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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Teilen farblosen Korkzellen zusammengesetzt sind und durch fortwährende Wucherung und Verdrängung derüberdeckenden Oberhautzellen als braune Wärzchen zutage treten. Unter der beiderseiligen Epidermis schliesstsich mit 2 bis 4 Schichten ein lückenloses Palisadengewebe an, zwischen das sich mehrere Lagen rundlicher,locker vereinigter Zellen einschalten. Weiterhin finden sich zerstreut sehr grosse Sekretlücken, die die durch,scheinende Punktierung des Laubblattes bedingen. Sie besitzen ein deutliches Epithel, liegen meist in einerder beiden Palisadenschichten und nähern sich der Epidermis, erreichen diese bisweilen und wölben sich dannals kleine Warzen über die Oberfläche. Die stärkeren Nerven besitzen bikollaterale Leitbündel, die erst inden feinsten Endigungen in einfach kollaterale übergehen. Längs der Nerven, sowie im Mesophyll finden sichDrusen, und Einzelkristalle, in allen dünnwandigen Elementen ein eisenbläuender Gerbstoff, der im Vereinmit dem ätherischen Oele die medizinische Anwendung der Laubblätter veranlasst hat. Die Jugendform derLaubblätter besitzt das Palisadengewebe nur an der Ober-, die Spaltöffnungen nur auf der Unterseite. Diebiologische Bedeutung derProfil» oder Kantenstellung" der hängenden, lederigen Folgeblätter kann nicht in einerAbschwächung des Lichtgenusses beruhen, da die Bestrahlung infolge der relativen Lufttrockenheit in den (dürftigen

Kiefernwäldern ähnlich) lichten Eucalyptuswäldernbereits in den Morgen« und wieder in den Abend»stunden sehr ausgiebig ist. Hingegen dürfte siemit der möglichst weitgehenden Ausnützung desstarken Nachttaues zusammenhängen, weshalb dieeigenartige sichelförmige Krümmung der Spreitein eine lang ausgezogene Spitze als Tropfvor.richtung (Träufelspitze) zu deuten gesucht wordenist. Die flach stehenden Jugendblätter gemessenebenfalls die volle Belichtungsstärke, sind aber gegenstarke Verdunstung mehr als die Folgeblätter durcheinen ungewöhnlich starken Wachsüberzug ge»schützt. Auch die starke Oelverdunstung wird alsSchutzmittel erklärt. Möglicherweise wirken dieOeldrüsen auch als tauförderndes Mittel (infolgeKälteerzeugung während der Verdunstung?), dajunge Pflanzen sich gegen Abend viel früher und vielreichlicher als andere Pflanzen mit Tau bedecken undbald nach Sonnenuntergang an den Laubblätterndicke Tautropfen aufweisen. Letztere gleiten infolgedes Wachsüberzuges ab und fliessen von denLaubblattflächen den noch dicht um den jungenStamm verlaufenden Wurzeln zu. Als FöliaEucalypti (Eucalyptusblätter, Feuilles d'euca»lyptus, Foglie di eucalitto, Gum tree leaves) werdendie älteren Laubblätter offizineil in der Pharm. Germ.,Austr. et Helv. geführt 1 ), wenn auch gegenwärtig nurnoch selten gegen Wechselfieber, gekaut gegen Kopf,schmerz, als tonisches oder fäulniswidriges Mittelusw. verwendet. Sie enthalten trocken 1,6 bis 3°/oätherisches Oel (mit dem Hauptbestandteil Cineol, dem früheren Eucalyptol), über 80°/o d.Pinen (= Eucalypten),möglicherweise auch Camphen, Fenchen, Valeral«, Butyr. und Capronaldehyd, ferner Aethvl« und Amylalkohol,Ameisen» und Essigsäure, Terepenthen, Terpilenol, Eudesmol usw., aber kein Alkaloid oder Glykosid. Ausden Laubblättern wird durch Destillation mit Wasserdampf das frisch farblose oder schwach gelbliche odergrünliche, später nachdunkelnde und durch eigentümlich starken, kampferartigen Geruch und Geschmackausgezeichnete Oleum Eucalypti gewonnen, dessen hauptsächlichste Bedeutung als subkutanes Mittel gegendie Lungenschwindsucht, zur Inhalation bei Keuchhusten, Bronchialkatarrh jedoch geschwunden ist, seitdem dasreine Eucalyptol in reichlicher Menge auf synthetischem Wege hergestellt wird. Immerhin wird es in Südeuropanoch vielerorts für ein unfehlbares, raschwirkendes Heilmittel bei Scharlach gehalten. Das Holz ist sehr wider»standsfähig gegen die Einwirkungen von Luft und Wasser und daher zu Telegraphenstangen, Eisenbahnschwellen,

') Auf den Laubblättern finden sich nach Ed. Fischer zahlreiche Pilze, namentlich Ascomyceten undImperfekten, darunter solche, die an den lebenden Laubblättern Fleckkrankheiten hervorrufen, wie z. B.Phyllosticta Eucalypti Thüm. Kleine Geschwülste oder hexenbesenartige Wucherungen werdendurch Ustilägo Vrieseäna bedingt.

Fig. 2181. Eucalyptus Globulus Labill. auf Korsika, im Vorder-grund Asphodelus microcarpus Viv.

Phot. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, München.