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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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nicht selten auch Ornamente eines Distelgewächses (Carthamus tinctorius) bezeichnet. Die Blüten, welche den Speichelrot färben, wurden früher als Flöresbalaustiörum sive Flöres Granäti s. Balaustia arzneilich besonderszu Gurgelwässern, gegen Diarrhoe und Leucorrhoe verwendet, ebenso die Fruchtschalen als Cörtexfrüctus Granäti sive Cortex Granatörum, C. Malicörium, C. Püdii, C. Malicörrii als Adstringens und Anthel«minticum, in der Technik als zitronengelber bis rotbrauner Farbstoff für orientalische Teppiche und Gerbstoff(Gehalt bis 28°/o) für Marokkoleder und Saffian. Die Stamm« und Wurzelrinde (Cörtex rädicis Granäti) istnoch heute offizineil (Pharm. Germ., Austr., Helv.) und hat namentlich als kräftiges Bandwurmmittel (Taenifugum)bei den beiden Taenia«Arten und bei Dibothriocephalus latus Bedeutung. Obgleich C a t o bereits auf die wurm»abtreibende Eigenschaft derselben hinweist, kam sie doch erst 1807, nachdem Buchanan diese Wirkung bei denHindus kennen gelernt hatte, in Mitteleuropa als Droge zur Verwendung. Im Mittelalter, bevor die Chinarinde im16. Jahrhundert aulkam, galt sie auch als Fiebermittel, heute audi als Adstringens und Emmenagogum in Form desPulvers, Dekoktes und als Extractum Corticis Granati. Apotheker Tanret entdeckte in der Rinde 1878 vierverschiedene Alkaloide (Gehalt ungefähr 1%), so das Pelletierin oder Punicin (CsHisNO), das hauptsächlich wirksamePrinzip, ferner das Pseudopelletierin (CsHisNO), das Methylpelletierin (CsHnNO), das Isopelletierin (CsHuNO),dazu noch das flüssige Isomethylpelleüerin (CsHnNO). Ausserdem enthält die Rinde verschiedene (Gehalt 20 bis28%) glykosidische Gerbsäuren, Ellagsäure, Mannit, Harz, Stärke, Apfelsäure, Oxalate, einen gelben Farbstoff und3 bis 20°/» mineralische Bestandteile. Verwechslungen kommen mit der Rinde der Berberitze, des Buchsbaumesund mit der Strychnosrinde vor. Die Früchte, von denen es süss und säuerlich schmedeende Sorten, solche mitharten und weichen Samen sowie auch kernlose gibt, haben durch die Orangen als Obstfrucht stark eingebüsst(berühmt sind die Granatäpfel von Kabul) und dienen heute mehr zum Schmuck als zum Genuss. Sie enthalten 10bis 11,6% Invertzucker, das Enzym Invertin, Zitronen» und Apfelsäure, 75 bis 78% Wasser, 1 bis 2% Fett,1,3 bis 1,6% stickstoffhaltige Substanzen, 2,6 bis 2,8% Rohfaser und 0,5 bis 0,76% Aschenbestandteile.

Der im wilden Zustande meist klein bleibende, langsamwüchsige, oft ± dornige und relativ kleine Früchteerzeugende Strauch wächst in Südeuropa gern in Macchien, Gebüschen usw. und ist ziemlich wärmebedürftig. Inder Sibljak=Formation des Balkans erscheint er neben Zizyphus, Paliurus, Periploca Graeca und Cytisus (Petteria)ramentaceus. Südlich vom Kaspisee (bei Mazanderan)gibt es ganze Waldungen von dem Baum. Wegen der brennend«roten Blüten diese gelten als Symbol feuriger Liebe ist die Pflanze auch in jenem Gebiet als Zierstrauchallgemein hochgeschätzt. In Mitteleuropa muss er allerdings, da er unsere Winter im Freien nicht verträgt, inTöpfen oder Kübeln kultiviert und in kühlen, frostfreien Räumen (Orangerien) überwintert werden. In den Lenz»tagen kann er ähnlich wie Lorbeer, Oleander, Myrte, Viburnum Tinus usw. ins Freie in sonnige Lage gebrachtwerden. Früchte gelangen meist nur im Süden doch bereits bei Bozen und Sitten zur Reife. Angeblich soll imJahre 1749 ein Granatapfel in den königlichen Treibhäusern in Berlin zur Reife gekommen sein, welcheSensation"in den Salons viel zu reden gab. Fr. Zimmermann sah 1914 in Badenweiler eine starke Kübelpflanze mit reifenFrüchten. Neben der Normalform mit einfachen granatroten Blüten befinden sich Formen mit einfachen weissen,einfachen gelben, solche mit gefüllten hochroten, weissen oder gelben oder mit gestreiften Blüten in der Kultur.In dieser sind nicht nur die Staubblätter petaloid entwickelt, sondern auch die Kronblätter sind mehrfachgeteilt. Eine reichblühende Zwergform (f. n ä n a Pers., = Pünica nana L., = P. multxflöra), ein niedriger, buschigerStrauch mit lineal.lanzettlichen, spitzen Laubblättern und kleineren, schön scharlachroten, weiss gefleckten, weissgestreiften oder salmroten, zuweilen dicht beieinanderstehenden Blüten ist besonders beachtenswert. Diehonig« und geruchlosen, lebhaft gefärbten Blüten Kelch und Krone bedingen vorwiegend die Auffälligkeitsind als homogame oder proterandrisdie Pollenblumen zu deuten. Die zahlreichen, nach innen gekrümmten Staub,blätter versperren den Blüteneingang. Die auf dem kurzen Griffel sitzende Narbe ist entweder bereits währenddes Verstäubens empfängnisfähig oder wird dies erst nach dem Ausstäuben der Antheren, so dass in beiden Fälleneine spontane Selbstbestäubung durch den zurückbleibenden Pollen möglich ist. Als Besucher beobachteteA. Schulz in Südtirol verschiedene blütenfressende Käfer aus den Gattungen Cetönia und Trichödes, dieneben Selbst« öfters auch Fremdbestäubung herbeiführten. Zuweilen finden sich auch Blüten mit abortiertemFruchtknoten. Auch kann die Achsenkupula nach Bildung der normalen Kelch«, Krön» und Staubblätter nochmalsdieselben Kreise hervorbringen, so dass dann innerhalb des Staubblattkreises eine zweite Blüte entsteht,während das Zentrum durch den beiden Blüten gemeinsamen Griffel eingenommen wird (Prolification circulairenach Duchartre). Zuweilen sind auch im inneren Wirtel der Frucht 5 Karpelle ausgebildet oder es trittgar noch ein dritter Karpellenkreis auf. Das Fehlschlagen der Samen (Parthenokarpie) war bereits Pliniusbekannt. Die Samen werden wohl gelegentlich durch Vögel verschleppt, worauf z. T. das scheinbar spontaneVorkommen zurückzuführen ist. Von weiteren Abnormitäten sind verbänderte und spiralig oder schneckenförmiggekrümmte Zweige beobachtet worden ; auch können die Laubblätter in 3«gliederigen Quirlen angeordnet sein.

An die Punicaceen schliesst sich mit etwa 130 Arten die rein tropische Familie der Lecythidäceae')oder Belvisiäceae, Paranuss» oder Deckeltopfbäume, an. Meist baumartige Gewächse, ohne Sekretzellen oder

') Benannt nach der als Typus der Familie geltenden Gattung Ldcythis L., abgeleitet von Atjxv&os[l^kythos] = Gefäss, Oelkrug; die Frucht besitzt bei der Gattung die Gestalt eines Kruges mit abfallendem Deckel.