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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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fölium Harms. Die Wurzelrinde mehrerer Arten enthält ein Alkaloid (Alangin), dessen nähere Zusammen.Setzung aber unbekannt ist. Man verwendet sie als Brechmittel und äusserlich auch bei Hautkrankheiten.

Weit wichtiger ist die Familie der Combretäceae oder Terminaliäceae. Bäume oder (häufigklimmende) Sträucher, selten Halbsträucher mit markständigem Siebgewebe und meist reichem Gerbstoff»gehalt. Laubblätter in der Regel gegenständig, ganzrandig. Nebenblätter fehlend. Blüten in Trauben, strahlig,in Kelch und Krone geschieden oder Kronblätter fehlend, zwitterig oder durch Verkümmerung 1.geschlechtig,mit ei. oder röhrenförmigem Achsenbecher. Kelchblätter 4 bis 5 (6 bis 8). Kronblätter ebenso viele oderfehlend. Staubblätter 4 bis 10, selten viele. Fruchtknoten meist unterständig und dann l.fächerig, seltener± oberständig und dann mehrfächerig, mit 2 bis 6 vom Scheitel herabhängenden Samenanlagen an meistlangem Funiculus; Griffel 1. Halbfrucht leder» oder steinfruchtartig, häufig 4. bis 5 »flügelig, l.samig, ohneNährgewebe. Keimblätter zusammengerollt. Die fast ganz auf die Tropen beschränkte Familie umfasst etwa500 zu 18 Gattungen gehörende Arten. Ihre wirtschaftliche Bedeutung beruht im Besitze gerbstoffreicherRinden, Laubblätter, Früchte und Gallen, sowie in den fettreichen Samen und dem z. T. sehr verwendungs»fähigen Holze vieler Arten. Am wichtigsten ist die in den Tropen aller Weltteile auftretende Gattung Ter.minalia 1 ) L. Meist grosse, regengrüne Bäume mit hartem Holze. Laubblätter wechselständig, in der Regelan den stark angeschwollenen Zweigenden gebüschelt. Blüten unscheinbar, in meist rispenförmig angeordnetenAehren. Achsenbecher glockenförmig, abfällig, im Grunde mit einem dichtbehaarten Diskus. Kronblätter Inder Regel ganz fehlend. Staubblätter 8 bis 10. Steinfrucht 4» bis 5»kantig, mit lederigem oder fleischigemExokarp. Von ihren 150 Arten seien genannt: T. Catäppa L., der Katappen, oder Indische Mandelbaum(in Indien badami, jangli badami, bei den Malayen katappa, in Ostafrika mkungu, in Paraguay Chapen de Solgenannt), ein schöner Baum mit etagenförmigem Aufbau der Aeste (Etagenbaum), dessen grosse Laubblättersich vor dem Laubfall tiefrot verfärben. Die 2»kantigen, beiderseits zugespitzten, 7 bis 8 cm langen Früchteenthalten zwischen der aussen fleischigen und innen holzigen Schale eine Schicht luftführender Zellen, die alsSchwimmgewebe dient und dem an der Meeresküste lebenden Baume zu seiner weiten Verbreitung überMadagaskar bis zu den Fidschi«, Liukiu. und Bonin.Inseln verholfen hat. Er wird auch häufig der mandelartigschmedeenden Samen (Togomandeln) wegen im gesamten Tropengebiete angepflanzt. Der Gehalt an lettemOel beträgt bis 51,2 °/o und besteht aus etwa 54°/o Olein, 46°/o Palmitin und Stearin. Man bereitet darausdas durch seine Haltbarkeit ausgezeichnete Katappaöl (Wildes Mandelöl, Badaöl, Huile de Badanier), das zuSpeisezwecken dient. Die gerbstoffreichen Fruchtschalen werden in Indien zum Gerben und Schwarzfärbenbenützt. Namentlich als Gerbmaterial werden von Kalkutta und Madras über London die getrockneten, unreifenoder reifen Früchte von T. Ch6bula Retz. (=T. tomentösa Wight et Arn., =Myrobälanus ä ) Chebula Gaertn.), derenVarietät T. citrina Roxb. (= Myrobälanus citrina Gaertn.) und T. Bell6rica Roxb. (= Myrobalanus BellericaGaertn.)in den Handel gebracht, die früher in Europa auch zu medizinischen Zwecken (Früctus Terminaliae s. Myro»bälani, Myrobälanl, Ch6bulae s. Bellericae) gegen Durchfall, Ruhr, Gallenkrankheiten, als leichtes Abführmittelusw. benutzt wurden, gegenwärtig aber kaum noch diesem Zwecke dienen, während sie im Orient noch vielfachdafür im Gebrauche sind. Von T. Chebula stammen die kleinen, 2,5 bis 3 cm langen und 1,5 cm dickenMadras.Myrobalanen (Myrobälanl Chdbulae, schwarzbraune Myrobalanen), von T. citrina hauptsächlich diegrossen, 4,5 bis 5 cm langen und 2,5 cm dicken Bombay»Myrobalanen (Myrobälanl citrinae s. lüteae s. flävae)gelbe Myrobalanen), von T. Bellerica die bellirischen oder runden Myrobalanen. Im Indischen Handelkommen als weitere Sortengruppe die Kalkutta.Myrobalanen vor. Die Bombay.Myrobalanen werden je nachIhrer Herkunft aus den verschiedenen Indischen Distrikten als Bhimbes, Jubbulpore, Rajapure und Vingorlasunterschieden. Der indische Name für die Myrobalanen lautet im Mahrattadialekthirda*. Die indische Ausfuhrwarf 1907 bis 1908 einen Ertrag von 8 Millionen Mark ab. Die Hauptabnehmer sind England, Deutschlandund Belgien. Die Früchte sind Im allgemeinen länglich.birnenförmig oder unregelmässig länglich-eiförmig, meist anbeiden Enden verschmälert, deutlich 5=kantig und stumpf gerippt, grünlichgelb oder gelbbraun (gelbe Myrobalanen,oder rötlichbraun bis schwärzlichbraun und stärker gerunzelt (schwarzbraune Myrobalanen). Sie enthaltennach Henning 45 °/o Gerbstoff (nach anderen weniger), der nach Zölffel ein Gemisch von Gallusgerbsäure»glykosid und Ellagengerbsäure ist, welch letztere vorherrscht. Ausserdem wurde ein kristallisierter Gerbstoff,die Chebulinsäure (C js H s 40 i 9 + HaO) aufgefunden, die sich mit Wasser in Gallus, und Ellagensäure spaltet.Aus den verschieden lautenden Angaben der Autoren scheint hervorzugehen, dass die Ellagensäure (CuHsOs+ 2H»0) den wichtigsten Bestandteil der Myrobalanengerbstoffe darstellt. Da der Hauptträger des Gerbstoffesdas Mesokarp ist, so kommen meist vom Fruchtkern abgelöste (entkernte) Myrobalanen In den Handel.Neben der Benützung als schwärzendes Färbemittel dienen sie zum Gerben aller Ledersorten mit Ausnahmevon schwerem Sohlenleder. Das Leder wird dabei weich und hellfarbig, sodass eine Verbindung mit rot.

1 ) Benannt nach den an der Spitze (terminus) der Zweige gedrängt stehenden Laubblättern.a ) Griech.: uioov [myron] = Balsam, Salbe und ßciXavos [bälanos] = Eichel, Nuss.

Hegi, Flora. V, 2. 252