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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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801
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Die Tribus der Fuchsi^ae mit Beerenfrüchten umfasst als einzige Gattung Füchsia l ) L., Fuchsie.Kleine Bäume oder Sträucher, selten Kletterpflanzen mit gegen., Wechsel« oder quirlständigen, einfachenLaubblättern und pfriemlichen, meist hinfälligen Nebenblättern. Blüten zygomorph. Achsenbecher meist sehrlang, über dem Fruchtknoten abgeschnürt, kronblattartig gefärbt, abfällig. Kronblätter flach ausgebreitet undbisweilen klein, schuppenförmig oder ganz fehlend oder aber meist dachig zusammengerollt, einer glockigenRöhre ähnelnd. Staubblätter 8, meist ungleich. Pollen nicht in Tetraden, 3= oder 2=warzig. Die etwa 60,z. T. sehr vielgestaltige Arten umfassende Gattung ist wegen ihrer schönen Blüten, der leichten Bastardierungs»fähigkeit und der leichten Vermehrung durch Stecklinge seit langem in Kultur und wird namentlich in Zimmern,aber auch im Freiland gehallen. Die erste ihrer Arten wurde von Ch. Plumier in Peru aufgefunden, alsF. triphylla flöre coccinea') bezeichnet und 1696 nach Paris gebracht. Später wurden F. radicans, F. cordi»fölia Benth., F. corymbiflöra Ruiz. et Pav., F. spectäbilis usw. in Südamerika entdeckt. Die Auf«nähme der Kultur erfolgte anfangs sehr langsam, nahm aber von etwa 1830 an einen lebhaften Aufschwung,als man lernte, die bis dahin gehaltenen kleinblütigenund kleinblätterigen südamerikanischen Arten mitgrösserblütigen bezw. «blätterigen Formen aus Mexiko(namentlich F.macrostämma Ruiz et Pav., F.globösa [1832 eingeführt] und F. microphyllaKunth) zu kreuzen. 1837 wurden weiter die schön«blütige F. f ü 1 g e n s *) DC., sowie F. corymbiflöranach England eingeführt und zum Ausgangspunktezahlreicher neuer Kreuzungen benutzt. Infolge dieserweitgehenden Hybridisierung ist es gegenwärtig beiunseren kultivierten Arten z. T. völlig ausgeschlossen,die Zugehörigkeit festzustellen, sodass derartigeMischlinge unter dem Sammelbegriff F. hybridahört, zusammengefasst werden. Eine besondereSorgfalt wurde namentlich früher der Erziehung vonHochstämmen zugewendet (Fig. 2190). Die ersten der«artigen Fuchsienbäumchen wurden von De Braynin Mecheln mit F. globosa erzielt, während kurzeZeit später Salt er in Hammersmith bei Londonsolche aus der F. corymbiflöra zog. Bis 3 m hohePflanzen mit einem Kronenumfang von 3 bis 3,5 mwurden in neuerer Zeit in Dresden.Radebeul imBergmann'sehen Garten erzeugt. Die Bäumchensind etwa 30 Jahre alt und blühen vom Frühlingbis in den Herbst hinein. Empfohlen werden besondersdie SortenDaniel Lambert" undMarie". Alswichtigere Topf, und Zimmerpflanzen kommen folgende Arten in Betracht:

1. Buschiger Strauch mit vielehigen (zwitterigen und l«geschle<htigen) Blüten. Zweige fein behaart.Laubblätter eilänglich, gegen den Grund verjüngt, kahl, oberseits sattgrün, unterseils 1 chter. Blüten einzelnachselständig, klein (ohne den Fruchtknoten 10 bis 13 mm lang). Kelchblätter rosapurpurn. Kronblättertiefrosa, so lang wie die Staubblätter. Beeren i 3 mm im Durchmesser, wenigsamig. VIII bis X. Einein den Mexikanischen Gebirgen bis 3000 m ansteigende, sehr zierliche Pflanze aus der kleinen SektionEncliändra F. microphylla Kunth.

1*. Sträucher mit stets nur zwitterigen Blüten. Beeren vielsamig 2.

2. Kronblatter klein, schuppenförmig, bisweilen ganz fehlend. Samen sehr klein, 2« oder mehrzeiligaustralische Sektion Skinnera). Niederliegender Strauch mit dünnen, bis 1 m langen, stark verzweigtenAesten. Laubblätter rundlich=herzförmig, stumpf, gezähnt, oberseits blassgrün, unterseits weisslich. Blüten

Fig. 2189. Fuchsia corymbiflöra Ruiz et Pav. a BlühenderZweig, b Blüte, c Längsschnitt durch die Blüte, d Querschnitt durchden Fruchtknoten. F. coccinea Lindley. e Blühender Zweig.

') Benannt nach Leonhard v. Fuchs, geb. 1501 zu Wemding in Schwaben, der anfänglich Schul«lehrer in seinem Heimatorte, später Professor der Medizin zu Tübingen war und dort 1565 starb. Er erwarbsich als Arzt und Botaniker grossen Ruf und wurde von Kaiser Karl V. geadelt. Neben Otto Brun f eisund Hieronymus B o c k ist er als Begründer der volkstümlichen Pflanzenkunde anzusehen. Sein New Kreuter»Buch (Basel, 1543) zeichnet sich durch die besten seinerzeitigen Abbildungen aus.

') Lat. coccineus = scharlachrot.

8 ) leuchtend, glänzend, von lat. fülgere = blitzen.