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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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ist darauf zu achten, dass die Verpflanzung nicht zu tief geschieht. Die ältesten Wurzeln sollen möglichstnoch über der Oberfläche liegen. Die Vermehrung durch Stecklinge (unter einer Glasglocke) oder durch Samen(Aussaat im Herbst in sandige Heideerde) erfolgt ohne Schwierigkeiten. Im Garten des Hotel Myrte inBrissago (Tessin) befindet sich ein alter Myrtenstock, dem ein angebliches Alter von 300 Jahren zugeschriebenwird. Zoocecidien werden durch eine Coccxdarum«Art erzeugt. Neuerdings werden öfters Topfpflanzenmit künstlichen Blüten auf den Markt gebracht und zwar bereits im Frühjahr, also zu einer Zeit, wo die wildePflanze von der Blüte noch weit entfernt ist. Statt Myrten verwendet man gelegentlich auch die in der Trachtähnliche immergrüne Neuseeländische Veronica« Arten oder den südeuropäischen Ruscus aculeatus.

Nahe verwandt mit den Myrtaceen und auch mit den Lythraceen ist die Familie der M e 1 a s t o »matäceae 1 ). Meist Sträucher oder Kräuter, selten Bäume mit markständigem (intraxylärem) Siebgewebe, ohneOeldrüsen. Laubblätter gegen» oder quirlständig, oft 3» bis 9=nervig. Nebenblätter fehlend. Blüten häufigansehnlich, in sehr verschiedenartigen, cymösen Blütenständen, zwitterig, strahlig oder das Androeceum bis«

weilen zygomorph. Blütenachse becherförmig, 3« bisvielgliederig. Kelch« und Kronblätter gleichzählig.Staubblätter in der Regel doppelt so viele wie Krön«blätter, in der Knospenlage stets nach innen geknicktund mit den Staubbeuteln zwischen Fruchtknoten undBlütenboden liegend; Staubbeutel meist durch Porensich öffnend, mit sehr vielgestaltigem Konnektiv(Fig. 2186 d). Fruchtknoten frei im Grunde desAchsenbechers (oberständig) oder mit ihm verwachsen(unterständig), aus an Zahl den Kronblättern gleichvielen, seltener wenigeren oder mehr Fruchtblätterngebildet, meist gefächert, mit vielen Samenanlagen,selten nur 1 «fächerig. Frucht eine fachspaltig auf-springende Kapsel oder eine fleischige, selten lederigeBeere. Samen zahlreich, klein, ohne Nährgewebe.Charakteristisch für die Melastomataceen=Arten istbesonders die eigenarlig bogenläufige und strahligeAnordnung der Leitbündel in den Laubblättern (Fig.2186 a),wodurch die zugehörigen Pflanzen auch in nicht«blühendem Zustand leicht erkennbar sind. Ausserdemsind die Laubblätter mit verschwindenden Ausnahmengekreuzt »gegenständig, Zur Ermittlung der Zuge«hörigkeit zu den Unterfamilien und Tribus genügenoft schon die anatomischen Verhältnisse der Laubspross«querschnitte. Bei Blütenexemplaren gibt häufig bereitsdie Gestalt des Konnektivs Aufschluss über die Gat«

f ... . , t 'ung. Der Mangel an Oeldrüsen bildet einen durch»

Fig. 2185. Myrtus communis L. Blühende, breitblattenge Topf- ° °

pllanze. Pbot. G. Riedel, Günzenhausen (Bayern). greifenden Unterschied gegen die Myrtaceen. Neben

Insekten kommen bisweilen Kolibris als Bestäuber inBetracht. Die Familie besitzt etwa 172 Gattungen mit annähernd 2800 Arten, von denen der grösste Teil den warmenGebieten beider Hemisphären angehört, während nur ein kleiner Teil in die Subtropen vordringt und die GattungRhexia 2 ! L. (Quaresimas" der Brasilianer) im östlichen Nordamerika die gemässigte Zone erreicht. Von ihren 15Tribus sind 7 (mit etwas 2000 Arten) auf die Neue Welt beschränkt, 1 Tribus neu» und altweltlich und dieletzten 7 Tribus ausschliesslich der östlichen Halbkugel, besonders Madagaskar und dem Malayischen Archipelangehörig. In Australien ist die Familie fast nicht vertreten. Die Arten leben vorwiegend als Unterholz,Lianen, fleischige oder zartblätterige Schattenkräuter oder auch als Epiphyten in den tropischen Regenwäldernoder aber als i xerophytische Gewächse in den Savannen und Steppen, so in den brasilianischen Campos,wo sie teilweise heidekraut=artige Tracht annehmen. Bei den verhältnismässig wenigen Sumpf» bezw. Mangrove«bewohnenden Arten ist in den unteren Stammpartien ein Aerenchymgewebe oder Atemwurzeln ausgebildet.Wirtschaftlich ist die Familie trotz ihrer grossen Artenzahl fast bedeutungslos. Allerdings sind ihre Arten

') Abgeleitet von us'/.us [melas] und azoua [stöma] = Mund, also Schwarzmund. Die Beeren vielerArten gleichen unseren Heidelbeeren und färben beim Genuss die Mundhöhle schwarz.

2 j Bei Plinius der Name einer Pflanze, die als Echium rubrum L. gedeutet worden ist. DieBedeutung des Wortes ist unsicher; infolge der früheren Verwendung mehrerer Rhexia.Arten bei Brüchen,wird eine ASeitung von grSif [r6xis] = Zerreissen, Durchbrechen für möglich erachtet.