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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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medizinisch verwendet. Letztere sind als Fölia Djämboe oder Fölia Psxdii pyriferiGuyava (Djambu.blätter, Feuilles de Goyavier, Guava leaves) in den mitteleuropäischen Apotheken obsolet und zeichnen sichdurch einen sehr eigenartigen, namentlich beim Zerreiben deutlich hervortretenden, an Terpene, Cajeput undWermut erinnernden Geruch und schwach aromatischen, aber nicht angenehmen Geschmack aus. Sie enthalten6°/o fettes Oel, Spuren von ätherischem Oel (mit Eugenol), ferner Apfelsäure, Harz, Tannin usw. Innerlichwerden sie gegen Durchfall, bei Magen, und Darmkatarrhen, Dyspepsie, gegen Appetitlosigkeit, äusserlich alsWundmittel und zu Kataplasmen verwendet. Jung gelten sie in Westindien als Fiebermittel. Die Rinde, diesich bisweilen als Verfälschung unter der Zimmetrinde findet, enthält 12°/o (nach anderen Angaben 27,4 °/o)Gerbstoff und dient deshalb zum Gerben, bei Kindern auch als Mittel gegen Diarrhoe. Auch zur Papierfabrikationwird sie verwendet. Ausserdem tritt in ihr das fieberfeindliche harzartige Guafin auf. Als Fruchtbäumewerden weiterhin geschätzt: P. Araga Raddi (Aragä.iba, Aragä.mirim), P. sapidissimum Jacq. mitpflaumengrossen Früchten, P. pümilum Vahl (auf den Antillen heimisch und wohl nur subspontan im indo-

malayischen Gebiete)u. a. P. Cattleyänum Sabine,Aragd de Praya, Chinesische oder Erdbeer.Guayava, mitverkehrt.eiförmigen, kahlen Laubblättern und bräunlich»roten, etwa oliven» bis kirschgrossen und vollreiferdbeerartig schmeckenden Früchten aus Uruguay, istebenfalls eine in vielen Gebieten angepflanzte Obstart,die ihrer klimatischen Widerstandsfähigkeit wegen sogarnoch an der Riviera gedeiht. Unter den weiteren,ebenfalls myrtenartigen Gattungen besitzt Brasilien inder Gattung Myrrhinium Schott 2 Arten mit essbarenFrüchten, Venezuela in der monotypischen GattungP sidi<5p sis Berg mit P. Mori tziäna Berg (Guman")eine weitere Obstpflanze, Ceylon bis Südchina, Japanund die Philippinen mit Rhodomyrtus tomentösa(Ait.) Wight die beliebteBergstachelbeere", Südamerikaeine ganze Reihe von Ca m p om an 6s i a»Arten, vondenen besonders C. lineatifölia (Pers.) Ruiz et Pav.(Palilla") kultiviert wird. Auch die Beeren der süd«amerikanischen BritöaSellowiäna Berg sind geniess«bar. Zu der mit 5 Arten im Gebiete des Kari.bischen Meeres heimischen Gattung Pim^nta 1 ) Lindl,mit nur 2.fächerigem Fruchtknoten und je 1 bis 6 amoberen Teile der Scheidewand hängenden Samen gehörtals wichtigste P. officinälis Berg (Fig. 2177), dieNelkenpfeffer.Myrte, ein bis 13 m hoher, graurindigerBaum mit 4»gliederigem Kelch und Krone, dessen unreifeund rasch getrocknete Beeren die nicht offizineilen, aberin den Apotheken gebräuchlichen Frücti Amömi s.- S6men Amomi, Frücti Pimentae, Piper Jamaicense

Fig. 2177. Pime^nU^officinalis Berg.Blühender Trieb. (Nelkenpte ff er) Jamaika., Wunder, oder Spezereipfeffer,

Englischgewürz, Gewürz, oder Mutterkörner, Nelken,knöpfe, Mode, oder Neugewürz, Piment des Anglais, Poivre de la Jamaique, Piment de la Jamaique, Toute.6pice, Jamaica pepper, Allspice) liefern. Die Beeren werden zu diesem Zwecke in nicht völlig reifem, nochgrünem Zustande gepflückt und rasch in der Sonne oder im Ofen getrocknet, wodurch sie einen roten bisgraubraunen Farbton annehmen. Sie messen etwa 8 mm im Durchmesser, sind kugelig bis eiförmig oderundeutlich 4»kantig, aussen körnig rauh und an der Spitze kreisrund vertieft und mit dem kleinen 4»zähnigenKelchsaum und dem Griffelrest gekrönt. Jedes Fruchtfach birgt einen dunkelbraunvioletten, plankonvexen,glänzenden, undeutlich spiralförmig gedrehten Samen. Chemisch sind in den Früchten nachgewiesen! Cineol,l.Phellandren, Caryophyllen, Eugenol, Eugenolmethyläther, Palmitin., Apfel» und Gallussäure, Tannin, Harz,Zucker, Fett, Coniin.ähnliches Alkaloid und wahrscheinlich Terpenalkohol. In der Medizin dienen die Beerenzu diätarischen Zwecken. Ferner werden sie auch als Gewürz benützt, zumal sie den Geruch der Gewürz«nelke (Eugenia caryophylläta Thunb., s. pag. 777), des Zimmets und des Pfeffers miteinander vereinigen.

') Abgeleitet vom mittellat. pigmentum = Farbstoff, franz.: piment, ital.: pimento. Im Mittelaltergehörten die Handelserzeugnisse dieser Gattung, wie alle Gewürze, Apothekerwaren usw. zu den Spezereien.