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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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dadurch und durch das Fehlen des Weichbastes die Familie gut gegen die sonst sehr nahe verwandte Familieder Lecythidaceen abgegrenzt ist. Im übrigen sind die Leitbündel bikollateral gebaut, die Gefässe ziemlichenglumig und mit einfachen oder ausschliesslich leiterförmigen Durchbrechungen versehen. Das Holzparenchymist bei vielen Arten nicht reichlich ausgebildet, findet sich aber z. B. gut entwickelt bei Myrtus»Arten. Beiden ursprünglichsten Arten ist die Blütenachse nur am Grunde mit dem Fruchtknoten vereinigt, also reinperigyn. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Arten lässt sich aber eine immer fortschreitende Versenkungdes Fruchtknotens in die Blütenachse und eine allmähliche Herausbildung eines deutlichen Achsenbechersfeststellen, wobei aber wenigstens zur Fruchtreife (namentlich bei der Unterfamilie der Leptospermoideae) dieFrucht noch leicht von der Blütenachse trennbar bleibt. Inniger ist die Verwachsung bei den Myrtöae; dochbleibt auch in dieser Tribus die eigentliche Decke des Fruchtknotens noch frei. Bei der Gattung CalycothrixLabill. wächst der Achsenbecher zu einer langen Röhre aus. Eigenartig liegen die Verhältnisse des Blüten»baues bei der Gattung Eucalyptus Labill., deren Kronblätter zu einer fast holzigen, sehr verschiedengestalteten, in der Regel bläulich oder weiss bereiften Haube verwachsen, die sich beim Aufblühen alsDeckel ablöst (vgl. pag. 783). Durch das Auftreten des synkarpen Gynaeceums erhebt sich die Familie amRosales.Aste über die Saxifragaceen-Stufe (vgl. Bd. IV/3, Fig. 1608). Ihre nächsten verwandtschaftlichenBeziehungen deuten auf die Lythraceen und Sonneratiaceen, z. T. auch auf die Leycythidaceen. NachKohz dürften die bikollateralen Leitbündel möglicherweise auch auf eine Abstammung von Vorfahrender Thymelaeaceen hinweisen. Die sero-diagnostischen Untersuchungen haben einen Anschluss an dieSaxifragaceen und Rosaceen ergeben. Die Bestäubung der durch Kontrastfärbung zwischen den weissenKrön» und buntfarbigen Staubblättern in vielen Fällen prächtigen Blüten erfolgt grossenteils durch Insekten jdoch ist auch der Besuch von Kolibris, Honigvögeln, Papageien usw. recht verbreitet. Die GattungOrthöstemon Berg z.B. besitzt Blüten mit schneeweissen Kronblättern, die in auffälligem Gegensatz zudem hochrot gefärbten Androeceum stehen. Dabei weisen die Kronblätter einen süssen, marzepanartigenGeschmack auf und werden von vielen kleinen Vögeln gefressen. Ornithophil sind auch vieleMetrosideros» Arten, sowie eine Menge Arten der Gattung Eucalyptus usw. Die letzteren gehörendemBürsten»* oderPinsel-Typus" an, bei welchem als Schauapparat fast ausschliesslich die zahlreichen,gefärbten, fadenförmigen Staubblätter in Betracht kommen. Die Früchte liefern die Grundlage zur Einteilungder Familie in die beiden Unterfamilien der Myrtoideae und Leptospermoideae. Bei der ersterenwird die mit dem Fruchtknoten ziemlich fest verwachsene Blütenachse bei der Reife fleischig, während daseigentliche Perikarp häutig oder weichknorpelig bleibt. Es entsteht dadurch eine beerenartige Halbfrucht, diein der Regel noch von dem meist vertrocknenden, den Fruchtknoten überragenden Teile des Achsenbechersund den erhalten bleibenden Kelchblättern gekrönt wird oder aber, in selteneren Fällen, durch einen Querrissabgetrennt, abfällt. Bisweilen finden sich Steinfrüchte. Bei den Leptospermoideae hingegen vertrocknet dermeist nur schwach mit dem Fruchtknoten verwachsene Achsenbecher und nimmt überdies bei einigenGattungen nicht an der eigentlichen Fruchtbildung teil oder umhüllt die Frucht nur in Gestalt eines nur amGrunde mit ihr verwachsenen Bechers. So zahlreich die Samenanlagen im Fruchtknoten auch sein mögen,so kommt von ihnen doch nur ein geringer Teil, bisweilen nur eine einzige, zur vollständigen Reife. Dieübrigen verkümmern entweder vollständig oder entwickeln sich zu linealen oder feilspanartigen, keil- oderplattenförmigen oder ± eckigen Körpern. Die überwiegende Mehrheit der Myrtaceen besteht aus Bäumen,unter denen gewisse Eucalyptus»Arten zu Riesen bis zu 156 m Höhe werden. Andererseits treten nichtselten Sträucher auf, die bisweilen niedrig zwergstrauchartig sind oder aber auch als Klimmer erscheinen.Die ungeteilt-ganzrandigen, in der Regel ausdauernden und lederigen Laubblätter sind bald nadeiförmig mitfast 3-kantigem oder kreisrundem Querschnitt, bald schuppenförmig (ähnlich wie bei Cassiope) oder aber breitflächenförmig und dann bei einigen Arten bis 40 cm lang und 20 cm breit. Viele australische Eucalyptus»Arten lassen infolge von Drehungen im Blattstiel ihre sichelförmigen Laubblätter senkrecht hängen underhalten dadurch eine sehr charakterisierende Tracht, mit der auch sehr geringe Schattenwirkung verknüpftist. Die Familie ist vorwiegend mit besonderer Bevorzugung des wärmeren Amerika in denTropen heimisch und besitzt zwei Hauptverbreitungsgebiete, das mittlere Amerika, von wo aus eine Reihevon Arten bis in die gemässigte Zone, namentlich nach Chile und mit Vertretern der Gattung MyrtdolaBerg bis zur Magelhaenstrasse und den Falklandsinseln reichen, und Australien, das besonders im Westenreich an endemischen Gattungen ist. Auch im gemässigten Südaustralien und auf Neukaledonien finden sichviele Myrtaceen. Reiche Ausstrahlungen, z. T. durch eigene Gattungen dargestellt, reichen namentlich zu denbenachbarten Polynesischen Inselgruppen, in geringerem Masse auch bis in den Malayischen Archipel undSüdasien. In letzterem Gebiete treten keine neuen Gattungen mehr auf; hingegen sind die GattungenEugenia L. und Syzygium Gaertn. dort noch artenreich zu finden. Andere Glieder dieser beidenGattungen, ferner eine Metros 1 deros»Art (im Kapland) und Myrtus communis L. (von Marokko bisTunis) sind die einzigen in Afrika heimischen Myrtaceen. Die letztgenannte Myrte gehört auch den übrigen