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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Belgica (Mill.). Laabblätter breitlanzettlich, lang zugespitzt. Pflanze bisweilen mit gefüllten Blüten (f. flörepleno). 5. var. angustifölia Vilm. Laubblätter mittelgross, etwas schmäler als bei der vorigen.6. var. mucronäta L. Laubblätter mittelgross, mit weicher Spitze, bisweilen weissbunt (f. älb o»m a rginat ahört.). Blüten rötlich. 7. var. Romdna (Mill.). Laubblätter eirund, gross und breit, spitz, heller grünals bei allen anderen Varietäten, bisweilen buntblättrig (f. varieg&ta hört.), oft zu 3 oder 4 quirlständig(Juden»Myrte, Aboth). 8. var. Tarentina L. Aeste kurz. Laubblätter einander genähert, kreuzweise in4 Reihen, kurz, eirund, spitz, bisweilen am Rande weiss gesäumt (f. margindta Vilm.).

Myrtus communis gehört zu den bezeichnendsten Gestalten der mediterranen Hartlaubflora. Imwärmeren Mittelmeergebiete zählt sie zu den fast nie fehlenden Gliedern der Macchia (Fig. 2184) underscheint hier (allerdings meist nur vereinzelt) in Begleitung von Erica arborea, Arbutus Unedo, CistusMonspeliensis und C. salviifolius, Calycotome spinosa, Phillyrea latifolia, Lavandula Stoedias, PistaciaTerebinthus, Heiichrysum Stoedias, Smilax aspera usw. Von der Macdiia lässt sich die gewürzhaft duftendeArt bis in die äusserste Kampfzone des Meeresstrandes verfolgen, wo sie dann zu einem niedrigen, schwachbeblätterten Sträuchlein verkrüppelt. An der Adria fehlt die Myrte auf der ganzen Festlandstreckevon Fiume bis Sebenico und erscheint erst südwärts von Spalato; dagegen ist sie auf den Ingeln des Quarnerovertreten. In Griechenland gehört sie bisweilen dem Auenwald an. Da die weissen Blüten erst im Juli undAugust erscheinen, bekommen die wenigsten Italien», Riviera. und Adria.Reisenden blühende Myrtensträucherzu sehen, sehr auffällig sind aber auch die langgestielten, matt blauschwarzen, etwas an Heidelbeeren erinnerndenBeeren, die den Winter über an den Sträuchern hängen bleiben. Im Altertum soll die Pflanze an der Propontis(Dardanellen) und auch in Latium waldbildend aufgetreten sein. Die Annahme, dass die Myrte ihre ursprünglicheHeimat nur in Vorderasien (namentlich Persien) gehabt habe und erst durch den Menschen in das (wenigstens engere)Mittelmeergebiet gebracht worden sei, dass sie also einen uralten Ergasiophygophyten darstelle, dürfte wegen derfossilen Funde in Mitteleuropa selbst (vgl. pag. 775) und der Ursprünglichkeit ähnlicher Hartlaubgewächse (z. B.von Olea Europaea), ferner von Vitts vinifera (vgl. pag. 368 f.) usw. nicht berechtigt sein. Die bifacial gebautenLaubblätter des thermophilen Strauches zeigen folgendenHartlaub".Charakter s Die Cuticula ist derb, glatt undgeschichtet. Die Epidermiszellen sind beiderseits flachbuditig, nicht verdickt und auffällig klein (20 bis 30 [*).Spaltöffnungen treten reichlich auf der Unterseite der Spreite auf und besitzen 4 bis 6 fast vieleckige Nachbar»Zellen. Bei jungen Laubblättern finden sich reichlicher gerade oder schwach geschlängelte, lszellige, glatte, dick»wandige Deckhaare, die späterhin zum grössten Teile abfallen. Das Palisadengewebe besteht meist aus 2 Reihenschlanker Zellen, auf die das lockere, aus rundlichen oder auf der Blattunterseite etwas gestreckten Zellen bestehendeSchwammparenchym folgt. DieSekretlücken erscheinen vorwiegend im Palisadengewebe und stellen grosse, kugelige,bis 100 fj. im Durchschnitt messende Räume dar, die in der Regel von 2 Epidermiszellen mit geraden Seiten«wänden und geschlängelter und auffallend verdickter Mittelwand verdeckt sind. Die Aussenschidit der Oelräumeist verdickt und mit einer Art von Scheide umgeben. Der Hauptnerv zeigt ein bikollaterales Leitbündel und einenunterbrochenen Sclerendiymring ; die kleineren Nerven hingegen an dessen Stelle nur beiderseits Baststreifen.Drusenkristalle finden sich im Mesophyll und längs der Bündel. Einzelkristalle gehören zu den Ausnahmen.Durch Destillation wird aus den frischen Laubblättern namentlich in Südfrankreich und Spanien, in geringeremMasse auch in Kleinasien, auf Korsika, in Syrien und Vorderindien das Myrtenöl (Oleum Myrti, Myrtleoil, Essence de Myrte) gewonnen, eine farblose oder braungelbe Flüssigkeit von angenehm aromatischemGerüche und scharfem Geschmack, die als tonisches, aromatisches oder fäulniswidriges Mittel, sowie gegenWürmer, Krankheiten der Harnblase und Atmungsorgane, Durchfall usw. Benützung findet, aber in Mittel»europa nicht mehr offizinell ist. Der Gehalt der Laubblätter an diesem ätherischen Oel beträgt 0,3 °/o. Darinsind festgestellt worden; d-Pinen, Cineol, Dipenten, Camphen=artige Stoffe, Terpenalkohol (Myrtenol) alsEssigester, Bitterstoff, Harz, Gerbstoff. In den Beeren, deren magenstärkende Heilwirkung bereits den Römernbekannt war und die bisweilen auch als Gewürz verwendet werden, finden sich ausser dem ätherischen OeleCitronensäure, Apfelsäure, Harz, Zucker, Gerbstoff usw., in den Samen ein fettes Oel (Myrtensamenöl) mitOlein, Linolein, Myristin und Balmitin; Stearin fehlt. Die Früchte einer weissfrüchtigen Varietät werden inGriechenland gern gegessen. Die Entwicklung der Blüte erfolgt nach M. Hirmer (Flora, 1917) in der Weise,dass sich nach der Anlage des Kelches vom Rande aus über dem trichterförmig vertieften Blütenboden 5 sepalehalbkugelige Partien vorwölben, die einige Zeit später nach oben und nach aussen die Kronblätter abgliedern,Während sie in ihrem unteren Teile die ersten Staubblätter tragen. Zwischen ihnen werden noch 1 bis 2weitere Staubblätter angelegt. Mit diesen alternieren tiefstehend weitere Anlagen, bis endlich der Verlaufder Entwicklung der Staubblatt«Anlage auch auf die zwischen den Primordien gelegenen Teile übergreift,sodass schliesslich der ganze Trichterrand ringsum gleidimässig von Staubblättern besetzt ist. Zugleichverliert sich auch die anfangs starke Hervorwölbung der Primordien. Neben der Anwendung, sowie derVerarbeitung des dichten, elastischen und festen Holzes zu Spazierstöcken, Möbeln und Werkzeugen, diefl ber nur in den Heimatgebieten Bedeutung besitzt, beruht die ausgebreitete Pflege des Strauches in der