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und von Rhizöphora Mangle L. auf die Alte Welt, in der Hauptsache auf das tropische Asien, beschränkt ist.Es sind mittelgrosse Bäume und Sträucher mit meist gegenständigen, lederartigen und ganzrandigen Laubblatternund hinfälligen Nebenblättern, mit kleinen bis mittelgrossen, zu Büscheln oder Trugdolden vereinigten, strahligen,meist zwitterigen Blüten und mit kapsei», nuss= oder beerenartigen Halbfrüchten. Verschiedene Arten nehmeneinen hervorragenden Anteil an der Zusammensetzung der oft ausgedehnten, edaphisch durch das Meerwasserbedingten „Mangrove« oder Wasserwälder" an den flachen Küsten (besonders an den grossen Flussmündungen,in Lagunen und Buchten) der Tropen und sind zufolge ihrer merkwürdigen Anpassungserscheinungen sehrbekannt. Es sei erinnert an die auffälligen, bogigen Stelzenwurzeln, die aus den unteren Teilen der Stämmehervorgehen, zur Ebbezeit ein sonderbares Gerüstwerk darstellen und als Stütze gegen den Wellenschlag bezw.die Flutbewegung dienen und so ein vollkommenes Ankersystem darstellen, an die von den Aesten zumWasserspiegel sich herabsenkenden Stützwurzeln, an die knie« oder spargelförmigen, als „Pneumatophoren" ausdem weichen, blauschwarzen Schlammboden vertikal (zur Sauerstoffversorgung der unterirdischen Teile) in die Lufthinausragenden Wurzeln, an die Keimung der Samen an der Mutterpflanze (Viviparie), an die Bildung eines60 bis 70 cm langen, gegen die Wurzelspitze keulig-verdickten, harten, 2 bis 3 cm dicken Keimlings, dernach seiner Loslösung vom Baume senkrecht in den Boden fällt und sich dort rasch und leicht bewurzelt, andie Verbreitung dieser Keimlinge durch das Meerwasser, an den xerophilen Bau der Laubblätter mit dickerCuticula, grossen Schleimzellen, dünnwandigem Wassergewebe usw. Die an der Bildung dieser tropischen,bereits von Theophrast auf dem Alexanderzuge (33+ bis 325 vor Christus) festgestellten „Strand, oder Flut"gehölze" beteiligten Gattungen gehören insgesamt der Unterfamilie der beeren», selten kapselfrüchtigen Unter»familie der Rhizophoroideae an. Es kommen dafür in Betracht Brugui6ra Lam. (mit B. caryophylloides Bl.,
B. eriop^tala Wight et Arn., B. gymnorrhiza Lam., B. p ar vif 1 öra Wight et Arn.), C^riops Arn. (mit
C. Candolleäna Arn. und C. Roxburghiäna Arn.), Kandölia Wight et Arn. (mit K. Rh£edii Wightet Arn.) und Rhizöphora L. (mit R. mucronäta Lam., R. conjugäta L. und R. Mangle L.). Diegenannten Arten treten sowohl in der östlichen (asiatischen), als auch in der westlichen (atlantischen) Mangroveauf. Einzig Rhizophora Mangle L., der Gemeine Manglebaum, auch Wurzel-, Mangrove«, Leuchter», Stelzen»oder Austernbaum, in Duala (Afrika) tända geheissen, ist auf die atlantische Mangrove beschränkt; er istzugleich jene Art, die am weitesten ins Wasser vordringt und so zu den Pionieren dieser Gesellschaft zählt.Während die westliche Mangrove, welche sich von Westafrika bis ins tropische Amerika erstreckt, sehr artenarmist (sie enthalt neben Rhizophora Mangle nur noch die Combretacee Lagunculäria racemösa und die beidenVerbenaceen Avic^nnia tomentösa [fehlt in Westafrika] und A. nitida), ist die östliche Mangrove, die sich vonOstafrika über Asien nach Australien und Mikronesien ausdehnt und ihren grössten Formenreichtum in Hinter,indien und im Malayischen Archipel aufweist, viel reicher an Arten. Zu den Charakterpflanzen derselbengehören ausser den bereits genannten Rhizophoraceen die beiden Combretaceen Lumnitz6ra racemösa Willd.et L. cocci'nea W. et Arn., Sonnerätia apdtala Ham., S. acida L. und S. alba Sm., die beiden MeliaceenCaräpa Molucc£nsis Läm. et C. oboväta Bl., die Myrsinacee Aegiceras majus Gaertn., die Rubiacee Scyphi«phöra hydrophylläcea Gaertn., die Verbenacee Avic6nnia officinalis L. (mit wohlriechenden, gelblichen Blüten»köpfchen ausgestattet) mit der var. älba BL, die anscheinend stammlose Nipa»Palme (Nipa früticans Wurmb.)und als einziger krautartiger Vertreter Acänthus ilicifölius L. In Indien werden die Mangrovebäume starkvon dem Schiffsbohrwurm (Ter^do), der das Holz zerraspelt, angegriffen. Aus Westindien kommt das festeund sehr dauerhafte Holz von Rhizophora Mangle als Manga robeira oder Mongue sapateira in den Handel,aus Afrika und Vorderindien das gegen Ameisen und Fäulnis sehr widerstandsfähige Holz von Rhizophoramucronata (in Ostafrika mkaka oder mkoko geheissen), aus Ostindien jenes von Bruguiera gymnorrhiza (alsSchiffsbauholz). Die Rinde ist vielfach stark gerbstoffhaltig (oft bis 40 °/o oder darüber) und wird technisch unterder Bezeichnung Mangroverinde (Mangrovebark) als Gerbmaterial verwendet. Sie stammt vielfach vonRhizöphora«Arten (R. Mängle, R. mucronäta usw.), aber auch von Bruguiera» und Cöriops»Arten. In neuerer Zeit wird die Rinde (namentlich aus Ostafrika) in immer steigender Menge nach Europaeingeführt. Die Stützwurzeln werden von den Polynesiern zu Bögen verarbeitet. — Die Früchte mehrerer Artensind süss und geniessbar und geben durch Gärung einen leichten Wein. — Die viel kleinere, stein» oderschliessfrüchtige Unterfamilie der Anisophylloideae besitzt keine Mangrovebegleiter. Erwähnung verdientdie paläotropische Gattung Anisophyllea R. Br., von der A. cäbole ein sehr geschätztes, gelbliches bishellbraun marmoriertes Möbelholz, A. Ceylänica Teekistenholz liefert. Die einsamigen Steinfrüchte der inGuinea heimischen A. 1 aürina R. Br. sind essbar. Pöga oleösa Pierre der westafrikanischen Regenwälder,von den Eingebornen njore.njole, mpoga, pövo oder ngali geheissen, enthält in den Steinnüssen 3 bis 4ölhaltige Samen, die ein Speiseöl liefern.
Durch die starke Reduktion des Fruchtknotens schliesst sich an die Rhizophoraceen die kleine,tropisch-subtropische Familie der Nyssäceae oder Tupelogewächse an. Sträucher oder Bäume ohne innerenWeichbast. Laubblätter wechselständig, gestielt, einfach, ganzrandig oder gezähnt. Blüten klein, vielehig,