Fig. 2178. Eugenia caryophyllata Thunb. a Blühender Zweig, b Querschnitt durch eine Bliitenknospe. c und d Staubblätter.e bis h „Nelken", i Querschnitt durch den Fruchtknoten, k Desgl. durch das Receptaculum. I Desgl. durch den Blütenstiel, m Desgl.durch den untersten Teil des Fruchtknotens, n Samen, o und p Samen in die beiden Keimblätter zerlegt, q Bliitendiagramm (Fig. c,d, i, l bis q nach Tschirch-Oesterle, k nach Wiesner, die übrigen Originale).
in 1 bis 3 Reihen eingelagert sind. Diese sind im Querschnitt elliptisch mit radial gestellter Längsachse, imMittel 170 bis 230 gross und zartwandig. Gegen innen schliesst sich ein einfach getüpfeltes Parenchym an,welches von zahlreichen, gruppenweise angeordneten und von schwach kollenchymatischem Gewebe begleitetenLeitbündeln durchzogen wird. Zu innerst folgt ein weitmaschiges, an Interzellularen reiches Parenchym rundlicherbis länglicher Zellen. Die Mitte des Receptaculums nimmt eine Columella ein (die Fortsetzung der Plazentanach unten), die an ihrer Aussenseite zahlreiche, kleine, bikollaterale Leitbündel, selten auch einige Bastzellenführt. Der mittlere Teil besteht aus parenchymatischen Elementen, die durch massenhaftes Auftreten vonKalkoxalatdrusen ausgezeichnet sind, wie sie spärlich auch im übrigen Parenchym zu finden sind. Auch Oelin Tropfenform tritt im Parenchym auf. Man verwendet die Gewürznelken hauptsächlich in der Küche zumVerzieren von Schinken usw., Würzen von Bäckereien, Einmachen von Früchten, Parfümieren von Likören undanderen alkoholischen Getränken. In der Medizin werden sowohl die ganzen Nelken, als auch das daraus gewonneneOel verwendet, innerlich bei Verdauungsstörungen, zur Stärkung und Anregung des Magens und des Speichel»flusses, als deckendes Mittel, zur Verhinderung von Fäulnis leicht verderblicher Mixturen, äusserlich als Kau«mittel (schon bei den Chinesen des Altertums bekannt), als Zusatz zu Zahnpulvern, gegen Zahnschmerzen usw.Das aus Nelken geringerer Güte hergestellte Oel findet auch in der Mikroskopie und in der Parfümerie,
um 220 vor Chr. bekannt und wird auch in den alten Sanskritschriften erwähnt. Verwendung fanden im Altertumwie noch gegenwärtig die im Knospenzustande gepflückten Blüten (Gewürznelken, Kreidenelken, Nägelein;franz.: Girofl6 ■, engl.: Cloves; ital.: Garofano, Girofleiro), die beim Trocknen an der Sonne unansehnlich undschwarz, beim Trocknen im Schatten dagegen schön braun werden (Fig. 2178 e bis h). Sie besitzen angenehm aroma«tischen Geruch und scharf würzigen Geschmack und enthalten chemisch 17 bis 19 (25)°/o ätherisches Oel (Nelkenöl),Caryophyllen (= isomerer Laurineenkampfer), 6°/o Harz, 13°/o Gerbstoff, Spuren von Essigsäure und Vanillin.In dem ätherischen Oel finden sich etwa SO 0 /« Eugenol (das offizinelle Nelkenöl), das der Träger des Geruchesist und im Wasser untersinkt. Der Sitz des Oels ist namentlich in dem fleischigen Gewebe des Fruchtknotenszu suchen. Das Receptaculum zeigt folgenden anatomischen Bau (Fig. 2178 k): Auf eine mächtig entwickelte,spärlich von Spaltöffnungen durchbrochene Epidermis folgt ein dünnwandiges, in radialer Richtung etwasgestrecktes Parenchym, in dem die bereits mit blossem Auge sichtbaren, schizogen entstehenden Oelbehälter