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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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806
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Orten besitzt die 1 »jährige Landform nach Glück einen verzweigten, dem Boden anliegenden Stengel undschmal«elliptische bis längliche, nach unten nicht oder kaum in den Stiel verschmälerte Laubblätter mit oftrinnenförmig nach oben gerichteten Rändern, die dem Primärblatt«Typus entsprechen (Fig. 2192 c bis f). DerWuchs ist zwerghaft und Blüten» und Fruchtbildung sind z. T. oder auch ganz unterdrückt. Auf feuchteremBoden gelangt die Pflanze zu sehr üppiger Entwicklung und die Laubblätter nähern sich mehr dem Folge«blatt=Typus. Sie sind länglich bis eiförmig und deutlich gestielt. Im seichten Wasser erlangt die Pflanze ihreausgeprägteste Form. Die Sprosse werden bis 74 cm lang, sind reich verzweigt, schwimmen dicht unter demWasserspiegel und erheben nur ihre Gipfelsprosse in die Luft. Ihre Laubblätter haben zum grössten Teildie Form von Folgeblättern, sind breit.elliptisch und in einen langen Stiel ausgezogen. Die Stengelsprosse tragenreichlich Adventivwurzeln und entwickeln in Menge Blüten und Früchte (Fig. 2192 g, h). Aehnlich wie diese Formenverhalten sich Pflanzen, die anfänglich vom Wasser überdeckt sind, später aber durch dessen Sinken in dieLuft gelangen. Die völlig unter Wasser lebenden Formen (Fig. 2192b) stehen aufrecht, sind nur wenig undganz am Grunde verzweigt und besilzen einen rundlichen oder undeutlich 4»kantigen Stengelquerschnitt. DieLaubblätter sind stets deutlich gekreuzt angeordnet. Bei der Entwicklung werden zunächst 3 bis 5 Quirlelineallanzettlicher und zarthäutiger Wasserblätter gebildet, die nicht über 3 mm breit werden und den aus»gesprochensten Fall der Primärblätter darstellen. Dann folgen zahlreiche (bis 25) Quirle mit grösseren,länglicheren oder schmal.elliptischen Laubblattern, die am Stengel sitzen und nach beiden Seiten hin zugespitztsind. Sie sind meist etwas wellig gebogen, halb durchsichtig, beiderseits gut benetzbar und oberseits olivgrün,unterseits bräunlichgrün oder auch schwach rötlich=violett. Ausgesprochene Folgeblätter erscheinen erst anden dann folgenden 6 bis 9 Quirlen und sind durch breit.elliptische, in einen langen Stiel verschmälerte Formausgezeichnet. Derartige Laubblätter kommen aber im Gebiet nur selten zur Entwicklung, weil sie ein längeres Ver»weilen der Pflanze in tiefem Wasser voraussetzen, in Mitteleuropa aber der Wasserspiegel gerade in denSommer« und Herbstmonaten ± stark zurückzugehen pflegt. Die Wasserform bleibt stets unfruchtbar, obgleichauch bei ihr in Ausnahmefällen winzige, verkümmerte Blüten zur Anlage gelangen. Hingegen vermag sie wenigstens in Kultur zu überwintern, während die Landform selbst in Kultur nicht überwinterungs«fähig ist. Die ausgebreitet 3,5 bis 4 mm breiten fruchtbaren Blüten stäuben nach Meehan sogleich bei derEntfaltung der Kelchblätter, wobei ihre Staubbeutel so dicht auf der Narbe liegen, dass Selbstbestäubung unvermeid-lich ist. Nach O. v. Kirchner (Die Bestäubungseinriehtung von Isnardia palustris L. und ihren Verwandten. Flora,Bd. XXI/XII, 1918) handelt es sich dabei um Kleistogamie. Der Fruchtansatz ist immer sehr reichlich. Obgleichnie Insekten auf den Blüten zu beobachten sind, wird durch die 4 grünlichen Nektarien, die Meehan irrtüm«licherweise für die Spitzen der verkümmerten Kronblätter gehalten hat, reichlich Nektar abgeschieden. DiePollenkörner stimmen nach H.Fischer (Beiträge zur vergleichenden Morphologie der Pollenkörner, 1890)am ehesten mit denen von Circaea überein und stellen, vom Scheitel gesehen, rundliche, von der Seitegesehen, ovale Gebilde dar, die 3 in einer Ebene liegende, gleichmässig angeordnete, vorgewölbte Austritts-stellen besitzen. Die Samen sind nach O. Ohl e ndorf mit keinen besonderen Verbreitungsausrüstungenausgestattet und sinken im Wasser unter. Die Samenschale besitzt quer zur Längsrichtung gestreckte, imallgemeinen dünnwandige und verkorkte Epidermiszellen. Nur an der Raphe und der ihr gegenüber liegendenSeite treten 4 Zellreihen auf, die in der Längsrichtung liegen. Bei reifen Samen geht das Zellgefüge verlorenund nimmt das Aussehen einer dicken, verholzten und braungefärbten Membran an, in die zahlreiche kleineKalkoxalat-Kristalle eingebettet sind. Auf diese Kristallschicht folgt nach innen der Ueberrest des innerenIntegumentes in Gestalt einer Zellschicht, deren schwach verholzte, vieleckige Zellen ein schmales Lumenaufweisen. Die Innenwände dieser Zellen sind etwas verdickt und auf ihrer Innenseite mit zahlreichen kleinenHöckern besetzt. Eine dünne Cuticula trennt, da ein Nährgewebe fehlt, die Testa von dem grossen Embryo.Die Samen scheinen noch im gleichen Jahre zu keimen, sodass eine Samenruhe unwahrscheinlich ist. Bisweilentreten die Keimpflanzchen massenhaft zwischen den Eltern auf. Die Keimblätter sind rhombisch, von derMitte zum Grunde stielartig verschmälert und 3 bis 5 mm lang und 1,3 bis 1,5 mm breit. Die wenigen, vor-handenen Primärblätter besitzen eilängliche Gestalt, wobei das untere Drittel stielartig verschmälert ist.

CCCCLXXX1X. Epilöbium 1 ) 2 ) L. Weidenröschen.

Kräuter oder Stauden seltener bis 2 m hohe Halbsträucher mit reichlicher vege=tativer Vermehrung durch ober» oder unterirdische Knospen oder Sprosse am Wurzelhals.Stengel kahl oder behaart, mit einfachen Haaren oder Drüsenhaaren. Laubblätter ungeteilt,

*) Der Name findet sich zuerst bei C. Gesner; er soll 'iov ini '/.oßöf [ion epi lobön] = Veilchen überder Schote bedeuten.

2 ) Bearbeitet von Dr. Konrad R u b n e r in Grafrath bei München, unter Mitwirkung von Dr. H. B e g e r.