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bezeichnet, andere als Eisenrindenbäume (iron bark trees), Mahagonibäume (mahagony»trees),"wegen der sich leicht ablösenden Rindenstreifen Strähnenrindenbäume (stringy bark trees) usw.
Die in Europa bekannteste Art ist E. G1ö b u lu s ') Labill., der Blaugummi« oder Fieberbaum. Fig. 2179,2180 und Fig. 2181. Bis 60 m hoher Baum mit silbergrauer, zerstreut warziger Rinde und gedrehtem Stamm. Laub«blätter der jungen, gelegentlich auch an der erwachsenen Pflanze (Primärblätter) eirund bis länglichdanzettlich, etwa5 bis 8 cm lang und 2,5 bis 4 cm breit, an der Spitze abgerundet und kurz bedornt, am Grunde ± herzförmig, sitzendund stengelumfassend, blaugrün •, Folgeblätter länglich^elliptisch, sichelförmig, etwa 20 cm lang, allmählich in einelange Spitze auslaufend, gegen den Grund 3 bis 5 cm breit, schief (nie herzförmig) abgerundet und in einen etwa2 cm langen Stiel zusammengezogen, dick.lederig.steif. Blütenknospen einzeln (richtiger „eine" sitzende Blüte aufkurzer Infloreszensadise) jHaube etwas spitz, aber niedrig, breit am Randeüber den Staminaldiskus greifend. Kelchzähne fehlend. Staubblätter zahl«reidi, einwärts gerichtet, länglich, mit 2 in der ganzen Länge verlaufen»den, parallelen Spalten aufspringend. Heimat i Südost=Auslralien,
Tasmanien; in vielen Gebieten, auch im Mittelmeergebiete, seit Mittedes 19. Jahrhundert oft gepflanzt. In Mitteleuropa sind blühendeBäume in der Regel nicht häufig zu sehenj hingegen werden knospen»tragende Zweige neuerdings in grosser Menge aus Italien eingeführtund blühen im Wasser leicht auf. Als Wappenschmuck führt sogar einewürttembergische Familie Müller gekreuzte Eucalyptuszweige. Dievon Uneingeweihten stets als Früchte angesehenen Blütenknospenzeigen dabei keine allmähliche Schwellung, sondern reissen an derbreitesten Stelle quer auf und werfen den oberen Teil als Haube oderDeckel (Kalyptra) ab. Die zahlreich vorhandenen Staubblätter befindensich dabei in lebhafter Streckung und spreizen bald als dichter Kranzum den Rand des becherförmigen Knospenrestes. Kelch und Blumen»kröne fehlen vollständig. Aus entwicklungsgeschichtlichen und ver»gleichenden Untersuchungen ergibt sich, dass der Kelch stets vollständigunterdrückt ist. Die Kronblätter dagegen werden in 2 Kreisen angelegt,von denen jeder zu einer Haube verwächst. Der äussere Deckel bleibtziemlich dünn und fällt so frühzeitig ab, dass er nur selten noch anden eingeführten Zweigen zu beobachten ist; der Innendeckel hingegenist sehr kräftig, fast holzig und besitzt etwa die Form eines grossenEichennäpfchens. Er ist es, der durch die Streckung de: Staubblätterabgesprengt wird. Auf der Diskusscheibe wird in grosser Menge einnach Mac Connel von Eucalyptol freier Nektar abgeschieden. Beider Bestäubung dürften die spärlichen, in Australien heimischen Apidenkeine wesentliche Rolle spielen, wohingegen diese Tiere, sowie andereInsekten die Blüten im Mittelmeergebiete ausserordentlich häufig be=suchen. In Südafrika treten als Bestäuber Honigvögel, in Chile Kolibrisauf. In der Heimat dürften ebenfalls honigliebende Papageien, sowie Käfer (vielleicht auch Fledermäuse) diePollenübertragung vermitteln (vgl. auch Bericht der Freien Vereinigung für Pflanzengeographie, 1914/15).Eucalyptus Globulus ist eines der bekanntesten Beispiele für die Heterophyllie (vgl. Bd. I, pag. CXIV undFig. 2180). An noch wenigjährigen Pflanzen, wie sie nicht selten in botanischen Gärten oder Zimmern zusehen sind, treten die oben näher beschriebenen, an der Spitze abgerundeten und am Grunde Stengel,umfassend sitzenden Primärblätter auf, während an älteren Pflanzen die typischen, sichelförmigen Folge»blätter erscheinen, wie sie von den käuflichen Zweigen allgemein bekannt sind. Im Querschnitt zeigendiese Laubblätter eine von einer sehr mächtigen Cutikula bedeckte Epidermis aus kleinen, vieleckigen,derbwandigen Zellen, zwischen denen auf beiden Blattseiten Spaltöffnungsapparate reichlich eingelagert sind.Letztere besitzen keine besonders gestalteten Nebenzellen, doch gruppieren sich die Epidermiszellen ikranzförmig darum. Die Durchbrechung der Cutikula ist kreisrund»trichterförmig, der schmale Spalt nachMo eil er häufig mit einem Wachsblättchen bedeckt. Zerstreut treten auf der Oberhaut Korkwärzchenau f. Sie stellen nach V o g 1 ± kugelige Gewebekörper dar, die in und aus der Palisadenschicht entstehen,aus sehr regelmässig konzentrisch und strahlig geordneten, kleinen, in den inneren Teilen braunen, in den äusseren
Fig. 2180. Eucalyptus Globulus Labill.Heterophylle Zweige, der vordere Zweig mitFolgeblättern, der hintere mit Primärblättern.
*) Verkleinerungsform von lat. glöbus = Kugel.
a ) Ein wahrscheinlich zu E. Globulus gehörender Baum gelangt nach Fr. Zimmermann in einerGärtnerei zu Mannheim zur Blüte und zur Fruchtbildung.