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(aber deutlich) gezähnt, oberseits kahl, unterseits am Rande und auf den Nerven etwas flaumig, dünn, freudig-grün ; die unteren länglich oder länglich-eiförmig, die mittleren eiförmig oder elliptisch.eiförmig, die oberstenschmäler, sämtlich deutlich gestielt (aber kürzer als bei E. roseum). Blüten klein. Kronblätter kaum länger alsder Achsenbecher, an der Spitze tief eingeschnitten, rotlila (Fig. 2194 c). Narbe keulenförmig, allmählich IndenGriffel verschmälert. Kapseln angedrückt behaart. Samen länglich, beidseitig verschmälert, dicht warzig, ander Spitze mit einem durchscheinenden Anhängsel (Fig. 2194-d bis f). — VII bis X. Diese aus Nordamerikastammende Art wurde erstmalig von Konrad Rubner im Jahre 1917 im Bialowieser Wald (Polen) auf Kahl-schlagen als Unkraut angetroffen. Im Jahre 1918 wurde sie auch in grosser Menge im Walde zwischen Libau undPolangen und in der Nähe von Riga an Wassergräben festgestellt. Da die Pflanze mit keiner euro-päischen oder asiatischen Art übereinstimmte, wurde sie als noch unbekannt angesehen und nach PaulGra ebner, dem sie bei seinem Aufenthalt in Bialowies 1917 ebenfalls aufgefallen war, benannt. Erst durchVergleich nach der Kriegszeit mit E. adenocaulon Hausskn. aus Schweden, das dort an einigen Stellen verwildert
auftritt, stellten bei Rubner sich Zweifel über dieArtberechtigung des E. Graebneri ein. Die Schwierig-keit besteht darin, dass E. adenocaulon von einigenanderen nordamerikanischen Arten schwer zu unter-scheiden ist. Dennoch zwingen die auffallendeUebereinstimmung der Diagnose von E. Graebneri(siehe Fedde, Repertorium. Bd. XV, 1917, pag. 179)und die zweifellose Gleichheit der BialowieserExemplare mit der schwedischen Pflanze (E. adeno-caulon), das E. Graebneri als Synonym zu E. ade-nocaulon Hausskn. zu ziehen. Dieselbe Ansicht wirdauch von G.Samuelsson geäussert. Ebenso ist J.Bornmüller durch Kulturen zur Ansicht gelangt,dass ein Unterschied zwischen den beiden Artennicht besteht. Uebrigens ist die Pflanze durch dieseKulturen im Garten des Herbar Haussknecht inWeimar zu einem lästigen Unkraut geworden (vgl.Mitteilungen des Thüringischen Botanischen Vereins,N. F. Heft XXXVI, 1925). Wie die Art von Nord-amerika zu uns nach Europa gekommen ist, darüberkann man z. Z. kaum noch begründete Vermutungenaussprechen. Soviel scheint aber sicher, dass sie sichmit grosser Kraft ausbreitet und von Osten nachWesten im Fortschreiten begriffen ist; bisher scheintsie jedoch die Grenzen Deutschlands noch nicht erreichtzu haben. In Polen ist sie aber sicher weiter verbreitet,so dass eine Einwanderung in Deutschland früheroder später zu erwarten ist. Auch in Schweden
Fig. 2194. Epilobium adenocaulon Hausskn. a und b Habitus. tritt die Pflanze bereits in Men S e an Orten auf, WOc Blüte, d und e Samsn mit Haarkrone, / ohne Haarkrone. sie nachweislich in früheren Jahren noch nicht vor»
handen war. Bei Gotenburg z. B. (vgl. Thedenius,C. G. H., Invandrande växter. Svensk Bot. Tidskrift. Bd. III, 1909) ist sie mit Centaurea nigra, Teucrium Scoro-donia und Phyteuma spicatum eingeschleppt worden und hat sich reichlich vermehrt, ähnlich wie Cytisus Labur-num auf dem Kullen in Schonen.
C. Haussknecht hat die Gattung in 2 Sektionen (Chamaenörion 1 ) Tausch und Lysimächion*)Tausch) geteilt und die zweite dieser Sektionen weiter in die Sektionen SyStigma 8 ) und Schizostigma 4 )nach der ungeteilten kopfigen oder keuligen, bezw. 4-teiligen Beschaffenheit der Narbe gegliedert. Die umfang-reichere Systigma-Gruppe zerfällt weiter nach der Gestalt der Samen in die Untergruppe Obovoideaemit verkehrt=eiförmigen Samen mit abgerundeter Spitze ohne durchscheinenden Fortsatz und in die Unter-
1 ) Zusammengesetzt aus /«u«i [chamai] = niedrig und vriqioy [nörion] = Oleander.
2 ) Pflanzenname bei Dioskurides, nach dem Könige Lysimachos von Thracien, einem Nachfolger
Alexanders des Grossen, benannt.
s ) Abzuleiten von n/iQuif [sdiizein] = spalten und ariyfj.ee [stigma] = Narbe.
*) Abzuleiten von aiv [syn] = mit, zusammen und aiiyua — Narbe; mit Bezug auf die zu einem
keulenförmigen Gebilde verbundenen Narben d. h. verbunden mit der ariyfict [stigma] = Narbe.