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sowie in der chemischen Industrie und Technik Verwendung, welch' letztere das als Ausgangsstoff für dieErzeugung von Vanillin dienende Eugenol daraus herstellen. Früher kamen auch die olivgrünen Früchte, inderen purpurfarbenem Fleische meist nur 1 Samen eingebettet ist, unter der Bezeichnung Mutternelken(Anthophylli) in den Handel, haben aber gegenwärtig nur noch im Volksgebraudi Bedeutung. Dabei werdendie noch nicht ganz reifen, schmäleren Früchte als „Männliche Mutternelken 11 , die ausgereiften, dickeren als„Weibliche Mutternelken" bezeichnet. Auch aus den Stielen der Blüten und Blütenstände (Sti'pites Caryo»phyllörum), die beim Pflücken — häufig geschieht das Ernten auch durch Abschlagen der Blütenstände mitBambusstöcken — mitgeerntet werden, wird nach ihrer Trennung von den Nelken Nelkenöl gewonnen. Bisweilenfinden sie sich, wie auch die Mutternelken, als Verfälschung im Pulver der Gewürznelken. Der jährlicheGesamtverbrauch beläuft sich auf etwa 7 bis 8 Millionen kg. Die Hauptanbaugebiete liegen gegenwärtig für die„Ostindischen Nelken" in Amboina, das eine durch Grösse und Oelreichtum ausgezeichnete Ware liefert, währendPinang und Sumatra für den europäischen Handel geringe Bedeutung besitzen. Die „Afrikanischen Nelken"entstammen namentlich den Inseln Sansibar und Pemba (etwa */ 5 der Gesamternte), in geringerem Masse auchMauritius, Reunion und Madagaskar. Die „Amerikanischen oder Cayenne»Nelken" kommen kaum nach Europa 1 ).Die Haupteinfuhrorte sind Rotterdam, London, Hamburg und Marseille. Die Gewürznelkenplantagen nehmengrosse Flächen ein und bedecken z. B. fast die ganze Westseite der Inseln Sansibar und Pemba. Die Ertrags»fähigkeit tritt zwischen dem 6. und 15. Jahre ein und liefert für den Baum durchschnittlich 2,5 bis 4 kg getrockneteKnospen. Nach Europa gelangten die Nelken vom 4. Jahrhundert an. Der Kaiser Konstantin schenktedem Bischof Sylvester unter anderen Gewürzen und seltenen Erzeugnissen des Pflanzenreiches auch150 Pfund „Caryophylla". Im 6. Jahrhundert wird von der Verwendung als Magenmittel berichtet. Im 7. Jahr»hundert macht Paulus von Aegina bereits auf den falschen Namen „Caryophy 11 on" aufmerksam, dernichts anderes als „Nussblatt" bedeutet. Bei der Heiligen Hildegard (1098 bis 1179) führen die Nelken dendeutschen Namen „N eich in". Die Einfuhr erfolgte bis in das Mittelalter unter Vermittlung arabischerKaufleute über Alexandria und Venedig, von wo aus alle europäischen Länder versorgt wurden. 1504 erobertendann die Portugiesen die Gewürzinseln, mussten sie aber bereits im folgenden Jahre an die Holländer abtreten.1521 wurde der Nelkenbaum das erste Mal richtig von Pigafetta, einem Gefährten von Magelhaen,beschrieben. Die früheren Angaben von Ludvico Barthema, der die Gewürzinseln überhaupt nicht erreichte,sind unrichtig. Der Gewürznelkenhandel erwies sich als sehr einträglich und wurde daher von den Holländernin schärfster Weise monopolisiert. Der Baum wurde auf allen Inseln, mit Ausnahme der ResidenzschaftTernata, ausgerottet und auf Amboina wurden grosse Pflanzungen angelegt. Eine natürliche Wiederausbreitungdes Baumes lässt sich aber nicht verhindern, da die Früchte durch die Holztauben der Molukken, durchKasuare und den Jahrvogel (Rhyticeros plicätus) verschleppt werden. Auf die Ausfuhr von Pflanzen warehedem die Todesstrafe gesetzt. Trotzdem gelang es 1769 oder 1770 dem französischen Statthalter von Islede France Poivre heimlich einige Nelkenbäume (und Muskatnussbäume) wegzuschaffen, die dann den Grund»stock zur weiteren Ausbreitung bildeten. Zunächst wurden sie auf Bourbon und auf den Seychellen angepflanzt,1773 auch nach Cayenne und etwas später nach Westindien gebracht. 1793 gelangte der Baum durch denAraber Haramehben Sälen von Mauritius (wo der Anbau gegenwärtig stark im Rückgang ist) nach Sansibarund Pemba. 1872 wurden die dortigen, ausgedehnten Kulturen durch einen Orkan fast vollständig vernichtet, habensich aber seither wieder vollständig erholt, sodass auf Sansibar gegenwärtig etwa 2 Millionen, auf Pemba 3 MillionenBäume in Pflege stehen. — Eine beträchtliche Zahl von Eugenia» Arten liefern auch essbare, apfel» oder birnen«förmige Früchte. Dazu gehören vor allems E. Jämbos L. (= Jambösa vulgaris DC.), die Aprikosen»Jambuse,in Indien gulab-jaman, jama oder jamb, im Malayischen Archipel und auf Ceylon jambu, in Arabien toffah,im spanischen Amerika Pumarosas geheissen, ein immergrüner, mittelhoher, starkverzweigter, breitkronigerBaum mit gelblichen oder weisslichen, nach Aprikosen schmeckenden Früchten, dessen Stengel und Laubblätterauch zum Färben dienen, E. (Jambösa) Malacc£nsis L., der Malay» oder Rosenapfel oder Kavika, vonden Javanen nati-djambu, in Indien malaka»jamrol geheissen, mit apfelgrossen, roten, rosenartig schmeckendenFrüchten, E. Samarang6nsis Berg (= E. Javdnica Lam.) mit glasig durchscheinenden, wachsartigen Birnen»
*) Als „Königsnelken" (Caryophylli r£gii), die bereits Rumphius abgebildet hat, werden angeblichnur auf Matchian vorkommende, vergrünte Blüten bezeichnet, in welchen die Blattorgane der Blüte in Vorblätterumgewandelt sind und gleichzeitig vielfach auch eine Vervielfältigung erfahren haben. Die Staubblätter werdenbei dieser Umbildung nicht berührt. Die Königsnelken standen früher in hohem Ansehen und werden sogarheute noch als Kostbarkeit verkauft. Bemerkenswert ist, dass der Name „Nelke" von der Gewürznelke aufdie gegenwärtig weitverbreitete Gartennelke (Diänthus Caryophyllus L.) übertragen wurde. Die Altenkannten letztere noch nicht als Ziergewächs. Sie kam vielmehr erst zur Zeit der Renaissance, namentlich inItalien, in Aufnahme. Die Namensübertragung erfolgte wohl auf Grund des ähnlichen Geruches, nicht aberwegen der „genagelten" Kronblätter.