlaternodienbildung besitzen E. adnatum und E. Lamyi; E. adenocaulon und E. hyperieifolium dagegen erzeugen

^ig- 2196. Epilobium a n g u s t i f o Ii u m L. Keim-pHänzchen. Orig.-Lichtdruck von Dr. K. Rub ner.