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Sekretlücken und ohne markständigen (intralignären) Weichbast. Laubblätter wechselständig, ohne Neben»blätter. Blüten zwitterig, strahlig oder zygomorph, in der Regel mit Kelch und Krone. Blütenachse becher«förmig. Kelchblätter (2 bis 3) 4 bis 6. Kronblätter 4 bis 6, selten ganz fehlend oder mehr. Staubblätter viele,in mehrere Kreise angeordnet, auf einem Diskus sitzend, häufig teilweise unfruchtbar, in der Knospe einwärtsgebogen, am Grunde verbunden. Fruchtblätter 2 bis 6, selten mehr, mit dem Achsenbecher verwachsen, mit vielenbis wenigen (bis 1) Samenanlagen in jedem Fach. Halbfrucht fleischig oder holzig, eine lederige, zuweilen geflügelteoder steinfruchtartige Schliessfrudit, seltener eine Beere, häufig eine Deckelkapsel. Samen ohne Nährgewebe, oftdick, und hartschalig. Keimling zuweilen ungegliedert, gekrümmt, mit mächtig entwickeltem Hypokotyl und zurück»gebildeten Keimblättern. Nach H. Ha Iii er gehört die Familie wie jene der Rhizophoraceae und Halorrhagidaceaenicht zu den Myrtineae, sondern ist neben den Symplocaceen und Ternstroemiaceen aus den Linaceen entstanden.Dementsprechend sollten die 3 Familien zu den Geramales gestellt werden. Die Familie gliedert sich mitihren 19 Gattungen und 130 Arten in 4 Unterfamilien, von denen die Foetidiofdeae mit den 3 Arten derGattung Foetfdia Commers. auf Madagaskar beschränkt sind. Von den 5 Gattungen der paläotropischenPlanchonioideae mit regelmässig ausgebildeten, strahligen Blüten,gleichmässig hoch verbundenen Staubblättern und deckellosen Beerensei als grösste Barringtönia Forst, hervorgehoben, die mit 60 bäum»förmigen Arten von Mosambique bis Samoa verbreitet ist. Ambekanntesten ist B. speciösa Gaertn., ein schöner, von den Ko-moren bis Tahiti heimischer Baum mit grossen, ganzrandigen Laub»blättern, karminrot gefärbten Staubblättern und vierkantigen, bauchigen,gelben Früchten, die infolge eines luftführenden Schwimmgewebes imWasser leicht schwimmen und infolgedessen zu den Driftfrüchten desMeeres gehören. Aus den Laubblättern des Baumes wird auf Javaeine Art von Firnis gepresst. Die zerkleinerten jungen Triebe unddie Samen dienen als Fischgift. Letztere enthalten festes, aus Olein,
Palmitin und Stearin bestehendes Oel, Gallussäure, eine als Barringto«genitin bezeichnete Verbindung CisH2i(OH)» und das saponinartigeglykosidische Barringtonin CisHssCbfOHJs. Das Oel wird zu Brenn»zwecken verwertet. Saponinartige Stoffe sind auch bei der bis.weilen in Gewächshäusern anzutreffenden, durch schopfig angeordnete,grosse, sitzende Laubblätter und in langen Trauben stehende Blütenkenntlichen B. insignis Miq. von den Sundainseln, ferner bei B.
Vriesei Teijsm. et Binn. und vielleicht auch bei B. racemösaL.nachgewiesen worden. Die Rinde der letztgenannten Art dient alsGerbmittel. Die jungen Laubblätter werden gegessen. Als „IndischeEiche" (in Australien Indian oak) wird das rotbraune, feinkörnige undharte Holz von B. acutangula (L.) Gaertn. zu Bootsbauten und inder Kunsttischlern benutzt. Die Rinde dieses Baumes dient ebenfallszum Gerben. Verschiedene Barringtonia.Arten liefern auch Fasernfür Flechtwerk. In der Unterfamilie der Napoleonoideae mit fehlenden Kronblättern, zu einerStaminodialkrone vereinigten äusseren Staubblättern und deckellosen Beeren finden sich die monotypische,nordwestbrasilianische Gattung Asteränthus Desf. und die mit etwa 7 Arten auf das tropische Afrikabeschränkte Gattung Napoleöna P. Beauv. Am bekanntesten ist N. imperiälis P. Beauv. aus Benin,die 3 verschieden grosse Staminodialkronen übereinander besitzt, während im 4. Staubblattkreis fruchtbare undunfruchtbare Staubblätter miteinander abwechseln. — Die letzte und umfangreichste Unterfamilie, die derL ecythi doid ea e besitzt regelmässig ausgebildete, strahlige Blüten, verbundene Staubblätter und Beerenmit deutlichem Deckel oder Deckelkapseln. Sie ist auf Amerika beschränkt und dort mit 10 Gattungen ver.treten. Wichtiger davon sind die Gattungen Lecythis L. und BertholUtia 1 ) Humb. et Bonpl. Erslerezählt etwa 40, teilweise strauchige, in Südamerika südlich bis Rio de Janeiro lebende Arten, die topfförmige,unterhalb des Deckels flach gerundete Deckelfrüchte mit holziger Aussenschicht und schwach 2>kantige, flach,konvexe, glatte, bräunliche Samen besitzen. Das sehr harte Holz verschiedener Arten dient zu Häuserbauten undzur Verfertigung von Werkzeugen, die Deckelkapseln zu Töpfen. L. Pisönis Camb. liefert einen zur Herstellungvon Tauen sehr geeigneten Bast. Die sich in einzelne Lagen auflösende Rinde ist als Werg, zur Umhüllung
*) Benannt nach dem Chemiker Graf Claude Louis von Berthollet (geb. 1748 in Savoyen,gest. 1822 zu Paris als Mitglied der Pairskammer), der Napoleon auf der Expedition nach Aegypten begleitete.