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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Die natürlichen Pflanzenfamilien, III/8, 1S98) 1 ). Der praktische Wert der Oenotheraceen ist sehr gering undbeschränkt sich auf örtliche Benützung einzelner Arten zur Bereitung von Tinte, Wundmitteln, Speisen usw.Daneben haben allerdings eine bedeutende Zahl von Arten Eingang in die Gärten gefunden und zählengegenwärtig zu den beliebtesten Zierpflanzen. Ausserdem gehört der Familie die Gattung Oenothera an,die den Anstoss zu der später etwas näher umrissenenMutationstheorie" geliefert hat.

Die Jussieu£ae (mit fach- und wandspaltigen, von einem bleibenden Kelch gekrönten Früchten)umf assen ausser der Gattung Ludwigia (pag. 804) die westindisch=brasilianische Gattung Oocärpon Midieliund die 26 Arten starke tropische Gattung Jussieü a L., Wasser» oder Sumpfgewächse mit gegen, oder Wechsel»ständigen Laubblättern, kleinen, gelben oder weissen Blüten und in 2 Kreisen angeordneten Staubblättern. J. Peru«vidna L. aus Peru und die in den Tropen weitverbreitete J. r^pens L., die sich in Südfrankreich eingebürgerthat, dienen als Heilmittel, J. caparösa Camb. und J. Larouottedna Camb. zur Bereitung einer schwarzenTinte, J. p i 1 ö s a Humb. Bonp. et Kth. zum Gelbfärben. Einige Arten werden in Warmwasser«Aquarien gezogen, sobesonders J. grandiflöra und J. rdpens, die neben gewöhnlichen Haft» und Ernährungswurzeln nocheigenartige, weissliche, im Wasser frei flottierende, durch den Auftrieb nach oben gerichtete Atemwurzelnbesitzen. Die Tribus der Epilobi£ae (mit Kapselfrüchten und mit einem Haarschopf versehenen Samen) ent«hält ausser der grossen Gattung Epilobium (pag. 806) nur die in Kalifornien und Nordmexiko heimische,im Gebiet gern in Gärten gepflanzte monotypische (?) Zauschniria') Ca Ii f ö r ni ca Presl. Niedriger, ästiger,weichfilziger Kleinstrauch mit sitzenden, eirunden, länglichen oder länglich-lanzettlichen, stumpfen oder spitzenLaubblättern. Blüten ansehnlich, Scharlach» oder zinnoberrot, achselständig, sitzend. Achsenbecher schlank, pris»matisdi 4=eckig, über dem Fruchtknoten in einen trichterförmigen, 4=lappigen, am Grunde kugeligen, keulenförmigenSaum erweitert und mit 8 Schüppchen besetzt, scharlachrot. Kronblätter 4, 24appig. Staubblätter 8, in 2 ver«schieden grossen Kreisen. Fruchtknoten 4»fächerig. Kapsel lineal, unvollkommen 4»fächerig, vielsamig. Nichtganz winterhart, aber durch Ableger oder Stecklinge leicht zu vermehren. Die Pflanze wurde 1847 eingeführtund dient bisweilen als Gräberpflanze. Verwildert wurde sie in Mannheim (1913) festgestellt. Bedeutungslosist die nur durch die mexikanisch.kalifornische Gattung Haüya Moc. et Sess6 vertretene Tribus der Hauy6aemit flachen, häutig»geflügelten Samen. Ebenfalls kapselfrüchtig, aber mit geränderten oder mit einem Kröndienversehenen Samen ausgerüstet ist die grosse Tribus der O eno t her 6ae (Onagröae), von der eine grössere Zahlvon Arten kultiviert werden. Genannt seien: Boisduvälia densiflöra (Lindl.) Watson. Einjähriges,sehr formenreiches, weiss wolliges bis zottiges Kraut. Laubblätter lanzettlich bis lineal, zugespitzt, meistgezähnelt, gegen den Blütenstand kleiner, aber breiter. Blüten meist in einer geschlossenen, endständigen,seltener in zahlreichen seitenständigen Aehren. Kelchzipfel aufrecht, halb so lang wie die Kronblätter. Kapselverkehrt.eiförmig. Heimat s Westliches Nordamerika. Seltener anzutreffen ist die ähnliche B. concinna(Don) Spach aus Chile. Clarkia®) pulchölla Pursh (Fig. 2187). Bis 90 cm hohe, kahle, krautige Pflanze mitlinealen oder lineaUlanzettlichen, spitzen, ganzrandigen Laubblättern und lebhaft rosarotfarbenen (bei Kultur»formen auch andersfarbigen), 3 oder mehrspaltigen (var. typica Vilmorin) oder ungeteilten (var. holo»p6tala Voss) Kronblättern. Kelchröhre kurz. Staubblätter 8, ungleich gross. Kapsel 4=eckig, obenverschmälert, 4»fächerig. Diese mit 4 weiteren Verwandten im westlichen Nordamerika heimische Art wird ineiner Reihe von Kulturformen gezogen, von denen die Zwergformen als f. n d n a bezeichnet werden. DieBlüten können gefüllt sein (flore p 16n o) und dabei weiss (f. alba), fleischfarben (f. cdrnea), violett (f. violdcea),dunkelkarminrot (f. pulch6rrima), rosenrot mit weisser Säumung (f. margindta) usw. Eine besondereSorte ist dieMrs. Langtry" mit weissen, in der Mitte mit regelmässigem, rotem Stern versehenen Krön«blättern. Die Pflanze wird ihrer leuchtenden Farben wegen gern angepflanzt, so bereits um 1860 in Salzburg.Verwildert wird sie angegeben in Deutschland bei München«Nymphenburg, am Ludwigskanal ander Schwarzachbrücke bei Nürnberg, auf der Sporeninsel bei Strassburg (1902), in Ludwigshafen (in der var.holopetala) und Mannheim (1906), in Schlesien bei Lüben, in der Niederlausitz bei Mietzel unweit Küstrin(188S), in der Mark bei Templin, beim Friedrichsfelder Park, Schulzendorf bei Arnswalde; in der Schweiz

') Erwähnt sei, dass H. L6veill6 (Monographie du Genre Onothera. Le Mans, 1902) eine vonR. Raimann wesentlich abweichende Einteilung der Familie vornimmt. Er löst die Tribus.Einteilung fast voll«kommen auf, indem er nur die Jussieueae mit einer weiter gefassten Gattung Ludwigia bestehen lässtund aus allen übrigen Gattungen (die auf 13 zusammengezogen werden) die Tribus der Onothereae bildet.Gattungs« und Speziesbegriffe sind dabei sehr weit, so dass z. B. zur Gattung Oenothera mindestens 12Gattungen von R. Rai mann gezogen werden.

s ) Benannt nach Zauschner, Professor zu Prag, gest. 1799.

*) Benannt entweder nach dem englischen Geistlichen und Reisenden ). D. Clarke oder nach demGeneral Clark, der 1804 den Statthalter von Louisiana Meriwether Lewis auf seiner botanischen Reisein Nordamerika begleitete.